Von wegen klimastabil: Massensterben bei Buchen

Brandenburg: Waldsterben auf 2500 Hektar durch Nabu-Klage?

Mehr als 400.000 Festmeter Buche werden in Folge der Hitze und Trockenheit in diesem und dem vorigen Sommer allein in Thüringen absterben, befürchten Forstleute des landeseigenen Forstbetriebs Thüringenforst. Es sei davon auszugehen, dass es zum Absterben alter Buchen auf großer Fläche kommt, orakelt Thüringenforst-Vorstand Volker Gebhardt in der otz. Betroffen seien “hauptsächlich die rund 120 Jahre alten Bäume, die noch gut 80 bis 100 Lebensjahre vor sich hätten”, heißt es weiter. Andernorts sieht die Lage nicht besser aus: Auch im Ruhrgebiet und Ostwestfalen sterben die Buchen, ebenso in Niedersachsen, sogar  Birken sollen mancherorts “großflächig absterben“.

Dabei wird von waldbaulichen Experten u.a. gerade die Buche als Zukunftsbaum eingeschätzt: Für Bayern wird eine hundertprozentige Übereinstimmung mit der zukünftigen Klimahülle prognostiziert, die Autoren der vom Bundesumweltministerium beauftragten Studie “Waldbau und Baumartenwahl  in Zeiten des Klimawandels  aus Sicht des Naturschutzes” stellen fest, dass “Buche und Eichen als die „Gewinner“ des Klimawandels eingeschätzt” werden (S. 31). Mit einer Zunahme der Buche rechnen demnach “vor allem die Naturschutzexperten (n = 11)”.

Weiterlesen

Sachsen-Anhalt: Tödlicher Jagdunfall bei Ballenstedt – 21-jährige unter Verdacht

+++ Wissenschaft: Polarfuchs wandert 3500 Kilometer in 76 Tagen +++

Im Fall des im November 2017 auf einer Drückjagd getöteten 81-jährigen Jägers (JAWINA berichtete), steht eine Jägerin unter Verdacht, die zum Tatzeitpunkt erst 20 Jahre alt war. Die Staatsanwaltschaft Quedlinburg hat Anklage gegen die mittlerweile 21 Jahre alte Frau erhoben, berichtet die Volksstimme. Nach dem Tod des Jägers waren zunächst die Jagdwaffen aller 60 Jagdteilnehmer sichergestellt worden, um Aufschlüsse darüber zu gewinnen, aus welcher der tödliche Schuss abgegeben worden war (JAWINA berichtete). Da das Projektil, das den Mann getroffen hatte, nicht gefunden wurde, erbrachte dies jedoch kein Ergebnis. Dem Bericht der Volksstimme zufolge ermöglichte hingegen das “sehr aufwendige ballistische Gutachten des Landeskriminalamtes”, sehr genau die Richtung zu ermitteln, aus der das Projektil abgeschossen wurde. Da bekannt war, auf welchen Ständen die Jagdgäste während der Jagd angestellt waren, fiel der Verdacht auf die 21-jährige. Diese soll der Anklage zufolge während der Jagd einen Hirsch beschossen haben, der sich auf einem Kamm im Wald befand.

Weiterlesen

Schleswig-Holstein: Monitoring auf Usutu- und West-Nil-Virus bei Wildvögeln gestartet

In Deutschland sind in 2018 vermehrt Vögel aufgrund einer Infektion mit dem Usutu-Virus verendet, davon war auch Schleswig-Holstein betroffen. Im August 2018 wurde zudem erstmals in Deutschland das mit dem Usutu-Virus eng verwandte West-Nil-Virus bei einem verendeten Vogel festgestellt. Ein landesweites Monitoringprogramm soll nun Erkenntnisse über die Verbreitung beider Viren im Land liefern.

Die Staatssekretärin für Umwelt- und Naturschutz Dorit Kuhnt sagt dazu: „Das Monitoring wird helfen mehr Erkenntnisse über die Verbreitung der Viren im Land zu gewinnen. Bürgerinnen und Bürger können hierbei helfen, indem sie verendete Vögel bestimmter Arten beim zuständigen Veterinäramt abgegeben.“

Weiterlesen

Kosovo: Wolf soll Kind angegriffen und schwer verletzt haben

In Dimcë, einem Dorf in der Gemeinde Han i Elezit im Süden des Kosovo, soll ein Wolf ein Kind angegriffen haben. Das berichtet der Fernsehsender alsat-m.tv auf seiner Internetseite. Zeugen zufolge hat sich der Wolfsangriff am Nachmittag des 25.06.2019 ereignet. Der Wolf hat demnach eine Gruppe von Kindern auf einem Bergpfad in unmittelbarer Nähe des Dorfes (“fast noch im Dorf”) attackiert. Als der auf alsat-m zitierte Zeuge das Schreien der Kinder hörte, eilte er herbei. Es gelang ihm, den Wolf zu vertreiben, der einen Fünfjährigen schon einige Meter fortgeschleift hatte. Das Kind erlitt bei dem Angriff schwere Verletzungen, befindet sich aber nicht in Lebensgefahr. Es wird in einem Krankenhaus in Pristina behandelt. Vertreter der Gemeinde und der kosovarischen Polizei haben sich vor Ort informiert, Bilder davon sind auf der verlinkten Internetseite von alsat-m zu sehen. red.

