Petition fordert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Heute ist eine bereits im September an den Bundestag gerichtete Petition zur Unterzeichnung / Mitzeichnung freigegeben worden. Darauf weist Mario Borchert hin, der als unabhängiger Direktkandidat bei der Bundestagswahl 2017 im Brandenburger Wahlkreis 56 (Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Havelland) antrat. Bis zum 31. Januar 2018 müssen 50.000 Bürger die Petition zeichnen, damit der Bundestag gezwungen ist, sich dazu zu äußern.

Inhalt der Petition und Antrag zur Beschlussfassung im Deutschen Bundestag:

1 Der Bundestag möge beschließen, dass die Tierart Wolf in das Bundesjagdgesetz (BJagdG) aufgenommen wird und gemäß § 2 Abs.1. BJagdG als jagdbare Wildart dem Jagdrecht unterliegt.

2 Der Bundestag möge beschließen, dass der zuständige Fachausschuss ein Gutachten zum günstigen Erhaltungszustand der Wildart Wolf beauftragt, welches die Wolfsbestände der Bundesländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern populationsübergreifend wildbiologisch beurteilt.

Die ausführliche fachliche Begründung ist Bestandteil der Petition, so Borchert.

In einer Rundmail aus Anlass der Petitionsfreigabe schreibt Borchert: “Bitte helfen Sie mit eine fachlich fundierte Grundlage zur Wolfsregulierung einzufordern! Helfen Sie mit, den politischen Handlungsnotstand zu durchbrechen und von Interessenverbänden verbreitete Halbwahrheiten zu entlarven. Generell gilt „Managementpläne“ basieren auf Bestandsaufnahme und Zielsetzung! In Bezug auf den Wolf ist nichts davon gegeben. Wolfsmanagement-Steuerverschwendungspläne gehören zum politischen Theater hilfloser Minister und eigennütziger Verbände. Vorsätzliche Steuerverschwendung, Mandatsuntreue und gezielte Fehlsubventionen sollten verfassungsrechtlich geprüft werden! red.

Beitragsbild: Petition zur Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht auf der Internetseite des Deutschen Bundestags (Screenshot).

 

11 Gedanken zu „Petition fordert Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

  1. Jürgen Hauschke

    “Wolfsregulierung” … tolles Wort. Was ist damit wirklich gemeint? Ich denke “Wildbretsicherung” für die “menschlichen Feiertage”!

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    1. Uwe Trepte

      Das sehe ich genauso, Herr Hauschke! Viele Jäger stellen sich in der Öffentlichkeit als “anerkannte Naturschützer” dar, wollen aber im Gegenzug eine streng geschützte Tierart töten um ihre Wildbreteinnahmen zu sichern. Ein Antagonismus, der schon pervers klingt. Die Sorge und Nöte mancher Landwirte, die es zu verstehen gilt. machen sich diese Jäger zu nutze, um ihren Egoismus auszuleben!

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      1. admin Beitragsautor

        Der sog. Öko-Jäger Seit’ an Seit’ mit dem Jagdgegner, Hauptsache, es geht gegen die “normalen” Jäger (also jene, die nicht ausschließlich die ökonomischen Interessen der Waldbesitzer vertreten): Das ist kurzsichtig, denn am Ende geht es gegen die Jagd als Ganzes, und davon werden auch die Öko-Jäger betroffen sein. Förster braucht dann übrigens auch keiner mehr, wenn immer mehr Wald aus der Nutzung genommen und in Öko-Schutzgebiete und Freiland-Streichelzoos mit totaler Jagdruhe verwandelt werden.

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      2. Jens Schnell

        Ach ja die Wildbreteinnahmen, wenn ich die nicht hätte, wie sollte ich bloß den weiteren Anbau an meinem persönlichen Carinhall finanzieren? Leider gibt es in meiner Welt, im Gegensatz zu eurer, keine knospenbeisende Glücksbärchis zum erlegen, sonst wäre das viel einfacher zu bewerkstelligen.
        Sachliche Diskussion mit jemandem, der ganz offensichtlich die Jagd hasst?

