Qualvoller Tod durch Müll in der Landschaft

Zur Müllsammelaktion des DJV schreibt JAWINA-Leser HS aus Niedersachsen:

“Moin,

bei uns, in einem Revier im östlichen Niedersachsen, wurde kürzlich ein verendeter Damhirsch gefunden. Das Stück machte einen abgemagerten Eindruck, etwas Draht und etwas Bindegarn hingen lose in seinen Stangen, stranguliert hatte es sich jedoch nicht.

Bei näherer Betrachtung war festzustellen, dass der Draht auf der einen Kopfseite im Unterkiefer verschwand und auf der andere Seite wieder austrat. Im Äser war nur vertrocknetes Herbstlaub als „letzter Bissen“ zu finden. Im Pansen befand sich ebenfalls nur trockenes Herbstlaub, weitestgehend unzerkaut und in nicht-breiiger Konsistenz – eben Herbstlaub.

Das Stück hatte offensichtlich einen langen und schmerzvollen Hunger- und Verdurstungstod erlitten.

Qualvoll an Müll verendet: Damhirsch aus einem Revier in Niedersachsen. Fotos: HS

Um dies näher zu ergründen, kochten wir den Schädel inklusive Draht ab. Anhand des Knochenwachstums im Verletzungsbereich des Unterkiefers kann man Ausmaß und Länge des Leides vielleicht erahnen.

Der Draht hat sich in den Unterkieferknochen eingearbeitet, das Stück ist elend verhungert. Foto: HS

Bei dem Draht handelt es sich um einen Stahl-Spiraldraht. Wie man aus den anhaftenden Gummiresten entnehmen kann, war der Spiraldraht ursprünglich die Verstärkung eines Gummischlauches wie er in der Landwirtschaft oder bei Motoren eingesetzt wird.

Müll in der Landschaft – Die Müllsammelaktion des DJV kann ich nur begrüßen.”

Beitragsbild: Ein achtlos entsorgtes Stück Draht wurde diesem Damhirsch zum Verhängnis. Foto: HS

Die Red. dankt JAWINA-Leser HS für Text und Fotos!

3 Gedanken zu „Qualvoller Tod durch Müll in der Landschaft

  1. Grimbart

    “Bei dem Draht handelt es sich um einen Stahl-Spiraldraht. Wie man aus den anhaftenden Gummiresten entnehmen kann, war der Spiraldraht ursprünglich die Verstärkung eines Gummischlauches wie er in der Landwirtschaft oder bei Motoren eingesetzt wird.”
    Gerade das Damwild hat mit solchen Hinterlassenschaften Probleme. Ich ärgere mich auch immer über Stacheldraht, der einfach liegen bleibt. Leider sind es nicht nur Hinterlassenschaften von Besuchern, sondern oft der Anwohner, die man so findet. Ich hoffe, dass zukünftige Generationen verantwortungsvoller mit ihrer Umwelt umgehen.

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  2. Jawina Leser HS

    “Uns braucht man die Fotos nicht zu zeigen. Schickt sie an Top-Agrar etc..” Hierzu folgendes: Wer ist “uns”? Jäger sind nicht prinzipiell die besseren Menschen, auch manch ein Jäger trägt zur Vermüllung der Landschaft bei. Man denke nur an die vielen Kanzelreste, welche die Landschaft zieren. Manch ein Jäger ist auch Landwirt. Aus dem kürzlichen Jawina-Server-Zusammenbruch schließe ich, dass zumindest zeitweise ein großer Teil die Leserschaft auch aus anderen Bevölkerungsteilen kommt. “Uns” sind ganz viele und nicht alle gleich gepolt.

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