Beitragsbild: Headline des Berichts auf alsat-m.tv (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Brandenburg: Klärendes Gespräch zwischen LJV-Präsident Wellershoff und JV Brandenburg

+++ Schleswig-Holstein: Erstes Wolfsrudel bei Lauenburg? +++

Der JV Brandenburg/Havel hat eine Pressemeldung mit dem Titel: “Unzufriedenheit der Mitgliederbasis mit Präsidenten des Landesjagdverbandes” herausgegeben, in der die Ergebnisse eines klärenden Gesprächs zwischen Wellershoff und dem JV Brandenburg/Havel (JV Bb/H) aus Sicht des JV Bb/H dargestellt werden. Anlass für das Gespräch war ein Brief, in dem der Vorstand des JV Bb/H dem LJV-Präsidenten das Misstrauen aussprach (JAWINA berichtete). Die Pressemitteilung des JV Bb/H. geben wir im Folgenden im Wortlaut unkommentiert wieder:

“Aufgrund des schriftlichen Misstrauensvotums vom 11.06.2019 seitens des Vorstandes des Jagdverbandes Brandenburg/Havel e.V. (JV BRB) gegenüber dem Präsidenten des Landesjagdverbandes Brandenburg e.V. (LJVB), Dirk-Henner Wellershoff, bat dieser zu einem Gespräch. Dieses Gespräch fand am 26.06.2019 beim Vorstand des JV BRB in Reckahn statt.

Weiterlesen

Große Koalition will Waldumbau vorantreiben

CDU/CSU und SPD haben im Bundestag einen Antrag mit dem Titel “Unser Wald braucht Hilfe – Waldumbau vorantreiben” (19/11093) vorgelegt. Unter anderem soll geprüft werden, ob die Mittel für die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe zur Förderung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) erhöht werden können, um die Folgen von Extremwetterereignissen für den Wald zu bewältigen. In der EU solle sich die Regierung dafür einsetzen, dass die Rahmenregelung für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse im Beihilferecht auch für Krisenfälle neu geregelt wird. Über den Waldklimafonds und die Einbeziehung weiterer klimarelevanter Titel aus allen Einzelplänen des Bundeshaushalts sei der Waldumbau mit dem Ziel zu forcieren, den Wald und seine Ökosystemfunktionen gegenüber dem Klimawandel widerstandsfähiger zu machen und mit klimatoleranten Baumarten gesunde Mischwälder zu schaffen.

In dem Antrag heißt es u.a.: “Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel […] forstwissenschaftliche Forschung und Lehre mit dem Ziel auszubauen, Risikominimierung und –management unter Beachtung der ökologischen Waldfunktionen zu optimieren. Dabei sind unter anderem folgende Schwerpunkte zu setzen: […] f) vegetationsangepasste Schalenwildpopulationen.

Damit sollte klar sein, wohin die Reise gehen soll. SE Quelle: hib

Beitragsbild: Waldumbau. Foto: SE

Polen: ASP breitet sich weiter aus

+++ Österreich: Jäger retten Katzen +++ Niedersachsen: Genehmigung zur Tötung des Wolfsrüden GW717m nochmals erneuert +++

In Polen sind in der zweiten Juniwoche 24 neue Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) mit 28 befallenen Wildschweinen registriert worden. Besonders beunruhigend: Auch in zwei bisher nicht von der Tierseuche betroffenen Landkreisen wurden ASP-Fälle festgestellt. Während der Landkreis Zamość an einen Bezrik angrenzt, in dem die ASP grassiert, bedeutet der Ausbruch im Landkreis Węgrowski, dass die Seuche sich wieder einmal sprunghaft ausgebreitet hat: Das nächste Infektionsgebiet ist rund 50 Kilometer entfernt, wie das Internetportal fleischwirtschaft.de berichtet. red.

Beitragsbild (Gesundes) Wildschwein. Foto: SE

Der Wolf in Europa – Utopie und Wirklichkeit

Ein Beitrag von Dietmar Villwock

Vom 25.4 bis 27.4.2019 hatten die Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung e.V. (GWJF), die Fakultät für Forstwissenschaften der Universität Zagreb (Kroatien) und die Landesjagdverbände Sachsen-Anhalt, Sachsen sowie Bayern nach Halberstadt zum Thema „Der Wolf in Europa – Utopie und Wirklichkeit“ eingeladen.

Die Wissenschaft und der gesellschaftliche Konsens zwischen Pro und Kontra spiegelten sich in 35 Vorträgen wieder. Ziel war es auch, von den Ländern, die schon immer mit Wölfen leben, zu lernen wie mit dem Großraubtier umgegangen wird. Wie wird der Wolf von der Bevölkerung betrachtet, wie ist das Zusammenspiel zwischen Gesetzgebung, Wissenschaft, Landwirtschaft, Jagd und Naturschutz.

Aus 12 Ländern (Kanada, Finnland, Estland, Schweden, Slowakei, Tschechien, Österreich, Lettland, Kroatien, Frankreich, Schweiz, Deutschland) gab es wissenschaftliche Untersuchungen und Erfahrungsberichte zum Thema „Wolf“. Alle Berichte gibt es zusammengefasst im Dezember im Band 44 der GWJF.

Prof. Dr. M. Stubbe: “Die Wiederkehr des Wolfes ist zu begrüßen und politisch gewollt. Die Politik ist jedoch weit davon entfernt, Zukunftsvisionen zur Beherrschung des Wolfbestandes zu verkünden bzw. fachwissenschaftliche Vorschläge hierzu umzusetzen. Die Weidewirtschaft ist durch den Wolf hochgradig gefährdet. Noch immer kursieren pseudowissenschaftliche Fehlinformationen und utopische Vorstellungen, u.a. zum „günstigen Erhaltungszustand“.

