Presserat rügt Berichterstattung der uJ über Jagden im Müritz-Nationalpark mit Hinweis

Der Presserat hat die Berichterstattung der Jagdzeitschrift “unsere Jagd” über die Drückjagden im Müritz-Nationalpark (“Wenn Ökos hassen”, Heft 2/2013) mit einem “Hinweis” gerügt. Der Presserat kritisiert dabei genau das, was auch JAWINA bemängelt hatte: Dass gegen den verantwortlichen Jagdleiter Falk Jagszent schwere, möglicherweise strafrechtlich relevante Vorwürfe erhoben und veröffentlicht wurden, ohne dass dieser Gelegenheit erhielt, sich dazu zu äußern.

In der anonymisierten Fassung zur Entscheidung des Beschwerdeausschusses 2 in der Beschwerdesache 0185/13/2-BA des Presserats heißt es dazu im Wortlaut:

“Der Beschwerdeausschuss gelangt nach Beratung zu der Auffassung, dass die Berichterstattung gegen Ziffer 2 des Pressekodex verstößt. Gemäß Ziffer 2 sind die Redaktionen zu sorgfältiger Recherche und wahrheitsgetreuer Wiedergabe von zur Veröffentlichung bestimmten Informationen verpflichtet. Dazu gehört es, bei der Berichterstattung über Fehlverhalten demjenigen, dem es vorgeworfen wird, qualifiziert Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen. Erforderlich ist dazu, den Betroffenen mit den konkreten, gegen ihn erhobenen Vorwürfen zu konfrontieren.

 Dem ist die Redaktion vorliegend nicht gerecht geworden. Der Bericht enthält Vorwürfe gegen den für die in Rede stehende Jagd zuständigen Jagdleiter, die möglicherweise von strafrechtlicher Relevanz, zumindest jedoch rufschädigend sind. Sie stammen zum Teil von nicht namentlich genannten Informanten. Im Text wird zwar mitgeteilt, dass die Redaktion sich an den Jagdreferenten im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern gewandt habe und daraufhin von dem Beschwerdeführer eine E-Mail mit einer Stellungnahme erhalten habe. Aus dem textlichen Zusammenhang ergibt sich aber, dass es in der Anfrage lediglich um die von dem Beschwerdeführer gegenüber der Obersten Jagdbehörde beantragte Verkürzung der Schonzeit gegangen sein kann. Gelegenheit zur Stellungnahme zu den übrigen Vorwürfen hat der Betroffene offenbar nicht erhalten.”

 Pressekodex

Ziffer 2 – Sorgfalt

Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.

 

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