        “. Leider haben Sie den Umgang mit dem Wald in keiner Weise verstanden, denn bei angepassten Wildbeständen bräuchte tatsächlich keiner mehr jagen. Dann wäre der größte Naturschutzauftrag der Jagd erfüllt. Und das wäre der Idealzustand, von dem wir leider meilenweit entfernt sind. ”

        Da kann ich auch meine Grillfotos im Peta Forum einstellen.

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        1. Ralf

          …Man müsste nur noch die Menschen wegdenken, ohne deren Verlassen der Erde der weitere Gedankengang hinweggedacht wäre…
          In einem solchen Fall bräuchten wir uns auch über Nachhaltigkeit in Gänze nicht weiter zu unterhalten. Fakt ist jedoch, dass es Menschen gibt, die zunächst nur vorhanden sind, die die Erde und deren Ressourcen, die weiter für uns Menschen wesentlich sind, nutzen wollen.
          Zu den Ressourcen zähle ich auch Wildtiere, die wir essen wollen (unabhängig vom Angebot der Supermärkte) und die es aufgrund der Diversität auch für die Wildtiere selbst zu erhalten gilt. Und Wildtiere, die es zu dezimieren gilt, obwohl wir sie nicht essen wollen (oder können- hat mal jemand einen Raben gegessen?)- obgleich deren Bestandesdezimierung wesentlich für den Erhalt der anderen (essbaren) Wildiere ist!
          Essbar oder nicht essabr- es geht um die Arterhaltung der unterschiedlichen Wildtierarten. Dazu zählt auch der Abschuss von wildernden Katzen (und Hunden), sowie die Fallenjagd in Deutschland. Positiver Nebeneffekt durch den Abschuss der Katzen ist der Singvogelschutz.

          Und um den Jagdgegnern den Wind aus den Flügeln zu nehmen: Jäger schießen nicht das letzte Rebhuhn. Sie gehen verantwortungsvoll mit den Ressourcen um und bewerten die Bestände genau.

          Und um auf das Tier dieses Artikels zurückzukommen:
          es wird sich ziemlich wahrscheinlich zutragen, dass eine geschützte WILDart- der Wolf- eine andere Wildart für immer ausrotten wird: das Muffelwild. In der Göhrde besteht (oder bestand) das größte übriggebliebene Vorkommen an Muffelwild in Europa. Diese Wildart wird demnächst der Geschichte angehören, weil Naturschutzverbände, die durch den Wolf Spenden sammeln können, und deren Ziel es nach meiner Einschätzung zu sein scheint, die Jagd abzuschaffen, den Wolf am liebsten auf der Senfte durch die Orte tragen würden- um an noch mehr Spenden zu kommen.
          Ich kann nicht so viel essen, wie ich…

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  2. Jürgen

    Auf keinen Fall
    Kommt der Wolf ins Jagdrecht darf man ihn noch lange nicht schießen. Das Jagdrecht hebelt die anderen Gesetze nicht aus. Dafür wird man für jeden Wolfsriß verantwortlich gemacht. Hier wird nicht anderes als ein Zahlmeister gesucht, für irgendwelche absurden Studien die Jagdabgabe und für die toten Weidetiere Wildschaden.

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  3. Uwe Trepte

    Schade, Herr Elison! Ich hatte gehofft, dass ich hier eine sachliche Diskussion erlebe. Weit gefehlt!!! Hinter Ihren teilweise sehr informativen Beiträgen verbirgt sich vermutlich Ihr persönliches dogmatisches, ideologisches Gedankengut eines ewiggestrigen Traditionalisten. Leider haben Sie den Umgang mit dem Wald in keiner Weise verstanden, denn bei angepassten Wildbeständen bräuchte tatsächlich keiner mehr jagen. Dann wäre der größte Naturschutzauftrag der Jagd erfüllt. Und das wäre der Idealzustand, von dem wir leider meilenweit entfernt sind. Bitte versuchen Sie keine Keile in die aktive Jägerschaft zu treiben!!

