Peta zeigt Bauernfunktionär an

Die Tierrechtsorganisation Peta hat Medienberichten zufolge Anzeige gegen den Geschäftsführer des Brandenburger Bauernbunds, Reinhard Jung, erstattet, weil dieser in einem Interview mit der Tageszeitung taz den Abschuss von Wölfen gefordert hatte. Dies berichtet die taz in einem Interview mit dem Leiter der Rechtsabteilung von Peta Deutschland, Edmund Haferbeck.

Die Äußerungen Jungs seien nach Haferbecks Ansicht eine “physische Aufforderung zum Schießen.” Es habe mehrere Fälle gegeben, wo Jäger Wölfe einfach erschossen hätten, “weil diese Leute eben auch so ticken”, behauptet Haferbeck in dem Interview. Es sei ihnen “völlig egal, ob etwas gesetzlich verboten ist.” Sie würden diese Tiere erschießen und sich nachher herausreden.

Auf die interessante Frage der taz, “ob es nicht intolerant sei, den Gegner in einer politischen Debatte mit einer Strafanzeige zum Schweigen zu bringen”, antwortet Haferbeck, die “Intoleranz sei ganz auf der Gegenseite.” Schließlich spricht Interviewer Jost Maurin noch die Morddrohungen gegen Bauernbund-Geschäftsführer Jung an und fragt, warum Peta nicht auch dagegen Anzeige erstatte. Das solle der Betroffene selber machen, antwortet Haferbeck und meint, er könne es nicht mehr hören: “Leute, die Tiere nutzen und ausbeuten, und auch die Jäger, die Tiere erschießen, jammern ständig herum, dass sie wegen solcher Dinge beleidigt werden, Mordaufrufe bekommen und so weiter. Peta Deutschland bekomme “jeden Tag mindestens 100 solcher Sachen”: Man jammere da aber “nicht die Öffentlichkeit voll.” “Aber die Gegenseite, die sich wirklich vorwerfen lassen muss, zu morden, nämlich Tiere zu morden,” die jammere ständig rum.

Erst kürzlich hatte der Verein “Für Jagd in Deutschland” (FJD Anzeige gegen Peta wegen „Volksverhetzung, Vortäuschen einer Straftat, Jagdwilderei und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“ erstellt (wir berichteten). Der FJD sah in der Berichterstattung im Umfeld einer angeblichen “Fuchsrettung” eine “Hetzkampagne”: „Eine der beliebtesten Geschäftspraktiken der Tierrechtsorganisation PETA e.V. ist die öffentlichkeitswirksame Denunzierung von vermeintlichen Tierquälereien und die hemmungslose Ausnutzung aller Möglichkeiten, deutsche Staatsanwaltschaften durch irrwitzige Anzeigen auf Trab zu halten. Wir haben den Spieß jetzt einmal umgedreht und PETA ins Visier deutscher Ermittlungsbehörden gebracht“, heißt es dazu auf der Internetseite des FJD. SE

Beitragsbild: Bildschirmfoto der Internetseite der taz mit dem zitierten Interview. Copyright: taz

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