Jagd als immaterielles Kulturerbe – Antrag erneut zurückgestellt

Die Deutsche Unesco-Kommission (DUK) hat den Antrag „Jagdkultur und Jagdwesen in Deutschland“ zur Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes erneut zurückgestellt.

Darüber wurde das DJV-Präsidium auf einer Telefonkonferenz am 17.04. durch den Thüringer LJV-Präsidenten Steffen Liebig informiert. In einem (der Red. vorliegenden) Schreiben des Deutschen Jagdverbands (DJV) an das DJV-Präsidium und die Landesjagdverbände heißt es dazu: “Den Antragstellern DJV, Bayerischer Jagdverband (BJV) und Bundesverband Deutscher Berufsjäger (BDB) wurde eine weitere Überarbeitung in einigen Punkten wie der Tierethik, der Waldpflege sowie des Verhältnisses der Verbände zueinander empfohlen. Diese Neubearbeitung muss bis spätestens 31. Mai 2020 bei der Deutschen Unesco-Kommission (DUK) eingereicht werden. Im Herbst findet dann eine erneute Begutachtung statt. red.

Beitragsbild: Bewerbung mit dem Antrag “Jagdkultur und Jagdwesen in Deutschland” zum Immateriellen Kulturerbe. (Screenshot, Ausschnitt)

Die Red. dankt für den Hinweis!

Niedersächsische Wolfsverordnung: “Wir werden weder Hochwasserschutz noch Wiesenvögel dem Wolf opfern”

+++ Brandenburg: Polizei schnappt aggressive Wilderer +++ 

Nach der jüngsten Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes hat das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Bauen, Energie und Klimaschutz eine Verordnung für den Umgang mit Problemwölfen in Niedersachsen vorgelegt. Der Entwurf sei in die Ressortabstimmung gegangen und er hoffe, auch die Verbände möglichst schnell beteiligen zu können, sagte Umweltminister Olaf Lies am (heutigen) Dienstag im Niedersächsische Landtag. „Ich wünsche mir jetzt – trotz unterschiedlicher Meinungen hier im Hause und teilweise unerträglichen Konflikten, die draußen ausgetragen werden rund um den Wolf – eine sachliche Auseinandersetzung mit der Botschaft: Es geht um darum, die Art Wolf zu schützen, nicht jedes Individuum. Wir wollen eine Lösung finden, wie Weidetierhaltung und der Schutz des Wolfes möglich ist. Wir können aber nicht das ganze Land einzäunen oder jedes Tier in den Stall sperren”, so Lies.

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Schleswig-Holstein: Vergiftete Rotmilane – LJV setzt Belohnung aus

Insgesamt elf tote Rotmilane wurden dem LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) seit 2017 aus dem Bereich südlich von Neumünster gemeldet. Neun der seltenen Greifvögel starben an verbotenem Insektengift. Der Rotmilan gehört wie alle Greifvögel zu den streng geschützten Arten und unterliegt dem Schutz des Jagdrechts. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V. (LJV) lobt eine Belohnung in Höhe von 1.000€ aus, für Hinweise die zur Aufklärung führen.

In den letzten drei Jahren wurden dem LLUR elf tote Rotmilane aus dem Bereich östlich und südöstlich von Neumünster gemeldet. Die Untersuchungen zur Todesursache ergaben, dass 9 Rotmilane an einem seit vielen Jahren verbotenem In­sektengift verendet sind. Allein seit März wurden dem LLUR vier tote Rotmilane mit Vergiftungsverdacht gemel­det. Drei Vögel wurden von einem örtlichen Jäger dicht beieinander in der Gemeinde Rendswühren im Kreis Plön gefunden. Die Polizeidirektionen Segeberg und Kiel haben die Ermittlungen übernommen.

Die Fälle wurden aus den Gemeinden Rendswühren, Rickling und Daldorf gemeldet. Die diesjährigen Totfunde bei Rendswühren und Rickling stehen in räumlicher Nachbarschaft zu zwei im Jahr 2019 nachgewiesenen Vergiftungsfällen bei Groß Kummerfeld und Gönnebek, bei denen ein Brutpaar und ein Einzelvogel betroffen waren.

