Coronakrise trifft Projekt Fellwechsel hart

Das Start-up-Unternehmen hat Kurzarbeit angemeldet, die Produktion ruht. Aufträge zur Balgbearbeitung werden ab September ausgeliefert. Unterstützung aus der Jägerschaft ist weiterhin nötig.

Die Fellwechsel GmbH hat aufgrund der Coronakrise, die zu einem Zusammenbruch des Pelzmarktes geführt hat, den Streifbetrieb bis auf Weiteres eingestellt und tiefgefrorene Ware zwischengelagert. Das teilt das Unternehmen mit. In einer Presseerklärung der Fellwechsel GmbH heißt es dazu weiter: “Wie sich der Produktionsstopp auf die Sammelsaison 2020/21 auswirkt, ist noch nicht absehbar. “Um Kosten einzusparen, haben wir schweren Herzens zunächst die Produktion ausgesetzt. Wir sind auf Kurzarbeit gegangen und haben die Coronahilfen selbstverständlich voll ausgeschöpft”, sagte Fellwechsel-Geschäftsführer Andreas Leppman und ergänzte: “Die Lage ist ernst, aber wir arbeiten an einer Lösung.” Es gebe derzeit Gespräche mit einem Kooperationspartner, Details könnten noch nicht genannt werden.

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Baden-Württemberg: Änderung Naturschutzgesetz – LJV sieht Chancen und Risiken

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. begrüßt die vom Landtag beschlossenen Änderungen des Naturschutzgesetzes und des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes grundsätzlich. Für die Belange des Wildes bietet das Gesetz Chancen und Risiken zugleich:

Landesweiter Biotopverbund: Hirschkäfer und Hirsch könnten profitieren

Über den nun gesetzlich vorgegebenen Aufbau eines landesweiten Biotopverbundes auf 15 Prozent der Landesfläche könnten sich Hirschkäfer und Hirsch nur freuen, wenn dafür weitere Vorbedingungen geschaffen werden. Hirschkäfer benötigen alte Eichen und Totholz, deren Vernetzung vielen Gebieten über Waldnaturschutzprogramme parallel noch mehr gefördert werden muss, während Rotwild freie Wanderschaft durch den Biotopverbund braucht. Derzeit ist es so, dass außerhalb von fünf festgelegten „Rotwildgebieten“ nahezu alles Rotwild im Land erlegt werden muss. Damit gibt es nur fünf weit voneinander isolierte Rotwildpopulationen auf nur 4% der Landesfläche. „Dies ist kein angemessener Umgang mit unserem Wappentier“, so der Wildbiologe Klaus Lachenmaier vom Landesjagdverband. „Das Abschussgebot muss weg, wenn der Biotopverbund inklusive dem Generalwildwegeplan für das Rotwild überhaupt Sinn machen soll. Wir informieren in unserer Kampagne Platz Hirsch! über die Bedürfnisse unseres größten heimischen Wildtiers. Das Land sollte den Empfehlungen des Wildtierberichts und dem Geist des Biodiversitätsgesetzes in diesem Punkt folgen und nachbessern.“

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Brandenburg: FREIE BAUERN fordern Abschuss von Wölfen, um die naturnahe Weidewirtschaft zu erhalten

Die FREIEN BAUERN Brandenburg (Bauernbund Brandenburg) haben auf die steigende Zahl der durch Wölfe getöteten Schafe und Kälber hingewiesen. „Allein im ersten Halbjahr 2020 hatten wir fast genauso viele gemeldete Nutztierrisse wie im ganzen Jahr 2019“, informiert Landessprecher Marco Hintze: „Hinter jedem dieser 332 Tiere steckt ein qualvoller Tod und persönliche Betroffenheit der Schäfer und Bauern, die alles dafür tun, dass ihre Tiere ein gutes Leben auf der Weide haben.“ Die Landesregierung müsse endlich die Konsequenzen ziehen und durch einen rigorosen Abschuss von Wölfen die Voraussetzungen für den Fortbestand der naturnahen artgerechten Weidewirtschaft schaffen, fordert der 48jährige Mutterkuhhalter aus Krielow im Havelland.