Weiterlesen

Jäger beleidigt – Präsident von Tierschutzpartei verurteilt

Der Präsident der Europäischen Tierschutzpartei Enrico Rizzi ist wegen Beleidigung eines Jägers zu einer Strafe von 5000 Euro und Schadensersatz in Höhe von 34.000 Euro verurteilt worden. Das Kassationsgericht in Rom hat die Beschwerde Rizzis gegen das Urteil in zweiter Instanz abgewiesen. Das Urteil ist damit rechtskräftig. Rizzi hatte im November wenige Minuten nach dem Tod des Regionalratspräsidenten von Trentino-Südtirol, Diego Moltrer, übelste Beleidigungen in einer Radiosendung und auf Facebook verbreitet und damit eine Welle wüster Beschimpfungen des Verstorbenen losgetreten. Moltrer war auf einem Jagdausflug an einem Herzinfarkt verstorben. Unter anderem waren Worte wie Attentäter, Mörder, Schuft, feige und berüchtigt gefallen. Rizzis Verteidiger erklärten, es habe sich um “moralische Kritik” gehandelt, er habe nicht die Absicht gehabt, eine moralische Kritik oder Beleidigung auszusprechen. Die Richter wiesen diese Darstellung zurück.

Weiterlesen

Unbekannter schneidet Reh nach Wildunfall die Kehle durch

Polizei sucht Zeugen

Nach einem Wildunfall mit einem Reh am Donnerstag, 27.06.2019, gegen 22.30 Uhr, im Schwarzwald zwischen Mambach und Künaberg (Landkreis Lörrach), verständigte der 30 Jahre alte Autofahrer den Jagdpächter und wartete auf dessen Erscheinen. Währenddessen hielt ein ihm unbekannter Mann an, beschimpfte ihn aufs Übelste, nahm ein Messer und schnitt dem noch lebenden Reh die Kehle durch. Anschließend warf er es den Abhang hinunter und fuhr in seinen dunklen Jeep davon. Der Mann war zirka 50 bis 55 Jahre alt, 175 bis 180 cm groß und dunkel gekleidet. Er hatte helle kurze Haare, mehr als einen Dreitagebart, aber keinen Vollbart. Die Unfallstelle wurde von einer zirka 50 Jahre alten Frau mit einem grauen Audi-Cabrio abgesichert. Der Polizeiposten Oberes Wiesental (07673/88900) bittet die Frau oder auch weitere Personen, die Angaben zu dem Mann machen können, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen. PM

Beitragsbild: Messer (Archivbild). Foto: SE

Erleichterte Wolfsabschüsse: Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes passiert Bundesrat

Zusätzliche finanzielle Förderung für Weidetierhalter beschlossen

Der von der Bundesregierung formulierte Gesetzesentwurf zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes hat heute den Bundesrat passiert. Die Änderung soll das Töten von Wölfen, die gut geschützte Nutztiere wiederholt reißen, erleichtern und rechtssicher machen. Dieser Vorstoß ist bei den Bundesländern mehrheitlich auf Zustimmung gestoßen. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus, der die Anpassung des betroffenen Paragraphen 45 des Bundesnaturschutzgesetzes maßgeblich vorangetrieben hatte, sprach in seiner Rede von einem „wichtigen Tag“ für die Weidetierhalter in Mecklenburg-Vorpommern und in anderen „Wolfsländern“.

„Beim Wolf gibt es für mich drei Grundsätze. Erstens: der Schutz des Menschen steht an erster Stelle. Zweitens: der Wolf ist eine geschützte Art und ein beeindruckendes Lebewesen. Und drittens – und da sind heute weitergekommen: die Weidetierhaltung darf nicht unter der Rückkehr des Wolfes leiden. Nur ein Miteinander erlaubt nachhaltigen Artenschutz“, fasste Minister Backhaus seinen Standpunkt zusammen.

Weiterlesen

Frankreich: Wolfspopulation erreicht Zielgröße

+++ NRW: LANUV bestätigt Wolfssichtung im Kreis Minden-Lübbecke +++ Baden-Württemberg: Umweltminister Untersteller fordert jährliche Bestandserhebung der Wolfspopulation +++ Sachsen: Bei Bautzen gefundener Wolfswelpe soll ausgewildert werden +++

In Frankreich hat die Wolfspopulation die angestrebte Zielgröße von 500 Individuen erreicht. Das teilte die Nationale Jagd- und Wildtierbehörde (Office national de la chasse et de la faune sauvage, ONCFS) mit. Die Daten des Wolfsmanagements zeigten gemäß der Überwinterungsbilanz für 2018/19 einen geschätzten Bestand von mindesten 479 und höchstens 578 Individuen. Das Erreichen der Schwelle von 500 Wölfen werde “zur Aktivierung neuer Bewirtschaftungsmaßnahmen” führen, teilte das ONCFS mit. Der Präfekt des Département Rhône gab als Koordinator des Wolfsmanagement dann auch umgehend bekannt, dass die Zahl von genehmigten Wolfsentnahmen für das Jahr 2019 auf 53 Stück angehoben werde. 38 Wölfe sind seit Jahresbeginn bereits von den Wolfsbrigaden erlegt worden. SE

Beitragsbild: Entwicklung der Wolfspopulation in Frankreich. Grafik: ONCFS

Sachsen: HG Erzgebirge verweigert Benehmensherstellung nach drastischer Erhöhung der Abschusspläne durch Sachsenforst

Nach der drastischen Erhöhung der Abschusspläne für einige Forstbezirke im Erzgebirge durch den Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) (JAWINA berichtete) hat die Hegegemeinschaft Erzgebirge (HG) die Benehmensherstellung verweigert. Die “Höhe der in Rede stehenden Pläne” werde strikt abgelehnt, teilte die HG der Geschäftsleitung des SBS in einem Schreiben vom 26.06. mit. Die Abstimmung der Hegegemeinschaftsmitglieder hierzu sei einstimmig ausgefallen, heißt es weiter. Die HG schlägt eine Begrenzung der Dreijahrespläne auf 350 Stück Rotwild für den Forstbezirk Eibenstock, 775 Stück für den Forstbezirk Neudorf und 1.300 Stück für den Forstbezirk Marienberg vor. Beantragt wurden:

FB Eibenstock: Beantragung von 350 Stück auf 495 Stück
FB Neudorf: Beantragung von 1.600 Stück (nachdem der Abschussplan in den zurückliegenden drei Jahren von ursprünglich 700 Stück über 900 Stück bereits auf über 1.290 Stück im letzten Jahr erhöht wurde)
FB Marienberg: Beantragung von 1.300 Stück auf 1.400 Stück.

