Verpackungsgesetz bringt neue Pflichten bei der Wildbretvermarktung

Noch mehr Bürokratie: Ohne Registrierung darf verpacktes Wildbret ab 1. Januar 2019 nicht mehr verkauft werden.

Das neue Verpackungsgesetz bringt auch für viele Anbieter von Wildbret ab 1. Januar 2019 neue Pflichten mit sich, meint der Deutsche Jagdverband (DJV). Auch bislang schon mussten nach der Verpackungsverordnung alle Hersteller verpackter Produkte für die Entsorgung ihrer Verpackungen einstehen. In der Regel erfolgt dies über die Beteiligung an einem „dualen System“ (z.B. Grüner Punkt). Zu den „Herstellern“ gehören auch Jäger, die Wildbret verpackt (z.B. vakuumiert) an Endverbraucher, Gastronomie oder Einzelhandel abgeben. Nicht als Hersteller im Sinne der Verpackungsverordnung gilt, wer Wild nur unverpackt (z.B. in der Decke) an Gastronomie, Einzelhandel, Verbraucher und Wildhändler abgibt.

Weiterlesen

Belgien: Jäger fordern Entschädigung für ASP-Bekämpfung

Belgische Jäger leisten einen großen Beitrag bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Belgien, wo bisher 104 Fälle der Tierseuche offiziell registriert wurden: Sie suchen und bergen Kadaver und transportieren tote Wildschweine zur Entsorgung ab. Zuvor haben viele Jäger an den geforderten Schulungen in Biosicherheit teilgenommen, wie der belgische Jagdverband Royal Saint Hubert Club de Belgique (RSHB) in einer Pressemitteilung schreibt. Dies koste viel Zeit und Energie, auch fielen Kosten für den Transport an, für die die belgischen Jäger bislang keine Kompensation erhalten. Der RSHB schlägt deshalb eine Entschädigung für Jäger vor, wie sie etwa Tschechien seinen an der ASP-Bekämpfung beteiligten Jägern gewährt. Für Frischlinge und Überläufer bis 50 Kilogramm, die in der Restriktionszone zur Ausdünnung des Bestands erlegt werden, würden dort 153 Euro für Frischlinge und Überläufer bis 50 Kilogramm bezahlt, für ausgewachsene Wildschweine 306 Euro und für tot gefundene Sauen 192 Euro. Darüber hinaus entschädige der tschechische Staat die Weidleute für Wildbretverluste (38 Euro für Frischlinge, 76 Euro für Überläufer, 123 für mehrjährige Stücke) und zahle für jedes Wildschwein, das über die durchschnittliche Strecke der letzten drei Jahre hinaus erlegt wird, eine Prämie von 78 Euro.

Weiterlesen

USA: Hund schiesst Jäger

Der 74jährige Sonny “Tex” Gilligan ist fast einem Schuss aus seiner eigenen Flinte zum Opfer gefallen, die von einem seiner Hunde (bzw. seiner haarsträubend nachlässigen Waffenhandhabung) ausgelöst worden war. Wie die Las Cruces Sun News berichtet, jagte Gilligan mit seinen drei Hunden Charlie, Scooter und Cowboy Präriehasen in der Wüstengegend westlich von Las Cruces (New Mexico). Die geladene Flinte lag zusammen mit den Hunden auf dem Rücksitz. Gilligan saß auf dem Fahrersitz seines geparkten Pickups, als ihn der Schuss traf. Charlie war mit der Pfote an den Abzug gekommen, die Schrotladung durchschlug den Sitz, zerfetzte Gilligans Rücken, brach ihm mehrere Rippen und das Schlüsselbein und verursachte schwere innere Verletzungen. Er dachte zuerst, es sei von außerhalb seines Autos auf ihn geschossen worden, dann dämmerte ihm, dass er von einem Schuss aus seinem eigenen Gewehr getroffen worden war.

