Rehe auf der Flucht…

“Flucht auf der Donau: Zwei Rehe schwimmen durch das Überschwemmungsgebiet in Ungarn”, lautet die Bildunterschrift zu dem oben gezeigten Foto in einem Artikel über die Auswirkungen der Flut auf das Ökosystem (Quelle: http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2013-06/flut-tiere-oekologie), veröffentlicht auf Zeit Online unter der Rubrik “Wissen”.

Der schon klassische Irrtum  ist ein weiterer Beleg für einen empirisch gut abgesichterten Befund: Dass die Sachkenntnis zu “grünen Themen” wie Jagd, Landwirtschaft oder Ökologie bei den Mainstreammedien nicht allzu ausgeprägt ist – nicht einmal auf den Wissensseiten von Qualitätszeitschriften. Der Autor, der freie Journalist Birk Grüling, hat übrigens Musikjournalismus studiert und schreibt über die Themen “Gesellschaft, Wissenschaft und Popkultur,” wie auf seiner Internetseite bei den Freischreibern nachzulesen ist.

Nun gibt es ja noch andere Themen, von denen keiner eine Ahnung hat: Sanskritliteratur, Kreisbogenfunktionen, Pandektenexegese. Wenn ein gebildeter Mensch aufgefordert würde, sich zu den genannten Wissensgebieten öffentlich zu äußern, hätte er vermutlich kein Problem damit,  zu entgegnen: Davon verstehe ich nichts, dazu kann ich nichts sagen. Das ist der Unterschied zu Themen wie Jagd, Landwirtschaft oder Ökologie: Dazu hat – trotz vergleichbarer Ahnungslosigkeit – jeder eine Meinung, die er für wohlbegründet hält, weshalb man sich auch nicht scheut, diese (vielleicht gar gegen Bezahlung) in die Welt hinauszublahen. Bei eventuell doch auftretenden Wissenslücken hilft der stets dienstbare Nabu-Experte.

Was dabei herauskommt, ist das Erwartbare: Klischees, Binsen, populäre Irrtümer. Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler, ohne Zweifel eine intelligente Frau, hat in einer Buchkritik im Radio über das Tontaubenschießen einmal gesagt, dass dabei ja glücklicherweise nicht auf lebende Tauben geschossen werde, aber doch auf “täuschend echte Nachbildungen von lebenden Tieren.” Woher weiß die das?

Unsere Jagd Frankonia Lehrgang Fit mit der Flinte Hartenholm 10. Mai 2008

Die gemeine Tontaube: Täuschend echte Nachbildung eines lebenden Tiers.
Foto: SE

Man kann das alles auch viel einfacher formulieren, wie JAWINA-Leser AH, der uns auf den Zeit-Artikel aufmerksam gemacht hat (vielen Dank dafür nochmals): Soviel Blödheit:-(((    SE

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