Das bedeutet, dass in den kommenden drei Jahren jeden Tag mehr als drei Stück Rotwild im Erzgebirge geschossen werden würden, rechnet eine Lokalzeitung vor.

Weiterlesen

Russland: Fake News – Bär soll Mann wochenlang gefangen gehalten haben

Ein Braunbär soll einem Mann in der zur russischen Föderation gehörenden autonomen Republik Tuwa die Wirbelsäule gebrochen und das bewegungsunfähige Opfer wochenlang als Vorrat in seiner Höhle gefangen gehalten haben. Das berichtet die Siberian Times unter Berufung auf die russische Tageszeitung Izvestia und die Nachrichtenagentur EADaily. Auf der verlinkten Internetseite der Siberian Times sind Fotos des übel zugerichteten angeblichen Bärenopfers zu sehen. Dem Bericht zufolge soll eine Gruppe von Jägern den kaum noch lebenden Mann gefunden haben, weil ihre Hunde vor der Höhle stehen blieben, Laut gaben und sich weigerten, weiterzuziehen. Das Bärenopfer sei ungefähr einen Monat in der Höhle gewesen, heißt es. In einem Video soll zu sehen sein, wie er im Krankenhaus die Augen öffnet und seinen Vornamen Alexander nennt. An sein Alter und den Nachnamen könne er sich nicht erinnern. Schöne Geschichte – nur stimmt sie nicht.

Weiterlesen

Bundestag: Grüne scheitern mit Antrag auf Importverbot für Jagdtrophäen

+++ Sachsen: Kurzhaar auf Giftköder-Suche +++ Schleswig-Holstein: Nächster Schießstand auf der Kippe? +++ Sachsen: Zaun überwunden – Wolf reißt Mutterschaf +++ Brandenburg: Jungrind fällt mutmaßlichem Wolfsangriff zum Opfer +++

Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit haben am Mittwochmorgen einen Antrag von CDU/CSU und SPD zum Artenschutz (19/10148) mehrheitlich angenommen. Eine Vorlage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (19/10186), die unter anderem ein Importverbot für Jagdtrophäen vorsah, fand keine Mehrheit. Die abschließende Beratung der Anträge im Plenum ist für Donnerstag ohne Debatte vorgesehen.

Beide Anträge enthalten unter anderem Forderungen zur anstehenden Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES). Die Konferenz hätte eigentlich vom 23. Mai bis 3. Juni 2019 in Sri Lanka stattfinden sollen. Das Treffen wurde aber in Folgen der Terroranschläge am Ostersonntag in dem Land verschoben. Die Konferenz soll nun vom 17. bis 28. August 2019 in Genf stattfinden.

Weiterlesen

Immer mehr Nutztierrisse – Bauernpräsident fordert Wolfsabschüsse

Mehr als 1600 tote Schafe, Rinder und Pferde – Union für wolfsfreie Zonen

Wölfe töten immer mehr Nutztiere in Deutschland. Wie die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) unter Berufung auf Angaben der Bundesländer berichtet, verzeichneten die Behörden 2018 insgesamt 1664 Schafe, Rinder oder andere Nutztiere, die dem Wolf nachweislich oder sehr wahrscheinlich zum Opfer gefallen sind. Ein Jahr zuvor waren es noch fast 1500 tote Tiere. Besonders die ost- und norddeutschen Bundesländer sind betroffen.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sieht angesichts der Entwicklung die Weidetierhaltung in Deutschland gefährdet. Er sagte dem Blatt: “Wenn wir Schafe und Kühe auf den Weiden, Deichen und Almen sehen wollen, dann führt kein Weg an der Bestandsregulierung des Wolfes vorbei.” Er forderte vor dem Bauerntag in Leipzig, Wölfe nicht erst dann abzuschießen, wenn sie Nutztiere gerissen haben. Es müsse präventiv in den Bestand des Raubtieres eingegriffen werden. Rukwied sagte: “Wölfe und im Zweifelsfall auch ganze Rudel müssen entnommen werden können.”

Weiterlesen

Sachsen-Anhalt: Tot gefundener Wolf starb an Bissverletzung

Wolf von anderem Tier getötet

Der am 10. Juni bei Mühlstedt nahe Dessau-Roßlau tot aufgefundene Wolf wurde von einem anderen Wolf oder einem Hund verletzt und starb in der Folge an diesen Verletzungen. Das ergab die Analyse von DNA-Proben, die im Senckenberg Institut Gelnhausen untersucht wurden. Der Wolf war 3 bis 4 Jahre alt und stammte ursprünglich aus einem Rudel bei Coswig – dieses Rudelterritorium wurde wahrscheinlich bereits vor einiger Zeit aufgegeben. PM

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Waffenrecht: Gegenüber Ex-Freundin gewalttätig geworden – Zuverlässigkeit futsch

Einem Jäger aus dem Kreis Coesfeld (NRW) waren Jagdschein und WBK entzogen worden, nachdem er in angetrunkenem Zustand gegenüber seiner Ex-Freundin gewalttätig geworden war und ihr ein Verbrechen angedroht hatte. Ein amtsärztliches Gutachten hatte dem jungen Mann daraufhin ein erhöhtes Aggressionspotenzial und eine Neigung zu unbesonnenem Verhalten bescheinigt. Gegen den Verlust der waffenrechtlichen Erlaubnisse klagte der Jäger vor dem Verwaltungsgericht Münster, wie die Westfälischen Nachrichten berichten. Der Kläger argumentierte, dass das Gutachten im Widerspruch stehe zur der Erteilung eines Jagdscheins im Jahr 2016. Damals sei seine Zuverlässigkeit nicht beanstandet worden. Diesen Einwand hielt die Richterin dem Zeitungsbericht zufolge nicht für stichhaltig. Da auch der Rechtsbeistand des Klägers keine Aussicht auf Erfolg in dem mündlichen Verfahren sah, zog der Prozessbevollmächtigte die Klage nach Absprache mit seinem Mandanten zurück. red.