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Schweiz: Hund aus steilem Gelände gerettet

+++ ASP erreicht Indien +++ Schweiz: Proteste gegen Rehwildbejagung auf Friedhof +++ 

Am Donnerstag, 7. Mai 2020, kurz nach 16.15 Uhr, befanden sich zwei Wanderer mit ihrem Jagdhund im Gebiet Vorder Chlus auf dem Urnerboden, als der Hund mehrere Gämsen erblickte und diesen ins steile Gelände bergwärts folgte. Der Hund befand sich schließlich unterhalb einer steilen Felswand und getraute sich nicht mehr zurück. Die Hundehalter alarmierten daraufhin die Polizei. Die Mitarbeitenden der Kantonspolizei Uri gingen vor Ort und stiegen zum festsitzenden Hund auf. Dieser ließ sich jedoch nicht zur Rückkehr bewegen. Aufgrund des schwierigen Geländes wurde schließlich die Alpine Rettung Schweiz aufgeboten. Den Alpinrettern gelang es, ins steile Gebiet vorzudringen und den Hund, in einem Rucksack verstaut, in Sicherheit zu bringen. Das Tier konnte, um eine Bergerfahrung reicher, wohlbehalten seinen Haltern zurückgegeben werden. PM

Beitragsbild: Der gerettete Jagdhund. Bild: Kantonspolizei Uri

Schweiz: Neues Jagdgesetz erlaubt “vorausschauende Regulierung” von Wölfen

+++ NRW: Rotmilan in geplantem Windenergiepark erschossen +++ Schleswig-Holstein: Rotmilane mit Insektizid vergiftet +++ Mecklenburg-Vorpommern: Jäger findet russisches Granatendepot +++ Österreich: Jagdpächter aus Nachbarländern dürfen ohne Corona-Attest einreisen +++ Rheinland-Pfalz: Landkreis zahlt Abschussprämie für Wildschweine +++ Deutschland: Studie sieht Platz für 700 bis 1400 Wolfsrudel in Deutschland +++ Baden-Württemberg: Wildsau scheucht Radler auf Baum +++ Bayern: Jagdhundeausbildung in Traunstein wieder erlaubt +++ 

Luchs und Biber dürfen nicht reguliert werden 

Der Schweizer Bundesrat hat den Entwurf für revidierte Jagdgesetz in die Vernehmlassung geschickt. Über den Gesetzesentwurf soll am 27. September 2020 im Parlament abgestimmt werden. Das revidierte Jagdgesetz sieht zusätzliche finanzielle Mittel für die natürlichen Lebensräume der Wildtiere vor und passt die Regeln für den Umgang mit der wachsenden Zahl von Wölfen an. Die Umsetzung wird in einer Verordnung geregelt. Der Bundesrat hat am 8. Mai 2020 die Vernehmlassung zum entsprechenden Entwurf eröffnet. Dadurch kann vor der Abstimmung über das revidierte Jagdgesetz zu den Umsetzungsfragen Klarheit geschaffen werden. Mit der Verordnung wird insbesondere die Bestandesregulierung von Luchs, Biber, Graureiher und Gänsesäger ausgeschlossen. Dies entspricht dem Willen des Parlaments.

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Baden-Württemberg: Jäger schauen mit Skepsis auf die erste Lesung zum Jagd- und Wildtiermanagementgesetz

Heute, am Donnerstag, den 7. Mai 2020 findet die erste Lesung des Gesetzentwurfs zum Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JMG) im Landtag statt. Auch wenn die Einführung eines Wildtierportals und von Stadtjägerinnen und Stadtjägern gut und richtig ist, kann und will der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV) nicht allen Punkten zustimmen.

Völlig inakzeptabel für den Verband ist die Verlegung der allgemeinen Jagdruhezeit, die künftig zwischen dem 16. Februar und 15. April liegen soll. Sie hat ganz offenbar das Ziel, die Bejagung von Rehwild bereits ab Mitte April zu ermöglichen, um damit vermeintlich dem klimabedingt notwendigen Waldumbau zu helfen. Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann ist sich sicher: „Durch veränderte Jagdzeiten kann die Behebung klimabedingter Waldschäden nicht erreicht werden.“ Außerdem kritisiert er, dass die Jagdzeit auf Rehwild bereits jetzt schon neun Monate (1. Mai bis 31. Januar) beträgt, so lange wie bei keiner anderen Wildart, ausgenommen Schwarzwild. Dazu passt, dass der Gesetzgeber nun überraschend versucht, Jagdpächtern durch entsprechende Befugnisse der unteren Jagdbehörden im Einzelfall bei der Abschusserfüllung Dritte vor die Nase zu setzen und sie damit zu entmündigen.

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Waldstrategie 2050: DJV kritisiert Inhalte und Verfahren scharf

DJV und fünf weitere Organisationen veröffentlichen gemeinsame Stellungnahme und lehnt Entwurf ab. Änderungsvorschläge wurden nicht aufgenommen. Bundesregierung schafft Fakten zu Jagd und Forstwirtschaft und umgeht den Bundestag.

