Positionspapier zum Wolf des JV Parchim im Wortlaut

Der JV Parchim fordert vom Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern, eine klare Stellung bei der Wolfsproblematik zu beziehen (JAWINA berichtete). Wir bringen das Positionspapier des Verbands im Wortlaut.

Positionspapier des JV Parchim e. V. zum Umgang mit dem Wolf

Sehr geehrter Präsident Dr. Böhning, Hallo Volker,

In Vorbereitung auf die Landesdelegiertenkonferenz am 01.04.2017 in Linstow hat mich der erw. Vorstand des JV Parchim e.V. beauftragt Dir folgendes Positionspapier des JV Parchim zu übermitteln. Fast täglich schwirren Nachrichten um und über den Wolf durch unsere Medien. Auffällig ist, dass viel Spekulation dabei ist und dass die Anzahl der Wölfe schöngeredet wird. Beispielhaft wie der NABU-Chef im Januar in der Sendung „Hart aber Fair“ mit Fehlinformationen die Volksverdummung vorantreibt. Hier ist die Rede von 46 Rudeln in Deutschland die jeweils aus 3!!! Tieren bestünden, Mutter, Vater, Kind.

Wenn wir unsere Rudel in der Lübtheener Heide, in Ückermünde Heide und Kallißer Rudel mal zugrunde legen, haben wir nachweislich in jedem Jahr jeweils 4-7 Welpen zählen können. Die Rudel haben also eine Rudelstärke von etwa 10 Tieren. Laut Dr. Backhaus am 31.01.2017 haben wir es in MV mit 10 sogenannten markanten Hinweisen von Paaren zu tun. Darunter in der Nossentiner Heide, in der Lewitz, Retzower Heide, Boizenburg und um Sternberg. Also 8 sichere Vorkommen im Landkreis LUP!!

Es ist seit Jahren bekannt dass die hiesige Population keineswegs gefährdet ist, die Ausbreitung erstreckt sich über 9 Zeitzonen von Dänemark bis weit nach Russland und in die Mongolei. Trotz massiver Bejagung (20000 Stck allein in Russland und der Mongolei) ist der günstige Erhaltungszustand keinesfalls gefährdet.

Selbst Herr Backhaus hat bereits erkannt dass der Wolf aus der FFH-Richtlinie Anhang IV in den Anhang V überführt werden muss. Nur so einfach ist das nicht. Als Spanien diesen Antrag gestellt hat, hat Deutschland dagegen gestimmt. Was werden jetzt wohl die Spanier machen.
Andere Länder kümmern sich längst nicht mehr um FFH Richtlinien, sie haben auch das Washingtoner Artenschutzabkommen richtig interpretiert. Die Art Wolf soll geschützt werden. Also keine Vergiftungsaktionen, Fallenjagd o.ä. aber, wie in den Balkanländern, im Baltikum, in Frankreich und Italien längst praktiziert, mit Jagd-und Schonzeiten!

Herr Backhaus spricht auch von Regulierung, versteckt sich dann jedoch hinter Halbwahrheiten was zusätzliche Aufgaben und Regulierungen angeht. Wenn der Wolf ins Jagdrecht käme, wären unsere Jäger selbstverständlich in der Pflicht, wie bei jedem anderen Wild auch, sich um Fallwild zu kümmern, ebenso wie die Seuchenprävention und bekämpfung. Am Monitoring ist die Jägerschaft ja eh schon beteiligt. Jedoch Ausgleichszahlungen , Präventionsmaßnahmen, Besenderungen bleiben Sache des Bundes bzw. Landes. Schließlich ist der Wolf ja politisch gewollt!

Position des Jagdverbandes

Grundlagen bilden die Erkenntnisse internationaler Jagdwissenschaftler und Wildbiologen wie die Professoren Christoph und Michael Stubbe , Prof. V. Geist-Kanada, Kai Granlund-Finnland, H. Okarma-Polen, Bibikow-Russland und viele andere.

Deutschland ist eine dicht besiedelte, stark fragmentierte und eng bewirtschaftete Kulturlandschaft!

Eine regellose Ausbreitung, Wiederbesiedlung von Tierarten ist nicht vertretbar!
Wir, die Jäger das JV Parchim, fordern den LJV M-V auf, dem Land gegenüber eine klare Position zu beziehen.