Beitragsbild: Schnell weg, schwer wieder zu bekommen – Jagdschein und WBK. (Archivbild). Foto: SE

BVerwG: Funktions- bzw. Mandatsträgers der NPD waffenrechtlich unzuverlässig

Wer in aktiver Weise, insbesondere durch Wahrnehmung von Parteiämtern oder Mandaten in Parlamenten und Kommunalvertretungen Bestrebungen einer Partei unterstützt, die gegen die verfassungsmäßige Ordnung gerichtet sind, besitzt in der Regel nicht die für eine waffenrechtliche Erlaubnis erforderliche Zuverlässigkeit. Die Regelvermutung der waffenrechtlichen Unzuverlässigkeit kann in einem solchen Fall nur widerlegt werden, wenn sich der Funktions- bzw. Mandatsträger in der Vergangenheit rechtstreu verhalten und sich darüber hinaus von hetzenden Äußerungen sowie gewaltgeneigten, bedrohenden oder einschüchternden Verhaltensweisen von Mitgliedern und Anhängern der Partei unmissverständlich und beharrlich distanziert hat. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden.

Der Kläger war stellvertretender Vorsitzender eines NPD-Kreisverbandes und vertritt die NPD in einem Kreistag und in einem Gemeinderat. Der Beklagte widerrief die dem Kläger als Sportschützen erteilte Waffenbesitzkarte, da er in der Person des Klägers wegen dessen Aktivitäten für die NPD den Regelversagungsgrund des § 5 Abs. 2 Nr. 3 Buchst. a WaffG a.F. als erfüllt ansah. Nach dieser Vorschrift besitzt die erforderliche waffenrechtliche Zuverlässigkeit in der Regel nicht, wer einzeln oder als Mitglied einer Vereinigung Bestrebungen verfolgt oder unterstützt oder in den letzten fünf Jahren verfolgt oder unterstützt hat, die gegen die verfassungsmäßige Ordnung gerichtet sind. Die Klage hatte vor dem Verwaltungsgericht Erfolg. Auf die Berufung des Beklagten hatte das Oberverwaltungsgericht das Urteil des Verwaltungsgerichts geändert und die Klage abgewiesen.

Weiterlesen

Niedersachsen: Greifvögel vergiftet – Jäger verurteilt

Nabu fordert Jagdscheinentzug

Ein 71 Jahre alter Jäger aus Cappeln (Landkreis Cloppenburg), der mit Giftködern mindestens neun Greifvögel vergiftet hat (JAWINA berichtete), ist zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 60 Euro (5400 Euro) verurteilt worden. Das berichtet NWZonline. Zudem fordert der Nabu, dem Mann Jagdschein und Waffenbesitzkarte (WBK) abzunehmen – überflüssigerweise, denn bei einer Verurteilung von 60 Tagessätzen an aufwärts ist es um die waffenrechtliche Zuverlässigkeit in der Regel ohnehin geschehen. red.

Beitragsbild: Vergiftete Greifvögel. Quelle: Ludger Frye/Nabu

Botswana: Wo Menschen leiden, leiden Wildtiere

Seit der Ankündigung ein Jagdverbot aufzuheben, sieht sich Botswanas Regierung mit einer Flut an Beleidigungen und sogar Aufrufen zum Tourismus-Boykott konfrontiert. Während einer Rede in den USA wird Botswanas Präsident verbal von einer Tierrechtsaktivistin attackiert und nimmt zu ihren Vorwürfen Stellung. CIC und DJV gratulieren zu einem Lehrstück in Sachen Demokratieverständnis, Menschenrechte und praktischem Artenschutz.

Mit den Worten „Sie haben Blut an Ihren Händen“ greift die US- Tierrechtsaktivistin Lizzette Reyes Botswanas Präsident Masisi an, als dieser eine Rede in den USA hält. Sachlich und souverän kontert Masisi die Vorwürfe, die sich auf das Ende des Jagdverbots in Botswana beziehen. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) veröffentlichen einen Mitschnitt der Rede mit deutschen Untertiteln. Botswana beherbergt über 130.000 Elefanten, ihr Bestand wächst jährlich um bis zu 4 Prozent. Seit Anfang 2017 bis heute haben Elefanten über zwei Dutzend Menschen getötet.

Weiterlesen

Brandenburg: Nach dem Aus für die Bogenjagd – neuer Ansatz zum Umgang mit Wildschweinen in Ortslagen

Mecklenburg-Vorpommern: Prof. Dr. Axel Siefke verstorben +++ NRW: Aus dem Fenster geschossen? Polizei zieht WBK und Jagdwaffen ein +++ Mecklenburg-Vorpommern: Totes Wildschwein bei Zinnowitz angespült +++ Sachsen: LJV-Präsident Hans-Heinrich Jordan verstorben +++

Einsatz von Spezial-Munition für kurze Distanzen und Schalldämpfern geplant

Die dem Brandenburger Landwirtschaftsministerium zugeordnete oberste Jagdbehörde (OJB) sowie die Wildökologische Forschungsstelle Eberswalde haben mit den Bürgermeistern der beiden Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow sowie dem örtlichen Jagdpächter Gespräche über die Eindämmung von Schäden durch Wildschweine geführt.

