Rekordstrecke: Bayerns Jäger erlegen 95.000 Wildschweine

Text aktualisiert. Bayerns Jägerinnen und Jäger haben in der vergangenen Jagdsaison mehr als 95.000 Wildschweine erlegt – so viele wie nie zuvor. Zu verdanken ist die „Rekordstrecke“ in erster Linie dem unermüdlichen Einsatz der Jäger und ihrer guten Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern, wie Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber mitteilte. „Unsere Jäger setzen sich mit großem Engagement für eine Reduktion der überhöhten Wildschweinbestände ein“, so die Ministerin. Das sei ein wichtiger Beitrag, um die negativen Folgen der ständig wachsenden Zahl an Wildschweinen wie Wildunfälle, Flurschäden oder Seuchengefahr einzudämmen. Gerade mit Blick auf die aus Osteuropa herannahende Afrikanische Schweinepest sind laut Kaniber die Anstrengungen der Jäger nicht hoch genug einzuschätzen, denn: „Ein Ausbruch hätte gravierende Folgen für Tiere, Landwirtschaft, Wirtschaft und Jagd.“ Umso wichtiger sei es, alles zu tun, um die Schweinepest von Bayern fernzuhalten. Weil die Wildschweine das Virus übertragen können, ist laut Kaniber eine intensive Bejagung unverzichtbarer Bestandteil einer effizienten Vorsorgestrategie.

Bereits 2015 hatte das Landwirtschaftsministerium ein Maßnahmenpaket zur Reduktion von Schwarzwild auf den Weg gebracht und so Spielräume für ortsspezifische Lösungen geschaffen – etwa eine verstärkte revierübergreifende Zusammenarbeit bei Bewegungsjagden und bei der Koordination von Kirrungen (Anlockfütterungen), die Verwendung von Nachtsichttechnik, den Einsatz von Saufängen oder die Anlage von Bejagungsschneisen. Seit dem vergangenen Dezember gibt es zudem eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro pro erlegtem Tier. Im Jagdjahr 2016/2017 hatten Bayerns Jägerinnen und Jäger rund 61 000 Wildschweine erlegt.  PM

Die amtliche Statistik der Jagdstrecken im Freistaat Bayern für das Jagdjahr 2017/18 können Sie hier herunterladen. Die Streckenzahlen sind aufgeschlüsselt nach Landkreisen und Hegegemeinschaften im Wildtierportal Bayern nachzulesen, z.B. für Schwarzwild :

http://www.wildtierportal.bayern.de/wildtiere_bayern/084682/index.php

 

Beitragsbild: Verblasen der Strecke (Archivbild). Foto: SE

3 Gedanken zu „Rekordstrecke: Bayerns Jäger erlegen 95.000 Wildschweine

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Die Äußerungen der Ministerin Kaniber sind an Unbedarftheit und Ignoranz kaum noch zu überbieten. Das Risiko des Eintrags der ASP in unsere Hausschwein- und/oder Wildschweinbestände hat mit der aktuellen Bestandeshöhe der Wildschweine in Deutschland nicht das Geringste zu tun, da der Vektor für rasche und weite Ausbreitung der Mensch selbst ist. Die jedes Jahr zu hörenden Lobeshymnen auf die Jägerschaft, die sich mit unermüdlichem Einsatz für die Reduktion überhöhter Wildschweinestände einsetzt, hat man auch langsam satt. Wenn die Jägerschaft tatsächlich bestandesabsenkend eingegriffen hätte, also einige Jahre über den jährlich Zuwachs geschossen hätte, müssten die Strecken doch sinken, oder? Aber das begreifen Minister und leider auch viele Jäger anscheinend nicht.
    Jäger können allerdings nur an der jagdlichen Schraube drehen. Das müsste aber nun endlich mal mit Elan angepackt werden. Sauenstrecke weiter deutlich erhöhen, jährlichen Zuwachs plus Zuschlag abschöpfen! Nur so ließen sich Bestände absenken. Wollen alle Jäger das?
    Was wir Jäger aber nicht können, ist eine Veränderung bei den Hauptfaktoren der “Schweinexplosion”: Erhöhung der Wintertemperatur, hohe Frequenz von Vollmasten und industrialisierte Landwirtschaft. Deshalb sollten wir uns nicht als alleinige Partei den schwarzen Peter anhängen lassen.

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  2. Ronbi

    Effektive Jagd mit: Nachtsichtoptik, Schalldämpfer und Laser Zielpunkt.
    Die Sparausführung: LED-Rotlicht Lampe und Schalldämpfer.

    Nicht weidgerecht?
    Das liegt an jedem selbst.
    Wenn das in manchen osteuropäischen Ländern und in manchen US-Bundesstaaten geht, warum nicht hier auch.
    Dem LKA/BKA kann man vielleicht verklaren, dass Terroristen ihre Ausrüstung nicht im Jagdbedarf kaufen.

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