1. Der Umgang mit dem Wolf muss politisch gesetzlich klar geregelt werden

2. Wenn der Wolf in seinem Bestand reguliert werden soll, dann durch die jeweiligen Revierinhaber und JAB

3. Einführung von Jagd-und Schonzeiten durch Land und Bund, z. B. 01.10.-31-01.

4. Festlegung von Schutzgebieten durch das Land

5. Unsere Politik muss sich an aktuellen Zahlen und Fakten orientieren und wissensbasiert handeln

Wenn dies erfolgt, so stehen die über 1100 Jäger des JV Parchim, der auch anerkannter Naturschutzverband ist, mit Ihrem Wissen und Können dem Land zur Verfügung, gesetzlich geregelte Bedingungen zum Wohle unserer Bevölkerung zu unterstützen und durchzusetzen!

Andreas Gehrke                                                                                          Dietmar Villwock
Vorsitzender JV Parchim                                                                            Wolfsbeauftragter des JV Parchim

 

5 Gedanken zu „Positionspapier zum Wolf des JV Parchim im Wortlaut

  1. Dietmar Birkhahn

    Die Volksverdummung geschieht hier leider auf Ebene des JV Parchim. Hier kann man sich das ganze noch mal ansehen:
    http://mediathek.daserste.de/Hart-aber-fair/Mensch-raus-Wolf-rein-wie-viel-Naturs/Video?bcastId=561146&documentId=40122466
    Ab Minute 33 beginnt das Thema Wolf. Es wäre nun mehr als eigenverantwortliches Handeln des JV Parchim seine Aussage richtig
    zu stellen. Mal sehen ob man hier “den Arsch in der Hose” dazu hat. Den Stärke und Verantwortung zeichnet sich auch dadurch
    aus das man Fehler zugeben kann oder nicht.

    Dietmar Birkhahn

    Antworten
    1. ahe

      Aber auch schön wie der NABU Chef u.a. die Millionen von Hundebesitzern zu quasi “Wolfsfreunden” deklariert und damit die Darseinsberechtigung dieser Art erklärt. Der Wolf hat also eine herausragende Bedeutung für uns Menschen weil er der Urvater unserer lieben Hunde ist. min. 41:45.
      Das ist typisch für ein Spendenverein der u.a. Massen an Hobby-Idealisten anzieht/anspricht die noch nie oder nur marginal gesellschaftsrelevante Werte durch ehrliche Arbeit geschaffen haben und Anderen permanent auf der Tasche liegen. Und der Bund hat nix besseres zu tun diesen auch noch Volksvermögen (NNE) zu schenken und damit deren Einfluss bzw. Spielraum zu vergrössern. Damit kann und wird es auch keine fachlich sinnvolle Auseinandersetzung zu solchen Themen geben können. Erst wenn es zu spät ist. Siehe Waschbär, Kormoran etc. wird gehandelt. Und das wiederum wieder auf Kosten anderer Teilnehmer und mit einer permanenten Abwehrhaltung. Da steht leider die Vernunft gegen ignorante Dummheit bzw. Stimmenpropaganda zwecks Geldeintreibung alleine da.

      Antworten
  2. R. Kieselmann

    @Dietmar Birkhahn: Könnten Sie in Textform klarstellen, was Sie konkret kritisieren statt auf einen “Mediathek-Beitrag” zu verweisen? Dies gilt umso mehr, als Sie mit “Volksverdummung” recht starke Worte präsentieren…

    Antworten
    1. Dietmar Birkhahn

      Ich habe das Wort “Volksverdummung” in diesem Zusammenhang nicht in den Ring geworfen, das ist die Wortwahl des JV Parchim. Nachzulesen oben im Beitrag.
      Meine Kritik bezieht sich auf diese Aussage, ebenfalls oben nachlesbar:

      Beispielhaft wie der NABU-Chef im Januar in der Sendung „Hart aber Fair“ mit Fehlinformationen die Volksverdummung vorantreibt. Hier ist die Rede von 46 Rudeln in Deutschland die jeweils aus 3!!! Tieren bestünden, Mutter, Vater, Kind.

      Diese Aussage wurde nicht vom NABU-Chef geäussert, dies können sie ebenfalls in dem Sendungsmitschnitt nachprüfen.

      Dietmar Birkhahn

      Antworten
  3. H.J.

    Stellt sich doch die Frage: Betreiben NABU, BUND und die Grünen nicht Volksverdummung wenn es um den Wolfs geht. Bei einigen kann man es ja verstehen, denn der Wolf bringt ja hohe Spendeneinkommen und dann kann man auch die Wahrheit verdrehen.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.