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    1. admin Beitragsautor

      Herr Trepte, abgesehen davon, dass diese Plattform hier m.E. nicht den angemessenen Rahmen für eine persönliche Auseinandersetzung zwischen Reviernachbarn darstellt, bezweifle ich nach Ihren vorangegangenen Einlassungen, dass sie eine sachliche Diskussion anstreben – bzw. zu einer solchen in der Lage sind. Dass Sie mich als “ewiggestrigen Traditionalisten” usw. bezeichnen – ein Schicksal, das ich vermutlich mit allen teile, die nicht Ihrer Meinung sind – nehme ich mit großer Gelassenheit zur Kenntnis. Da mir die Traditionalisten ihrerseits in schöner Regelmäßigkeit Brüche der und Verstöße gegen die geheiligte Tradition vorwerfen, scheine ich mich mit meinen Ansichten in der pragmatischen, rationalen Argumenten zugänglichen, von Ideologie und Dogmatismus gleichermaßen weit entfernten goldenen Mitte zu bewegen, was so falsch nicht sein kann.
      Dass das Schlagwort “angepasste Wildbestände” einen Zustand beschreibt, bei dem sich das Jagen erübrigt, weil alle bösen Forstschädlinge und Knospenfresser totgeschossen, aufgefressen, vertrieben und ausgerottet sind, habe ich mir schon gedacht bzw. befürchtet, vielen Dank für die Bestätigung dieser Mutmaßung aus so berufenem Munde! Mit Naturschutz – und übrigens auch geltenden Wald- und Naturschutzgesetzen – hat das freilich wenig zu tun…
      Ich glaube, dass es für den von Ihnen angestrebten “Idealzustand” wildfreier Baumplantagen keine demokratische Mehrheit gäbe, wenn man den Leuten ohne das ganze verlogene Öko-Geschwurbel mal erklärte, worum es dabei wirklich geht – ebenso wenig übrigens, wie für das Heranhegen überhöhter Trophäenträgerbestände – womit wir bei Wald UND Wild und somit wieder in der goldenen Mitte wären. Für Förster im Staatsdienst, die ja nicht ihre eigenen Wälder bewirtschaften, sollte der Mehrheitswille eher Richtschnur des Handelns sein, als ihre Privatideologie, finden Sie nicht auch?
      Vielleicht ist das aber gar nicht das Problem, denn bekanntlich müffelt der Fisch vom Kopfe her, und Sie setzen ja auch nur um, was Ihre Potsdamer Vorgesetzten Ihnen auftragen. Und da frage ich mich manchmal, wenn ich so sehe, mit welchem – im Wortsinn – Feuereifer manche Leute die schalenwildfeindliche Modeideologie so getreulich umsetzen, ob die nicht mit genau der gleichen Inbrunst ans Werk gehen würden, wenn die Vorgaben ganz anders lauteten: Möglichst viele reife Hirsche für den Herrn Staatsratsvorsitzenden / Ministerpräsidenten / Generalfeldmarschall heranzüchten, zum Beispiel. Diese Freude am Gehorsam liegt manchen Leuten halt einfach im Blut, nicht wahr?
      Könnte es sein, dass der ÖJV mit seinem Extremismus, seiner Ideologie-genährten Überheblichkeit und seiner Lust an der Provokation den “Keil in der aktiven Jägerschaft” darstellt?
      Ich schlage vor, dass wir die öffentliche Beharkung an dieser Stelle einstellen. Wenn Sie (noch) wollen, lade ich Sie gerne zum nächsten Jägerstammtisch ein, da können wir das fortsetzen. SE

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