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Österreich: Fuchs beisst Hotelgäste

Am 20.07., 01.30 Uhr, schlich sich ein Fuchs über den Balkon durch die offenstehende Balkontüre in ein Hotelzimmer in Hermagor im österreichischen Bundesland Kärnten. Dort biss er einem schlafenden 51-jährigen Hotelgast aus Niederösterreich zwei Mal in den linken Fuß und verletzte ihn dadurch leicht. Der Mann erwachte durch die Bisse und konnte den Fuchs eindeutig wahrnehmen und aus dem Zimmer jagen. Der Fuchs lief daraufhin auf den benachbarten Balkon und in ein weiteres Zimmer, in dem ein 10-jähriger Bub aus der Steiermark schlief. Der Fuchs biss dem Buben in den Ellenbogen und den rechten Fuß.
Der Bub rief um Hilfe, woraufhin sein Vater, der im Nebenzimmer schlief den Fuchs vertrieb.
Der Bub erlitt Verletzungen unbestimmten Grades und wurde in einer ärztlichen Ordination im Ort medizinisch versorgt. PM

Beitragsbild: Flüchtiger Fuchs. Foto: SE

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel zum Interview mit Staatssekretär Uwe Feiler (CDU)

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel zum Interview mit Staatssekretär Uwe Feiler (CDU), erschienen in WuH 14/2020: “Die Maxime lautet „Wald und Wild“:

“Dann ist die Novellierung des Bundesjagdgesetzes ja auf gutem Weg, könnte man denken, wenn man die Überschrift eines Interviews liest, das der Staatssekretär aus dem Hause der Bundeslandwirtschaftsministerin dem Chefredakteur eines bekannten deutschen Jagdmagazins gab. Schnell merkt man aber, die von verschiedenen Seiten geäußerten Befürchtungen sind sowohl aus formalen als auch aus inhaltlichen Gründen wohl nur allzu berechtigt.
Im Koalitionsvertrag von Union und SPD geht es um Bleiminimierung, Schießübungsnachweis und ein einheitliches Ausbildungs- und Prüfungswesen von Jäger- und Falknerprüfung. Nach dem Waldgipfel des letzten Jahres sei eben das Thema Wald und Wild noch hinzugekommen. Jetzt muss also flugs noch im Jagdgesetz der Waldumbau geregelt werden. Gehört das nicht in ein Waldgesetz? Und warum hat man den Teilnehmern des Waldgipfels vorgegaukelt, es gehe hier lediglich um den Wald und nicht um die Jagdgesetznovelle? Ist das denn in Ordnung, wenn ein Ministerium im Alleingang entscheidet, was vom Bund über den Koalitionsvertrag hinaus als regelungsnotwendig angesehen wird? Dieses Vorgehen hätte man eigentlich eher von Landesdiener*innen der Chlorophyll-Partei erwartet.

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DJV/CIC: “Britische Prominente missachten Menschenrechte”

Vertreter afrikanischer Dörfer und Kommunen werfen Prominenten in Großbritannien vor, ihre Menschenrechte zu verletzen. In einem offenen Brief warnen sie vor den Auswirkungen einer britischen Anti-Jagdkampagne auf den Wildtierschutz und die Lebenssituation der Landbevölkerung Afrikas. CIC und DJV teilen die Sorge um eine neue Form des Kolonialismus, die auch bei deutschen Tierrechtsorganisationen weit verbreitet ist.

Britische Berühmtheiten wie der Pop-Sänger Ed Sheeran, TV-Komiker Ricky Gervais oder die James-Bond “M”-Darstellerin Judi Dench nutzen aktuell ihren VIP-Status zur Unterstützung einer Kampagne gegen die Jagd weltweit. Über 50 Repräsentanten aus sieben südafrikanischen Ländern fordern die Prominenten in einem offenen Brief nun direkt auf “ihre Popularität nicht mehr dazu einzusetzen, die Rechte unserer armen Bevölkerung mit Füßen zu treten und dadurch den Wildtierschutz im südlichen Afrika aufs Spiel zu setzen”. Der Internationale Jagdrat (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) warnen vor ähnlichen, neokolonialistischen Kampagnen und Petitionen deutscher Tierrechtsorganisationen, durch die erfolgreiche Artenschutzmodelle und Einkommen in strukturschwachen Regionen der Welt gefährdet werden.

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LJV Hessen fordert: Wolfsmanagement muss aktueller Situation angepasst werden

Nachdem am 10. Februar 2020 für die Region rund um Ulrichstein im Vogelsbergkreis und am 13. März 2020 für das Gebiet rund um das „Stölzinger Gebirge“ in Nordhessen jeweils eine Wölfin als standorttreu bestätigt werden konnte, fordert der Landesjagdverband von Umweltministerin Priska Hinz eine kritische Überprüfung und Anpassung des hessischen Wolfsmanagements.