Wildschweine verursachen hier immer wieder Schäden. Bundesweit bekannt wurden Bilder großer Wildschweinrotten, die durch Siedlungsstraßen ziehen. Die Wildschweine sollen möglichst dauerhaft aus den Siedlungsgebieten vertrieben werden. Die Jagd mit Schusswaffen stößt in bewohnten Gebieten schnell an Grenzen.

Ursprünglich sollte die Jagd mit Pfeil und Bogen durch eine Ausnahmegenehmigung ermöglicht werden. Das Antragsverfahren bei der obersten Jagdbehörde musste Mitte Juni abgebrochen werden, weil keine wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojekts gefunden werden konnte.

Weiterlesen

Jagdhornbläser aus Hessen und Nordrhein-Westfalen sind Deutsche Meister im Jagdhornblasen

Am vergangenen Wochenende fand der Bundesbläserwettbewerb des Deutschen Jagdverbandes (DJV) im Schlosspark des Jagdschloss Kranichstein in der Nähe von Darmstadt, Hessen, statt.

Die Bläsergruppe des Kreisjagdvereins Groß-Gerau (Hessen) gewann am Samstag die Klasse Es (geblasen mit Parforcehörnern) mit 853 Punkten von 855 möglichen Punkten vor der Gruppe Mildetal-Gardelegen (Sachsen-Anhalt) und der Jagdhornbläsergruppe Betzendorf aus Niedersachsen.

Sonntag konnte sich die Bläsergruppe des Kreisjagdvereins Gelnhausen (Hessen) mit 970 Punkten von 975 möglichen Punkten an die Spitze der Klasse A setzen. Die dort vorgetragenen Stücke werden mit Fürst-Pless Hörnern geblasen. Den zweiten Platz belegte die „Visbeker Bläserrotte“ aus Niedersachsen, gefolgt von den Bläsern „Hubertus Gießen“ (Hessen).

Weiterlesen

Jagdhundeeinsatz auf Stöberjagden: Welche Rasse hat welche Jagdstrategie?

Sarah Isaak hat ihre Bachelorarbeit in Forstwissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen über die “Klassifizierung von Jagdhunderassen anhand des spezifischen Jagdverhaltens auf Bewegungsjagden” geschrieben. Im Interview mit JAWINA spricht sie über ihre Ergebnisse.

JAWINA: Du hast Deine Bachelorarbeit in Forstwirtschaft über den Einsatz von Jagdhunden auf Drückjagden geschrieben – wie bist Du auf die Idee gekommen?

Sarah Isaak: Nachdem ich das erste Mal den Tracker benutzte und den Track meines eigenen Hundes auslas, überlegte ich, ob dieses Bewegungsmuster eigentlich typisch für die Rasse meines Hundes ist. Ich sprach mit anderen Hundeführern, die ebenfalls ihre Hunde orten und es schien, als würden die verschiedenen Jagdhunderassen unterschiedliches Jagdverhalten und Bewegungsmuster zeigen.

Was genau war das Thema, wie lautete die Aufgabenstellung?

In meiner Abschlussarbeit versuchte ich Jagdhunderassen anhand des spezifischen Jagdverhaltens und Bewegungsmuster zu klassifizieren, sprich: Wie jagen und suchen die unterschiedlichen Hunde und kann ich anhand dessen die Rasse bestimmen? Oder anders ausgedrückt: Welche Rasse hat welche Jagdstrategie?

Weiterlesen

SHVD wählt neuen Vorstand

Hunde, Schweißarbeit, geselliges Zusammensein und ein wenig natürlich auch die Verbandsarbeit – darum ging es am vergangenen Wochenende (15.16.06.) in Thale/Harz (Sachsen-Anhalt) bei der Jahreshauptversammlung des Schweißhundevereins Deutschland (SHVD). Nach der Begrüßung durch Tino Fiedler (1. Vorsitzender) und Mario Hörig (Geschäftsstellenleiter) wurden auf der Pfostenschau Neuzugänge aus der Zucht, Zuchthunde und erfolgreiche Gespanne vorgestellt. Danach begann die große Hundebespaßung mit der Laufsau, einem an gespannten Drahtseilen hin und herfahrenden Gestell, das mit einer Schwarzwilddecke verkleidet wird und so ziemlich große Ähnlichkeit mit einem Wildschwein in Bewegung erhält. Dass das weit mehr ist als nur ein Spaß, machen einem schon die ersten Durchgänge klar: Die Laufsau ermöglicht nicht nur Aufschlüsse über Ausbildungsstand und Charakter des Hundes, es ist auch ein hervorragendes Mittel zur Ausbildung. Sehr deutlich wurde dies an der bemerkenswerten Lerneffekt, den eine noch junge und nicht so erfahrene BGS-Hündin in nur drei Durchgängen an der Laufsau an den Tag legte.

Weiterlesen

Mecklenburg-Vorpommern: Landwirte und Jäger unterstützen Wiederansied­lung von Wiesenbrütern

Im Odermündungsgebiet will die Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V (StUN) im Rahmen eines EU-Projektes Lebensräume für wiesenbrütende Watvögel erhalten bzw. wiederherstellen. Gestern (20.06.) hat sich der Staats­sekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Jürgen Buchwald, in Bugewitz bei Anklam (Vorpom­mern-Greifswald) über Stand und zukünftige Maßnahmen dieses LIFE-Projektes Limicodra informiert.

In drei Poldern des Gebietes zwischen Rosenhagen und Mönkebude sollen Strategien zur Wiederherstellung von Bruthabitaten für Watvögel wie Kiebitze, Rotschenkel, Uferschnepfen, Bekassinen sowie in Mecklenburg-Vorpommern vom Aussterben bedrohte Arten wie den Kampfläufer entwickelt und erprobt werden.

