Polen will Wildschweinbestand “praktisch auf Null” reduzieren

Niedersachsen: Uelzen simuliert ASP-Ausbruch

In Polen soll der Wildschweinbestand praktisch auf Null reduziert werden, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) möglichst zu verhindern. Das berichtet rbb24. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, arbeiten Forstverwaltung und Jägerschaft intensiv zusammen, jeder Fall eines tot aufgefundenen Wildschweins werde überprüft. Im Nordosten Polens, an der Grenze zu Litauen und Weißrussland, wütet die ASP bereits seit Jahren, der Westen Polens ist bislang nicht betroffen. Ein polnischer Förster berichtet im rbb, dass er täglich Wildschweine dabei beobachte, wie sie über die Oder nach Deutschland schwimmen. Ein von dem Radiosender interviewter deutscher Jäger weist indes daraufhin, dass man auch auf deutscher Seite seit langem bestrebt sei, die Wildschweinbestände abzusenken. Trotzdem wachse der Bestand immer weiter an. Die hohe Reproduktionsrate des Schwarzwilds, milde Winter und die praktisch ganzjährig gesicherte Versorgung durch proteinreiches Futter konterkarieren die Bestrebungen der Jäger. Insofern bleibt abzuwarten, ob der polnische Plan einer drastischen Absenkung des Bestands funktioniert. red.

Beitragsbild: Erlegte Wildschweine (u.a.) auf der Strecke. Foto: SE

2 Gedanken zu „Polen will Wildschweinbestand “praktisch auf Null” reduzieren

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Offenbar ist der Irrglaube nicht auszurotten, ein ASP-Ausbruch in Deutschland sei durch Absenkung unserer Schwarzwildbestände zu verhindern. Der Eintrag der ASP bei uns wird über den Menschen erfolgen, nicht über infizierte Wildschweine. ASP-erkrankte Schweine schränken ihre Bewegungsaktivität stark ein und wandern nicht kilometerweit durch die Gegend. Durch direkten Kontakt von Sau zu Sau kommt die Seuche nur sehr langsam voran. Die rasche Ausbreitung ist menschlichen Aktivitäten geschuldet. Insofern käme der sog. Biosicherheit größte Bedeutung zu. Aber gerade da vermisse ich angemessene Aktivitäten. An Autobahnraststätten ein paar Warnschildchen aufzustellen, reicht nicht aus. Die unbarmherzige Bejagung des Schwarzwildes, die uns Jägern jetzt von allen Seiten anempfohlen wird, wird das Eintragungsrisiko nicht mindern, schiebt aber den Schwarzen Peter den Jägern zu. Wo bleibt die Solidarität der Bauern untereinander? Solange wir in Riesenmais-, Raps- und Getreideschläge Sauen monatelang nicht adäquat bejagen können, müssen sich die Bauern mal selbst an die Nase fassen und nicht immer mit dem Finger auf die Jäger zeigen!

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  2. Kr.-Itisch

    Naja, und nach der Meinung vieler (selbsternannten) Experten á la Wohlleben, Kieling, PETA, Nabu etc. Wäre eine allzu scharfe Bejagung ja auch kontraproduktiv, da diesmal angeblich die Reproduktionsrate ungemein fördert. Ironie aus!
    Der Jäger bleibt hier leider immer der Dumme. Entweder hat er zu viel oder zu wenig gejagt. Ihn als Prügelknaben herzunehmen ist einfacher, als die wahren Ursachen zu bekämpfen. Wahrscheinlich kennt keiner die Vektoren, bzw. deren Anteil an der Ausbreitung genau. Was mir hier immer noch fehlt; vielleicht kennt man sie auch nicht, weil nicht öffentlich gemacht; sind wissenschaftlich haltbare Untersuchungen und Ergebnisse von Veterinären, Virologen und Hygienikern.
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