Weiterlesen

Herdenschutz gescheitert: Wölfe reißen 34 Schafe trotz Grundschutz und Herdenschutzhunden

+++ Schleswig-Holstein: Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) will “verhaltensauffällige Wölfe” töten lassen +++

In der Nacht zum 31. Oktober 2018 ereignete sich im Landkreis Ludwigslust-Parchim (M-V) im Bereich der Rögnitz ein Wolfsangriff auf eine ca. 600-köpfige Herde tragender Mutterschafe. Das teilt das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt mit. Dabei wurden 34 Schafe getötet und mindestens elf weitere verletzt. Einige Tiere wurden heute Mittag noch vermisst. Der von dem Schäfer herbeigerufene Rissgutachter bestätigte, dass es sich um einen Wolfangriff handelte.

Ein Teil der nach Grundschutzvorgaben eingezäunten und von Herdenschutzhunden begleiteten Schafe hatte bei dem Angriff den Zaun niedergedrückt, war ausgebrochen und über etwa sieben Kilometer entlang des Flusses Rögnitz geflüchtet.

In dem Gebiet sind zwei Wolfsansiedlungen nachgewiesen, beide sind genetisch erfasst. Neben dem Kallißer Rudel kommt auch ein im Amt Neuhaus ansässiges Wolfspaar als Verursacher des Rissvorfalls in Betracht. Der Rissgutachter sicherte Spuren und Genetikproben. Die Untersuchungen dauern gegenwärtig noch an. PM

NRW: Schafzuchtverband fordert besser Prävention und Abschuss von “Problemwölfen”

Der Schafzuchtverband Nordrhein-Westfalen fordert verbesserte Präventionsförderung und den Abschuss von Problemwölfen. Die Weidetierhalter seien “nicht mehr bereit, die dauernden Risse zu akzeptieren.” In einer Pressemitteilung des Verbandes heißt es dazu:

“In Hünxe sind wiederum zwei Schafe gerissen worden, in Dinslaken zehn Stück Damwild in einem Gehege mit 2 m hohen Zäunen, aus in den Boden eingelassenem Knotengeflecht (JAWINA berichtete). Die endgültige Klärung der Risse steht noch aus, die Risse wurden vom LANUV aufgenommen und die Proben befinden sich zur Untersuchung im Senckenberg-Institut.

Die Weidetierhalter in den betroffenen Gebieten sind nicht mehr bereit, die dauernden Risse zu akzeptieren.

Im Wolfsmanagementplan für NRW wird der Schutz der Weidetiere gefordert, im ersten ausgewiesenen Wolfsgebiet wird der Herdenschutz seit 1.10.2018 nun auch auf Antrag mit Zuschüssen zu Präventionsmaßnahmen gefördert. Leider sorgt die Praxis, Prävention erst nach sechsmonatiger Anwesenheit desselben Wolfes zu fördern, in diesem Gebiet dafür, dass die territoriale Wölfin dort ein halbes Jahr Zeit zum Üben und Trainieren des Überwindens von Zäunen hatte. Die Weidetierhalter sind oft nicht imstande, Prävention über den normalen Grundschutz hinaus aus eigener Tasche zu finanzieren.

Zudem stellt sich den Weidetierhaltern immer häufiger die Frage ob und welche Präventionsmaßnahmen überhaupt geeignet sind, Schutz vor bestimmten Wölfen zu bieten. So ist die territoriale Wölfin im Kreis Wesel nun offensichtlich in ein Gehege in Ortstrandlage eingedrungen, das der Wolfsrichtlinie für den Grundschutz entspricht – in den Boden eingelassenes Knotengeflecht, 2 m hoch. Der Zaun sei nicht untergraben worden. Es scheint Wölfe zu geben, die nach entsprechendem Training in der Lage sind auch Zäune zu überwinden, die den Grundanforderungen zum Herdenschutz genügen. Allgemein setzt sich mittlerweile die Erkenntnis durch, dass Problemwölfe zu entnehmen sind. Jedoch gibt es bisher keine anerkannte Definition des Problemwolfs, die auch den Schutz der Weidetiere einbezieht.