Das im Dezember 2019 geänderte Bundesnaturschutzgesetz sieht vor, dass Wölfe entnommen werden können, wenn sie wiederholt den empfohlenen Schutz überwinden und dabei ernste wirtschaftliche Schäden anrichten, so der LJV Hessen in einer Pressemitteilung. Darin heißt es weiter: “Die Stölzinger Wölfin hat bereits fünf Mal einen ordnungsgemäßen Herdenschutz überwunden und mehrere Weidetiere, u. a. Schafe, Ziegen, Lämmer sowie ein Kuhkalb getötet.

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Wildkatze verteidigt ihre Jungen gegen einen Wolf

Sensationelle Aufnahmen einer Wildkamera der Deutschen Wildtier Stiftung dokumentieren das zum ersten Mal

Aufs Äußerste erregt peitscht die Wildkatze mit ihrem aufgeplusterten Schwanz hin und her. Das Fell ist aufgestellt, die Ohren sind nach vorne gerichtet. Immer wieder macht sie drohend einen Buckel und faucht, während sie in der Nacht auf einem Baumstamm angespannt hin und her läuft. Sie hat Nachwuchs und im Hintergrund lauert ein überlegener Gegner: Es ist ein Wolf. Man sieht nur seine Augen.

„Die Aufnahmen unserer Wildkamera sind eine kleine Sensation“, sagt Malte Götz, Wildkatzenexperte der Deutschen Wildtier Stiftung. „Die Bereitschaft einer Wildkatze sich für ihre Jungen sogar dem Wolf zu stellen, wurden zum ersten Mal dokumentiert.“ Unter dem Link https://youtu.be/3XGaynO60MQ können Sie verfolgen, wie das mutige Tier aufs Äußerste angespannt und kampfbereit ist.

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BMEL und BMU einigen sich in der Frage zur Bleimunition

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesumweltministerium (BMU) haben sich im zur Debatte stehenden pauschalen Verbot von bleihaltiger Schrotmunition in und über Feuchtgebieten geeinigt. Die Übergangsfrist soll nun drei Jahre betragen. Diese Zeit gilt es nun zur Entwicklung alternativer Schrotmunition im Sinne der Vermeidung von Tierleid zu nutzen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des BMEL.

Dazu erklärt die Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Beate Kasch: „Ziel des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist es, den Bleieintrag in die Umwelt zu verhindern. Umweltauswirkungen von Blei sollen minimiert werden. Das derzeit aber zur Debatte stehende pauschale Verbot von bleihaltiger Schrotmunition in und über Feuchtgebieten wirft aktuell gravierende Fragen, wie zum Beispiel eine Tierschutzproblematik, auf. Es kann nicht akzeptiert werden, wenn ein Tier länger leidet, weil die Tötungswirkung der Munition nicht unmittelbar zum Tod führt und stattdessen das Tier qualvoll verendet. Solchen Bedenken muss nachgegangen werden. Ziel muss es sein, den Ausstieg aus dem Material Blei mit dem Anliegen des Tierschutzes bei der Bejagung von Wild zu verbinden.“ PM

Beitragsbild: Schrotmunition. Foto: SE

Niedersachsen: Jagdstrecken bei Schwarzwild und Nutria auf Rekord-Niveau

In Niedersachsen wurde die höchste Schwarzwildstrecke seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen festgestellt: Mit 70.481 Wildschweinen im Jagdjahr 2019/2020 liegt die Jagdstrecke 26 Prozent über der des Vorjahres – ein neuer Höchstwert, gleiches gilt für die Erlegung von 40.369 Nutrias bzw. 28 Prozent über dem Vorjahr. Das teilte das Niedersächsische Agrarministerium mit.

Bei der Absenkung der Schwarzwildpopulation spielt die drohende Afrikanische Schweinepest (ASP) eine große Rolle. „Ich danke den Jägerinnen und Jägern für ihren ehrenamtlichen Einsatz, um dadurch vorzusorgen und eine mögliche Infektionskette zu unterbrechen“, sagte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast.

Die Intensivierung der Bejagung wird in Niedersachsen auf zwei Wegen unterstützt: zum einen erhalten Hundeführer, die Ihren Jagdhund bei revierübergreifenden Jagden einsetzen, eine finanzielle Anerkennung von 25 Euro je Hund und Jagdtag. Zum anderen wird Revierinhaberinnen und Inhabern eine Prämie in Höhe von 50 Euro für jedes „Mehr“-Schwein gewährt, das über der durchschnittlichen Strecke dreier Vorjahre hinaus erlegt wird.

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