Remington meldet Konkurs an

Auch Barnes Bullets betroffen

Nachdem der US-amerikanische Waffenhersteller Remington im Februar bereits Gläubigerschutz beantragt hatte (JAWINA berichtete), hat das Unternehmen nun Insolvenz angemeldet. Am Sonntag ist ein entsprechender Hinweis auf einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren gemäß Chapter 11 des amerikanischen Konkursrechts auf der Internetseite des amerikanischen Insolvenzgerichts im Bundesstaat Delaware (United States Bankruptcy Court, District of Delaware) veröffentlicht worden. Bei einer Insolvenz nach Chapter 11 wird angestrebt, das Unternehmen nach Möglichkeit zu entschulden und zu restrukturieren, um eine dauerhafte Gesundung und eine Fortführung der Geschäftstätigkeit zu erreichen. Der normale Geschäftsbetrieb kann dabei aufrecht erhalten werden, so dass Kunden zunächst nicht betroffen sein müssen. Remington versicherte, dass sich für Lieferanten und Kunden des Unternehmens nichts ändere. Die Insolvenz umfasst folgende Unternehmen und Unternehmensteile: Remington Outdoor Company Inc. (ROC), Remington Arms Company LLC, Remington Arms Distribution Company LLC, Barnes Bullets LLC, FGI Operating Company LLC, FGI Holding Company LLC, FGI Finance Inc., TMRI Inc. und RA Brands LLC.

Die Insolvenz des auf eine 202-jährige Firmengeschichte zurückblickenden und damit ältesten amerikanischen Waffenherstellers war erwartet worden, nachdem die Remington Outdoor Company eine Restrukturierungsvereinbarung mit verschiedenen Gläubigern geschlossen hatte, durch die das Unternehmen von Verbindlichkeiten in Höhe von 700 Millionen US-Dollar entschuldet wird. Die Gesamtschulden belaufen sich auf 950 Mio. US-Dollar.

Seit Donald Trump, der als Befürworter des privaten Waffenbesitzes gilt, sein Amt als US-Präsident im Januar 2017 übernahm, verzeichnen viele amerikanische Waffenhersteller Umsatzrückgänge. Es lässt sich amerikanischen Medienberichten zufolge noch nicht absehen, wie sich die Insolvenz Remingtons auf die Rechtsstreitigkeiten auswirken wird, in die der Waffenhersteller in den USA verwickelt ist. So hat sich das Unternehmen im Zuge einer Sammelklage bereit erklärt, die Abzüge von Millionen von Gewehren des Typs Remington 700 auszutauschen, obwohl Remington darauf beharrt, dass die Abzüge sicher seien. Zum anderen haben Hinterbliebene von Opfern des Anschlags auf die Sandy Hook Elementary School in Newtown, Connecticut im Jahr 2012 versucht, Remington für das Attentat zur Verantwortung zu ziehen. Bei dem Amoklauf war unter anderem ein halbautomatisches Gewehr vom Hersteller Bushmaster verwendet worden, der ebenfalls zu Remington gehört. SE

Beitragsbild: Antrag Remingtons auf Chapter 11 Insolvenz auf der Internetseite des US-Insolvenzgerichts in Delaware (Screenshot).

2 Gedanken zu „Remington meldet Konkurs an

  1. Thomas

    Das begreifen einige nicht auch wenn man 100-mal wiederholt, nennt man Beratungsresistenz.

    Remington wurde/wird von einem US Rentenfond geschluckt (wie viele andere Firmen). Vorraussetzung ist die Schuldenfreiheit. Da wird radikal gekuerzt und auch schon mal Insolvenz angemeldet um mit einem Schlag die Schulden loszuwerden. Ist absolut normal, leider…

    Die Gewehre sind gut, da lass ich nichts draufkommen. Ich habe zwei 700-er in .338WinMag und .300WinMag. Die schleife ich schon seit Jahren bei uns durch den Busch. Die .338 hatte mal ein Problem mit Magazin-Klemmern (unangenehm wenn man einen Grizzley vor sich hat). Das lies sich leicht durch auswechseln der Feder beheben. Was mit dem Abzug nicht ok sein soll erschliesst sich mir nicht. Zuverlaessiger -amerikanischer- Abzug.

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