Daher fordert der Schafzuchtverband:

1. Frühzeitige Präventionsförderung bei begründetem Verdacht der Ansiedlung von Wölfen – was eine Situation wie diese möglicherweise hätte verhindern können.

2. Einstufung von Wölfen, die mehrfach Herdenschutzmaßnahmen überwinden und Nutziere reißen als Problemwölfe und als Konsequenz Entnahme dieser Wölfe.” PM

Beitragsbild: Von Wolf gerissene Schafe (Archivbild)

Braunbären töten Wolf in niederländischem Zoo

+++ Hessen: Angeblich Graureiher beschossen +++

Im Zoo Dierenrijk im südniederländischen Mierlo haben Braunbären einen Wolf getötet. Ein Besucher hielt die Auseinandersetzung zwischen den üblicherweise einträchtig das Gehege bewohnenden Tieren in einem Video fest. Wie der Zoo auf seiner Facebook-Seite mitteilte, ereignete sich der Vorfall, als ein zweijähriger Wolf aus dem Wasser steigen wollte. Drei Bären stürzen sich auf den Wolf und zerreißen ihn, ein vierter Bär vertreibt die Wölfe, die ihren Artgenossen mit gefletschten Zähnen und Beißattacken auf die Hinterteile der Bären zu verteidigen versuchen. Obwohl Tierpfleger rasch zur Stelle waren, starb der Wolf bei dem Bärenangriff – was einen nicht wirklich erstaunt, wenn man das Video gesehen hat. “Wir sind alle schockiert und traurig, dass es zu diesem tragischen Unfall gekommen ist”, schrieb der Zoo. Die “Gäste” seien angemessen untergebracht, versicherte Dierenrijk. red.

Beitragsbild: Mitteilung des Zoos Dierenrijk auf Facebook (Screenshot)

Im vierstelligen Bereich: Wilderei in Deutschland

Eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen befasst sich mit dem Ausmaß der Wilderei in Deutschland. Allein in 2017 wurden demnach 1020 Fälle von Wilderei erfasst, was ungefähr dem langjährigen Durchschnitt entspricht. Verlässliche Zahlen über das tatsächliche Ausmaß illegaler Verfolgung wildlebender Arten in Deutschland lägen jedoch aufgrund einer hohen Dunkelziffer und mangels systematischer Erfassung nicht vor, teilte die Bundesregierung in ihrer Antwort mit. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke, stellte im Nachrichtenmagazin “Spiegel” fest, dass Wilderei zunehmend eine Bedrohung für die Artenvielfalt in Deutschland darstelle. Über das tatsächliche Ausmaß ließe sich nur spekulieren, da die Daten nicht systematisch erfasst würden. Die Ausstattung der Kontrollbehörden sei unzureichend und das Risiko, entdeckt zu werden, gering. Die Bundesregierung müsse mehr für den Schutz der Wildtiere in Deutschland tun. red.

Beitragsbild: Auch ein Fall von Jagdwilderei – von Hund gerissenes Reh. Foto: SE

Urteil: Gericht erlaubt “effektive Abwehrmaßnahmen” gegen freilaufende Hunde

Dieses Urteil dürfte hohes Missbrauchspotenzial aufweisen: Gegen einen nicht angeleinten herannahenden Hund, den der Hundehalter nicht (mehr) unter Kontrolle hat, dürfen effektive Abwehrmaßnahmen getroffen werden; das Verhalten des Hundes muss zuvor nicht analysiert werden, urteilt das OLG Koblenz.