Weiterlesen

Sachsen-Anhalt: Öffentlichkeitsfahndung nach Diebstahl von Jagdmunition

Anfang Mai wurde eine 36-jährige Frau im Biederitzer Busch bei Magdeburg Opfer eines Diebstahles. Der bislang unbekannte männliche Täter entwendete eine Jagdtasche vom Hochsitz der Frau und stahl Jagdmunition sowie den Jagdschein der Frau. Hierbei konnte die 36-jährige geistesgegenwärtig ein Foto vom Täter machen, bevor dieser auf seinem Mountainbike in unbekannte Richtung flüchtete.

Mit der Veröffentlichung dieses Bildes erhofft sich die Polizei weitere Ermittlungsansätze und bittet nun die Bevölkerung um Mithilfe.

Zeugen, welche Hinweise zum hier abgebildeten Täter geben können, werden gebeten sich unter 0391/546 3292 im Polizeirevier Magdeburg zu melden.

Weiterlesen

Schweiz: Passion. Bilder von der Jagd

Das Bündner Kunstmuseum Chur, das derzeit sein hundertjähriges Bestehen feiert, zeigt die hochkarätige Ausstellung: Passion. Bilder von der Jagd 22. Juni –27. Oktober 2019

In keinem anderen Schweizer Kanton ist die Jagd in der Öffentlichkeit derart präsent wie in Graubünden. Das Bündner Kunstmuseum widmet ihr nun erstmals eine grosse Ausstellung, die allerdings weit über Graubünden hinausgreift. Sie fragt nach Konstanz und Wandel in der Darstellung und Interpretation der Jagd als einer vielfältigen, universell verbreiteten Kultur-technik und betrachtet das regional solide verankerte Thema im Kontext international be-deutender Kunst.Kuratiert von Stephan Kunz und Peter Egloff.

Jagd bedeutete schon immer viel mehr als die blosse Beschaffung von Nahrung oder die Abwehr von Nahrungskonkurrenten. Jagdbare Tiere gehören zu den frühesten Motiven von Malerei und Skulptur überhaupt. Die Ausstellung denkt über Jagd, Jäger und Gejagte nach, wie sie von der Antike bis zum «Animal Turn» der Gegenwart wahrgenommen und dargestellt werden. In sieben Kapiteln thematisiert sie den mythologischen Überbau von Artemis und Diana bis zum heiligen Hubertus. Sie spürt dem Zusammengehen von Eros und Thanatos nach, zeigt die Jagd als Bühne der Macht, illustriert die Bedeutung von Trophäen und fragt nach der Wildnis als Sehnsuchtsort.

Weiterlesen

Brandenburg: Frontalangriff auf Wellershoff

Jagdverband spricht LJVB-Präsident das Misstrauen aus

Der Jagdverband Brandenburg/Havel hat dem Präsidenten des Landesjagdverbands Brandenburg (LJVB), Dr. Dirk-Henner Wellershoff, in einem auf den 11.06. datierten Schreiben das Misstrauen ausgesprochen. Dies erfolgt dem (der Red. vorliegenden) Schreiben zufolge aufgrund eines einstimmigen Beschlusses des Vorstands vom 05.06., basierend auf einstimmigen Beschlüssen der Mitgliederversammlung vom 22.02, wie es heißt.

In dem Brief wirft der JV Brandenburg/Havel Wellershoff “fehlendes Demokratieverständnis” vor, welches nicht länger hingenommen werden könne. Der Präsident sei laut § 9 der Satzung des LJVB “kein Organ dieses Verbandes, welches nach eigenem Gutdünken handeln könne, sondern […] an die Beschlüsse der Organe gebunden.”

Weiterlesen

Schweden: Keine Lizenzjagd auf Wölfe in 2020

+++ Schleswig-Holstein: Bauern verfolgen Wolf nach Schafsriss mit Traktor +++ NRW: LANUV bestätigt weiteren Wolfsnachweis in der Städteregion Aachen +++ Niedersachsen: Shetland-Pony durch Bisse im Nacken verletzt – Wolf im Verdacht +++ Bayern: Wilderer will Wildschweinkeule +++ Namibia: Wildtiere werden wegen Dürre verkauft +++

Die schwedische Umweltbehörde Naturvårdsverket hat beschlossen, dass es im Winter 2020 keine Lizenzjagd auf Wölfe geben wird. Die aktuelle Bestandsschätzung zeige, dass es in Schweden etwa 300 Wölfe und kein Populationswachstum im Vergleich zum Vorjahr gebe, teilt die Behörde in einer Presseerklärung mit. Die schwedische Population befinde sich somit am Rande dessen, was für die Erreichung eines günstigen Erhaltungszustands der Art als notwendig erachtet wird. Die schwedische Wolfspopulation muss sich auf mindestens 300 Individuen belaufen, um einen günstigen Erhaltungszustand attestiert zu bekommen, außerdem muss sich mindestens alle fünf Jahre ein eingewanderter finnisch-russischer Wolf mit einem skandinavischen Wolf zwecks Auffrischung des Genpools verpaaren. Im Jahr 2020 wird die Behörde auf Grundlage der aktuellen Bestandsschätzung neu entscheiden. Die Schutzjagd auf Wölfe ist weiterhin möglich.

