Proteste gegen Job-Kahlschlag bei Zeiss

Carl Zeiss Sport Optics startet Kooperation mit Nabu

Das traditionsreiche Optikunternehmen Carl Zeiss Sport Optics hat angekündigt, am Standort Wetzlar knapp 140 von 330 Arbeitsplätzen streichen zu wollen. Weitere 80 Stellen sollen an den Standort Oberkochen in Baden-Württemberg verlagert werden. In Wetzlar werden Zielfernrohre, Ferngläser und Spektive produziert. Rund 400 Zeiss-Mitarbeiter protestierten heute gegen den Arbeitsplatzabbau in der Wetzlarer Innenstadt. Ein Sprecher des Betriebsrates kritisierte gegenüber hessenschau.de die Kommunikationsstrategie des Unternehmens: Es habe nur eine kurze Informationsveranstaltung gegeben, niemand wisse, wie es weitergehe. Am Standort Wetzlar möchte sich Zeiss künftig auf Systemintegration und Services konzentrieren, teilte das Unternehmen mit. Der Betriebsrat kündigte an, um jede Stelle kämpfen zu wollen. Nach einer Schätzung der IG Metall haben über 600 Personen an der Demonstration teilgenommen, wie die Stimme.de berichtet. Demnach fürchtet die IG Metall, dass die Produktion nach Ungarn verlagert werden soll.

Derweil hat Carl Zeiss Sport Optics eine Kooperation mit dem Nabu gestartet. Wie der Naturschutzverband auf seiner Internetseite mitteilte, wollten “Nabu und Carl Zeiss Sports Optics bei den beiden erfolgreichen NABU-Mitmachaktionen Stunde der Gartenvögel und Stunde der Wintervögel” zusammenarbeiten. Ziel der längerfristig angelegten Zusammenarbeit sei, “gemeinsam Impulse für die Schönheit der Natur und Vogelbeobachtungsthemen zu geben. Deshalb unterstütze Zeiss außerdem Videoreihen zu Vogelbeobachtungsthemen. “Die Kooperation mit dem NABU-Bundesverband rundet unsere strategische Ausrichtung auf Bundesebene ab und wir freuen uns auf zahlreiche gemeinsame Projekte und Ideen“, erklärte Jörg Schmitz, der Leiter des Unternehmensbereichs Consumer Optics von Zeiss auf der Nabu-Seite. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags über die Zeissianer-Demo auf hessenschau.de (Screenshot)

2 Gedanken zu „Proteste gegen Job-Kahlschlag bei Zeiss

  1. Ralf K.

    Zeiss wechselt nach Ungarn wegen der Produktionskosten? Niedrigere Löhne? Ich hoffe, es sind nicht wie bei Müllermilch EU-Gelder, die auf Teufel komm raus abgefischt werden sollen. Sollten es EU-Gelder sein, dann bitte ich an dieser Stelle um schnellstmögliche Überprüfung der Subventionskriterien auf EU-Ebene!
    Der Begriff “Made in Germany” zählt wohl bei den Managern nichts mehr. Kein Traditionsbewusstsein vorhanden? Es soll Konsumenten geben, die darauf Wert legen. Ich persönlich werde mein Konsumverhalten auch weiterhin auf “Made in Germany” konzentrieren. Ob das nun Blaser, RWS oder sonstige Firmen sind. Ein Zeiss-Glas aus Ungarn werde ich aus Prinzip nicht kaufen! Für mich zählt weiter “Made in Germany”

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  2. Nie wieder Zeiss

    zum Glück gibt es noch deutsche Qualitätsfirmen wie [Kommentar aus wettbewerbsrechtlichen Gründen gekürzt, admin.]

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