Nähert sich ein nicht angeleinter Hund, den der Hundehalter nicht (mehr) unter Kontrolle hat, dürfen effektive Abwehrmaßnahmen ergriffen werden. Angesichts der Unberechenbarkeit tierischen Verhaltens muss der Abwehrende zuvor nicht analysieren und bewerten, ob das Verhalten des Tieres auf eine konkrete Gefahr schließen lässt. Dies hat der 1. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Koblenz entschieden (Beschluss vom 18.10.2018; Az.: 1 U 599/18), der damit das vorinstanzliche Urteil des Landgerichts Mainz bestätigt hat.

Weiterlesen

“Experten” erstaunt: Wolf kann springen

Update: Locker drübergehüpft – Bild veröffentlicht Wärmebild-Video des Wolfsrisses

Brandenburg: Wolf überwindet 1,60 hohen High-Tech-Zaun

Bei Streetz in Sachsen-Anhalt hat ein Wolf einen 90-Zentimeter-Zaun übersprungen, neun Schafe getötet und eins gefressen, es ist der dritte Angriff auf die Herden des Schäfers in kurzer Zeit. Der Sprung über den Koppelzaun “aus dem Stand” wurde von einem Jäger gefilmt, weshalb Faktenleugnung in diesem Fall keine Option darstellt. Die sog. “Experten” des Wolfskompetenzzentrums Iden sahen sich aufgrund dieser erstaunlichen (wenn freilich auch von vielen Schoßhunden locker zu übertrumpfenden) Leistung nun veranlasst, von einer “kleinen Sensation” zu sprechen,  wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet. Denn eigentlich sei “der Wolf kein Springer.” Zwar seien die 90 Zentimeter für den Wolf “physisch keine Hürde”, doch “im Zweifelsfall würde er sich eher unter einem Zaun durchgraben, als ihn zu überspringen.” Wie locker und routiniert der Wolf über den Zaun setzt, ist in dem mit einer Wärmebildkamera aufgenommenen Video zu sehen, das die Bild-Zeitung veröffentlicht hat. Die Tatsache, dass z.B. in der Brandenburger Wolfsverordnung 90 Zentimeter hohe Zäune schon lange nicht mehr als ausreichend angesehen werden, oder für Nachtpferche in Frankreich mittlerweile gar drei Meter hohe Schutzzäune gefordert werden, wäre diesen “Experten” zufolge dann was? Aberglaube? So kann es nicht weitergehen: Wenn wir nicht riskieren wollen, dass das Wort “Wolfsexperte” endgültig zu einem Synonym für “Scharlatan” und “ideologisch motivierten Tatsachenverdreher” wird, muss etwas passieren. Zu fordern ist eine Qualitätsoffensive für Wolfsexperten.

Weiterlesen

EAW insolvent

Der renommierte Hersteller von Montagen für Zielfernrohre, die Ernst Apel GmbH (EAW), hat Insolvenz angemeldet, wie ein Sprecher des Unternehmens gegenüber JAWINA bestätigte. Als Ursache für den Umsatzeinbruch wurden Schwierigkeiten auf den ausländischen Märkten und hohe Personalkosten am Produktions- und Verwaltungsstandort im bayerischen Gebrunn genannt: “Wenn jemand eine Büchse für 600 Euro kauft, baut er keine hochwertige Montage darauf”, so der Unternehmenssprecher. Der deutsche Markt sei jedoch stabil, man hoffe, gestärkt aus dem vorläufigen Insolvenzverfahren hervorzugehen. “Die Lager sind voll, wir können liefern”, hieß es aus dem Unternehmen. Als erster Schritt der Umstrukturierung wurde ein drastischer Personalabbau eingeleitet. red.

