Pressemitteilung des abberufenen Wolfsberaters

Vorgestern Abend bin ich vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU) mit sofortiger Wirkung von meinen Aufgaben als ehrenamtlicher Wolfsberater des Landkreises Nienburg entbunden worden. Ich hatte das MU darüber informiert, dass mich eine Email von dritter Seite erreicht hatte, deren Inhalt Bedrohungspotential gegen mich in meiner Funktion als Wolfsberater enthält. Konkret wird mir in der Email unterstellt, dass ich als Nienburger Wolfsberater verantwortlich für die Entscheidung des MU bin, den Rodewalder Rüden GW717m zu entnehmen. Die Abberufung begründet das MU mit Fürsorgepflichten mir gegenüber. Damit bin ich einverstanden.

Erschreckend ist, dass verbale Angriffe auf Menschen, die mit dem Wolfsmonitoring in Niedersachsen befasst sind – sei es haupt- oder ehrenamtlich – mittlerweile zur Tagesordnung gehören. Die Diskussion rund um den Wolf und insbesondere das Rodewalder Rudel wird zurzeit in einer Heftigkeit geführt, die Appelle an Fairness, Anstand und Sachlichkeit sinnlos erscheinen lassen.

Zum Thema Wolf werde ich mich daher bis auf weiteres nicht mehr äußern. Von Nachfragen seitens der Medien bitte ich abzusehen und verweise auf die Pressestelle des MU.

Abschließend möchte ich mich auf diesem Weg bei meinen Nienburger Wolfsberaterkolleginnen und -kollegen sowie bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Wolfsbüros für die angenehme Zusammenarbeit bedanken. Letzteren insbesondere auch dafür, dass sie in der „heißen Phase“ der Nutztierrisse im vergangenen Jahr vielen betroffenen Tierhalter durch Rat und vor allem auch Tat im Hinblick auf Prävention und Herdenschutz schnell und unbürokratisch geholfen haben.

Hubert Wichmann 31582 Nienburg, 07.02.2019

Beitragsbild: PM des ehemaligen Wolfsberaters (Screenshot)

6 Gedanken zu „Pressemitteilung des abberufenen Wolfsberaters

  1. Anko

    Täusche ich mich oder gehen insbesondere beim Thema heilige Kuh/ Wolf Gewalt und Drohungen mit Gewalt von immer demselben Lager aus?
    Ich frage hier nur für einen Freund, wie ich zur eigenen Sicherheit klarstellen möchte.

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  2. AM

    Ich hätte mich von diesen Idioten niemals beeindrucken lassen. Keinen Zentimeter würde ich vor denen zurückweichen.
    Ich kann mich wehren. Die würden sich wundern.
    Sollten in der Email strafrechtswürdige Aussagen getroffen worden sein, würde ich umgehend die Staatsanwaltschaft einschalten.

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    1. Anko

      Ökodiktatur: Nachfolgend verlinkter Artikel ist zwar inhatlich vom Thema des Jawina-Artikels etwas weiter weg, aber man kann reinfühlen, wieviel bitterernste Endkampf-Logik in manchen “umweltbewegten” Köpfen so drinnen steckt:

      https://goo.gl/tqY1o2

      Die Autoren und das publizierende Online-Magazin wurden 2015 von der Bundesregierung mit einem Kultur- und Kreativpreis ausgezeichnet, also keine ganz verkrochenen Sektierer.

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