Rheinland-Pfalz: Schädlingsbekämpfer gesucht

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Das rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) sucht schießfreudige Hilfskräfte, die im Fall eines ASP-Ausbruchs in einem “eng begrenzten Gebiet (Kerngebiet mit ca. 3-5 km Radius) oder in einem Streifen entlang der Landesgrenze die Schwarzwildpopulation drastisch […] reduzieren bzw. das Gebiet sogar Wildschwein-frei […] machen (Bejagung bzw. Tötung von Wildschweinen nach Tierseuchenrecht).”

Eine entsprechende Anfrage richtete das MUEEF an den LJV, den ÖJV und Berufsjägerverband Rheinland-Pfalz. Begründet wird die Maßnahme mit den Einbußen, die ein ASP-Ausbruch für die deutsche Landwirtschaft bedeuten würde: “Ein Ausbruch der ASP bei Wildschweinen in Deutschland würde zu erheblichen Auswirkungen, insbesondere für die landwirtschaftlichen Schweinehalter und z.T. auch die vor- und nachgelagerten Bereiche (z.B. Schlachtung und Zerlegung, Futtermittelwirtschaft, Stallbaus) führen. Der deutsche Schweinemarkt käme in den betroffenen Regionen mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Erliegen. Die Handelsrestriktionen und Vermarktungsbeschränkungen für Schweine, Fleisch und Fleischerzeugnisse von Hausschweinen und Wildschweinen wären enorm hoch, würden wahrscheinlich über Jahre andauern und zum Teil auch zu dauerhaften Betriebsaufgaben führen”, heißt es in dem Schreiben.

“Die hohe Wildschweindichte in Deutschland und insbesondere auch in Rheinland-Pfalz würde dem Virus der ASP ein großes Reservoir zur Ausbreitung und Etablierung bieten”, so das MUEEF: “Das oberste Ziel hierbei ist es, die Haus- und Wildschweine in den freien Ge-bieten vor der Schweinepest und dem damit einhergehenden Tierleid zu schützen. Da weder Impfstoffe noch Therapiemöglichkeiten existieren, können ausschließlich hygienische Maßnahmen und die Populationsregulation zur Bekämpfung eingesetzt werden.”

Eine tierseuchenrechtliche Maßnahme wäre die Auslöschung der lokalen Schwarzwildpopulation: “Hierbei würde auch keine Schonung von tragenden oder führenden Bachen erfolgen, der Elterntierschutz würde für das definierte Gebiet aufgehoben werden (Ausnahmeregelung). Als Methoden kämen insbesondere die Einzelansitzjagd (tagsüber, insbesondere aber nachts, ggf. auch mit derzeit nicht zugelassener technischer Unter-stützung) und Fallenjagd (Frischlingsfalle, Saufang) in Frage.”

Daher “werden Jägerinnen und Jäger gesucht, die bereit wären, für das Allgemeinwohl in dieser Ausnahmesituation, in dem definierten Kerngebiet / Grenzstreifen die örtlich zuständigen Jagdausübungsberechtigten für eine begrenzte Zeit tagsüber und nachts zu unterstützen, wobei eine zeitliche Unabhängigkeit von Vorteil wäre.”

Diese Form der Bejagung werfe zwar tierschutz-ethische Fragen auf, räumt das Ministerium ein, “angesichts der Gefahr einer Ausbreitung der ASP in Deutschland und den damit einhergehenden Folgen, insbesondere des Tierleids bei Haus- und Wildschweinen sowie den erheblichen Folgen für die Landwirtschaft” sei dies jedoch “zwingend erforderlich.”

Na, dann Horrido und WMH… red.

Beitragsbild: Schreiben des MUEEF an die Jagdverbände in RLP (Ausschnitt, bearbeitet)

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (MWVLW) Unterstützer bei der ASP-Bekämpfung suche, nicht das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF), was korrekt ist. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. red.

3 Gedanken zu „Rheinland-Pfalz: Schädlingsbekämpfer gesucht

  1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Ich lese nichts, dass ansatzweise Rechtsfragen zum Eingriff in das Jagdausübungsrecht (Pachtverträge) beleuchtet oder berechtigt wären. Einmal davon abgesehen, dass diese Pachten im “Kerngebiet” auf Jahre wertlos werden, bin ich überzeugt, dass sich genug Schießer/innen im Ruhestand zu den Waffen rufen lassen.

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  2. Zündelnerlaubt

    Da wird dann der Notstand verhängt und per Dekret das Jagdrecht kurzfristig ausgehebelt.
    Wer gibt sich als Schädlingsbekämpfer für die Schweinmast her? Ich werde das nicht tun, wenn die ASP in meiner Heimatregion zuschlagen sollte, ich frage mich ohnehin wie das Virus vom Wildschwein in einen hermetisch abgeriegelten Maststall kommen soll, da gibt es ja nicht mal Tageslicht oder ungefilterte Luft

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