Beitragsbild: EAW-Montage auf 98er. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Baden-Württemberg: Sau gefehlt, Fenster getroffen

Wegen möglichen Verstoßes gegen die Jagd-Unfallverhütungsvorschriften ermittelt derzeit die Polizei gegen einen 30-jährigen Jäger. Dieser hatte Montag Nacht gegen 22.20 Uhr bei Oberteuringen im Gewann Fuchstobel / Bitzenhofen (Bodenseekreis) auf ein Wildschwein geschossen. Der Schuss verfehlte das Schwein und schlug in ein Fenster eines Wohngebäudes ein, wie die Polizei mitteilt. Glücklicherweise sei hierbei niemand verletzt worden. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 1.000 Euro. PM

Beitragsbild: Sau schwer zu treffen. Foto: SE

Projekt Fellwechsel informiert zum Start der Raubwildsaison

Die Fellwechsel GmbH ist ein Projekt von Deutschem Jagdverband (DJV) und Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV BW). Ziel ist, die “Nutzung von Bälgen aus der Jagd aktiv zu fördern.” Zum Beginn der neuen Saison hat Fellwechsel die wichtigsten Informationen für interessierte Jäger zusammengestellt: Dazu heißt es auf der Internetseite von Fellwechsel: “Ab Mitte November sind die Bälge der Raubsäuger reif und es kann wieder gesammelt werden.” Und das geht so:

Was und Wie?

Angenommen wird (nach dem jeweiligen Landesjagdrecht) alles Raubwild, Nutria (ab ca. 4-5 Kilo) und Bisam erlegt von Mitte November 2018 bis zum 3. Februar 2019 mit verwertbaren Bälgen. Tiere aus der Fangjagd oder mit Schrot erlegte sind in der Regel gut zu verwerten. Bei der „kleinen Kugel“ sollte der Ausschuss nicht größer als ein 2 Euro Stück sein! Fall- und Unfallwild wird grundsätzlich nicht angenommen.

Weiterlesen

NRW: Wölfe reißen zehn Damhirsche im Gatter

Zwei Meter hohen Metallzaun überwunden

Bei Dinslaken (Kreis Wesel) sind elf Stück Damwild mit hoher Wahrscheinlichkeit einem Wolfsangriff zum Opfer gefallen. Der Besitzer fand zunächst zehn tote Damhirsche in dem Gatter, ein weiterer erlag bald darauf seinen schweren Verletzungen. Wie der oder die Wölfe den zwei Meter hohen massiven Metallzaun überwinden konnten, ist Medienberichten zufolge unklar. Der Zaun soll jetzt zusätzlich mit Elektrolitze gesichert werden. Mitarbeiter des Landesamts für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (LANUV) haben zwecks DNA-Analysen Proben der getöteten Stücke entnommen. Endgültige Ergebnisse werden in etwa vier Wochen vorliegen. Der nordrhein-westfälische Kreis Wesel ist seit Anfang Oktober offiziell als “Wolfsgebiet” ausgewiesen. red.

Beitragsbild: Damhirsch (Archivbild). Foto: SE

Dänischer Jagdverband schliesst Wolfsschützen aus

Der Dänische Jagdverband (Danmarks Jægerforbund) hat ein Verbandsmitglied mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen. Das teilte der Verband am Freitag mit. Der 66 Jahre alte Jäger hatte am 16. April einen Wolf auf einem Feld bei Ulfborg illegal geschossen. Seltsamerweise waren bei dem Vorfall Wolfsschützer zugegen, die den Vorfall filmten. Der Jäger wurde von einem Gericht in Herning zu einer Haftstrafe von 40 Tagen auf Bewährung verurteilt. Seine Jagdwaffen wurden eingezogen, außerdem muss er die Kosten des Verfahrens tragen. Seinen Jagdschein darf der Mann jedoch behalten. Der Dänische Jagdverband wollte diese Entscheidung vorerst nicht kommentieren, sondern die Entscheidung der Berufungsinstanz abwarten. Erst dann werde sich zeigen, ob die derzeitige Rechtsprechung funktioniere oder nicht. Der Verband äußerte jedoch die Auffassung, dass ein grober und vorsätzlicher Verstoß gegen die Jagdgesetze einen Jäger seine Jagdlizenz kosten solle. Das ausgeschlossene Mitglied wird über die Entscheidung des Verbands informiert. Die Anklage hatte in dem Verfahren eine dreimonatige Haftstrafe ohne Bewährung gefordert, der Verteidiger des Jäger einen Freispruch seines Mandanten verlangt. red.