Kritik von Jagdverband und Politikern

Weiterlesen

Sachsen: BGS von Biber attackiert

Österreich: Hund muss nach Biberangriff eingeschläfert werden

In Sachsen ist ein Bayerischer Gebirgsschweißhund (BGS) bei einem Bad in der Elbe nahe Meißen von einem Biber attackiert und durch Bisse verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich bereits am 08.06. Der Hundeführer schildert die Situation gegenüber JAWINA so: “Mein Hund ist in der Elbe baden gegangen, vermutlich in der Nähe eines Biberbaus. Vermutlich hatte Frau Biber Junge, die sie verteidigen wollte. Der Hund hat großes Glück gehabt, offenbar hatte er noch Grund unter den Pfoten, so dass er mit einem Sprung entweichen konnte. Der Biber konnte sich so nicht fest verbeißen, vermutlich hat mein BGS auch zurückgebissen.”

Weiterlesen

Brandenburg: Linke stellt Positionspapier zur Forstpolitik vor

“Nicht Wald vor Wild sondern Wald und Wild”

Die Brandenburger Landtagsfraktion der Partei Die Linke hat ein Positionspapier zur Forstpolitik einstimmig beschlossen. “Hintergrund sind zum einen die Herausforderungen für den Wald in Zeiten des Klimawandels, zum anderen die andauernden Diskussionen über Aufgaben, Struktur und Personalentwicklung der Landesforstverwaltung”, heißt es dazu auf der Internetseite der Partei. Zur Jagd heißt es in dem Positionspapier: Bei den jagdrechtlichen Regelungen sollten sowohl ein gesunder Wildbestand als auch die Reduzierung von Verbissschäden, um Naturverjüngung ohne Zäunung zu ermöglichen,beachtet werden. Das Wildmanagement  entscheidet mit darüber, wie sich ein gesunder Waldbestand entwickeln kann. Dabei geht es nicht um die Formel „Wald vor Wild“ sondern um „Wald und Wild“.”

Weiterlesen

Österreich: Diskussionen um Studie zu Rotwild-Winterfütterung

In Österreich sorgt eine Studie des Büros für Wildökologie und Forstwirtschaft Horst Leitner für Diskussionen. Die Studie “Wildmanagement Gailtaler Alpen II” untersucht, wie sich die Beendigung der seit Jahrzehnten erfolgenden Winterfütterungen auf den Wald und die Rotwildbestände auswirkt. Das laut ORF “erstaunliche Resultat” war, dass sowohl die Fallwildzahlen, als auch die Schälschäden zurückgingen. In einer PowerPoint-Präsentation werden die Studienergebnisse wie folgt zusammengefasst:

Füttern mindert die Wildschäden in den Gailtaler Alpen nicht
Die Fütterungsauflösung war bei einem Wildbestands von rd. 5 Stück auf 100ha aus betrieblicher Sicht erfolgreich
Schälschäden treten in Wintern mit lang andauernder Schneebedeckung vermehrt auf
Die Rotwildsterblichkeit nimmt ohne Fütterung in Normalwintern im Vergleich zu Gebieten mit Fütterung nicht zu
Ungestörtes Rotwild passt Raumverhalten rasch auf Verhältnisse ohne Fütterung an

Weiterlesen

Der Wolf “in der infantilen Ökogesellschaft”

Bayern: Wenn Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger einen Bock schießt +++ Bayern: Tierhasser vergiftet Kleinen Münsterländer +++ Wissenschaft: Der Dackelblick – enträtselt +++

In seinem Beitrag “Der Wolf gehört zu Deutschland” auf der Achse des Guten analysiert Thomas Rietzschel die Existenzbedingungen von canis lupus “in der infantilen Ökogesellschaft”, wo Schäfer und Landwirte sich von “studierten Kindergärtnerinnen” (gemeint ist wohl die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz von den Grünen) erklären lassen müssen, wie Herdenschutz funktioniert und wo “närrische Beamten” in klimatisierten Amtsstuben ihr schützende Hand über den Beutegreifer halten. Leseempfehlung! SE

Beitragsbild: Headline des empfohlenen Beitrags auf achgut.com (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

Österreich: Zwei Wildschweine beschossen, zwei Autos getroffen

+++ Sachsen: Gefundener Wolfswelpe in Quarantäne zwecks Hybridprüfung +++ Niedersachsen: Tierhalter kritisieren andauernde Erfolglosigkeit des geplanten Problemwolf-Abschusses +++ Niedersachsen: Erstmalig Trichinen im Landkreis Rotenburg nachgewiesen +++

Eine “Gemeingefährdung durch Schussabgabe” wirft die Polizei einem Jäger im Bezirk St. Pölten Land vor: Eine Pressemitteilung der Polizei zufolge wurden Bedienstete der Polizeiinspektion Altlengbach am 15. Juni 2019, gegen 17.50 Uhr, wegen der Abgabe von mehreren Schüssen im Gemeindegebiet von Altlengbach alarmiert. Nach dem Eintreffen entdeckten die Beamten auf einem Parkplatz zwei Autos, die durch Schüsse beschädigt wurden. Bei den weiteren Erhebungen konnte umgehend ein 52-Jähriger aus dem Bezirk St. Pölten Land ausgeforscht werden, der beschuldigt wird, vier Schüsse aus einer Bockbüchsflinte abgegeben und dabei mehrere Personen gefährdet bzw. die zwei auf einem Parkplatz abgestellten Fahrzeuge beschädigt zu haben. Dem ORF zufolge befand sich zwischen dem Feld, von dem aus die Schüsse abgegeben wurden und den getroffenen Autos eine Wiese, auf der sich zum Zeitpunkt der Schussabgabe etwa 150 Personen aufhielten – daher der Vorwurf der Gemeingefährdung. Der Beschuldigte zeigte sich geständig und gab an, auf zwei Wildscheine geschossen zu haben. Es wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen, ein waffenrechtliches Dokument abgenommen und die Schusswaffe sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten ordnete die Anzeige auf freiem Fuß an. PM/red.

Beitragsbild: Zur Strecke gebrachter PKW. Foto: LPD NÖ