(Berlin, 07. Mai 2020) Der vorliegende Entwurf des Kapitels Wald und Wild der Waldstrategie 2050 stößt inhaltlich auf breite Ablehnung bei Jägern. Gemeinsam mit fünf weiteren Organisationen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) gestern eine Stellungnahme dazu beim Bundeslandwirtschaftsministerium abgegeben. Die Organisationen zeigen sich enttäuscht, dass zahlreiche inhaltlich fundierte Vorschläge für den Waldumbau bisher keinen Eingang in den Entwurf gefunden haben. Auch die Vorgehensweise kritisiert der DJV: Viele Punkte sind vage formuliert und könnten sogar Gesetzesänderungen nach sich ziehen. Es drohen laut DJV eine Schwächung des Reviersystems oder verpflichtende Verbissgutachten. Diese wären ohne Gesetzesänderungen nicht umsetzbar. Die Bundesregierung missachtet damit die Gewaltenteilung: Sie schafft mit dem vorliegenden Entwurf der Waldstrategie 2050 eine Grundlage für die Zukunft von Jagd und Forstwirtschaft ohne den Bundestag einzubinden.

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Wolf ist in Berlin angekommen

+++ Schleswig-Holstein: Hundehalterin durch Wildschwein schwer verletzt +++ Polen: Neue ASP-Fälle nahe der Grenze zu Brandenburg +++ Hessen: Islandpferd bei mutmaßlichem Wolfsangriff verletzt +++ 

Eine aus Sachsen stammende Wölfin mit der Bezeichnung Ft12 ist im Januar in Berlin nachgewiesen worden. Die Wölfin zog von Königs Wusterhausen aus in den Grünauer Forst, wie die B.Z. berichtet. Auf eine zeitnahe Veröffentlichung der Monitoringdaten wurde verzichtet, weil “Gefährdungen für Menschen auszuschließen waren”, heißt es in dem Bericht. red.

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Pfannenstiel: Waldstrategie 2050 sowie Novellierung des Bundesjagdgesetzes

Jagd als “Waldschutz” – Prof. Dr. Pfannenstiel fasst den derzeitigen Verfahrensstand (soweit bekannt) zur Waldstrategie 2050 sowie zur Novellierung des Bundesjagdgesetzes wie folgt zusammen:

Zum derzeitigen Verfahrensstand (soweit bekannt):

  1. Zur Waldstrategie 2050 hat am 16.10.2019 eine Verbändeanhörung stattgefunden.
  2. Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik beim BMEL hat im Februar 2020 die von ihm entwickelten „Eckpunkte der Waldstrategie 2050“ vorgelegt.

https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ministerium/Beiraete/waldpolitik/stellungnahme-waldstrategie-2050.html

Es gibt einen Entwurf des Kapitels Wald/Wild in der Waldstrategie 2050, zu dem derzeit Stellungnahmen abgegeben werden können.  Weiterlesen

Prof. Pfannenstiel: Brandbrief an Jagdverbände

In einem Brandbrief an die Jagdverbände warnt Prof. Dr. Pfannenstiel vor der anstehenden Novellierung des Bundesjagdgesetzes: Unter Ausnutzung der durch die Corona-Krise geminderten Aufmerksamkeit planten die einschlägigen Interessenvertreter eine staatsstreichartige “Aushöhlung des Bundesjagdgesetzes”, die “Abschaffung des Reviersystems” und eine “Enteignung der Jagdrechtsinhaber”, stellt Pfannenstiel im Gespräch mit JAWINA fest.

Im Folgenden dokumentieren wir das Schreiben Prof. Pfannenstiels im Wortlaut:

Sehr geehrte Weidgenossinnen und Weidgenossen,

die Bundesregierung ist dabei, das seit Jahrzehnten in Deutschland bewährte Jagdsystem radikal zu verändern. Durch mehr Staat wird dabei das Eigentumsrecht der Jagdrechtsinhaber ausgehöhlt. Im Zeichen von Corona, Trockenheit, Käferkalamitäten und ASP wird nun unter weitestmöglicher Umgehung des Parlaments versucht, die Vorgaben der Waldstrategie 2050 in eine neues Bundesjagdgesetz zu überführen. Schalenwild wird lediglich als Störfaktor beim Waldumbau und der Naturverjüngung betrachtet, den es möglichst komplett auszuschalten gilt. In der Stellungnahme des Wiss. Beirats Waldpolitik des BMEL wird die Katze aus dem Sack gelassen (siehe ab S. 40). In diesem Zusammenhang ist auch der Vortrag von Herrn Lutz Freytag, BMEL, interessant. Auf den Sachverhalt hat mich vor allem eine befreundete Juristin aus Hessen aufmerksam gemacht.

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