Beitragsbild: Mitteilung über Ausschluss des Mitglieds auf der Internetseite des Dänischen Jagdverbands (Screenshot, Ausschnitt)

Nach Trophäen-Selfie: Schottland prüft Verschärfung der Jagdgesetze

Wieder einmal sorgt ein Erleger-Selfie für Ärger: Die amerikanische Jagd-Bloggerin und laut Eigenwerbung “Hardcore-Jägerin” (hardcore huntress) Larysa Switlyk, hat auf Instagram ein Foto einer von ihr auf der schottischen Insel Islay erlegten Wildziege gepostet. Bei den schottischen Wildziegen handelt es sich um die Nachfahren inzwischen gründlich verwilderter Hausziegen, die sich sehr erfolgreich an das wilde Leben in vielen Regionen Schottlands angepasst haben. Die Ziegen gelten als invasive, nicht-einheimische Art, wie die BBC berichtet. Eher jagdfeindlich gesinnte Tierschutzorganisationen wie OneKind kritisierten Swtlyk scharf für ihr Selfie und sprachen von “schockierenden Aufnahmen”. B-Prominente wie die Mutter des schottischen Tennisspielers Andy Murray stimmten in den Empörungs-Chor ein, wie die New York Times berichtet. Ablehnung riefen auch die Kommentare Switlyks hervor, die die Erlegung der Wildziege als “fun hunt” (Spaßjagd) beschrieben hatte und sich – nicht ohne ihre Sponsoren zu erwähnen – mit einem Fernschuss auf 200 Yards (183 Meter) gebrüstet hatte. Der schottische Parlamentsabgeordnete Michael Russell kündigte an, die Angelegenheit mit besonderer Dringlichkeit mit der Umweltstaatssekretärin Roseanna Cunningham zu erörtern. Er würde dergleichen gern sofort beendet sehen, so der Politiker.

Weiterlesen

Hessen: Gutachten zur Klage der FDP gegen die Jagdverordnung liegt nun vor

Der Wildökologe Prof. Dr. Dr. Sven Herzog von der Technischen Universität Dresden spricht sich in seinem nun vorgelegten Gutachten für eine Überarbeitung der Hessischen Jagdverordnung unter Ausschluss sachfremder Argumente aus. Die FDP-Fraktion im Hessischen Landtag hat bereits 2016 gegen die Jagdverordnung Klage vor dem Staatsgerichtshof eingereicht und das Gutachten in Auftrag gegeben.

Herzog zu den im Rahmen der Hessischen Jagdverordnung geänderten Jagd- beziehungsweise Schonzeiten: „Die überwiegende Mehrzahl der Änderungen schränkt das Jagdausübungsrecht ein, ohne dass mit der jeweiligen Einschränkung ein durch wissenschaftliche Untersuchung belegbarer Vorteil, etwa aus Sicht des Tier- oder Artenschutzes, gegenübersteht.“ Der Umfang der Änderungen in der Jagdverordnung lasse darauf schließen, „dass man sich hierbei nicht ausschließlich von sachlichen, sondern politischen Erwägungen leiten ließ“, so Herzog weiter.

Weiterlesen

ÖJV und Naturschutzverbände fordern Duldungspflicht für überjagende Hunde

Das Nachbarrevier bei der Drückjagd gleich mitbejagen – davon träumen wohl so manche Jäger, und ganz besonders anscheinend Ökojäger: Der ÖJV Bayern fordert eine generelle “Duldungspflicht für überjagende Hunde bei angemeldeten Bewegungsjagden”. Denn eine “effektive, tierschutzgerechte Jagd dürfe nicht an Revieregoismen scheitern”.

Die Pflicht, überjagende Hunde bei Bewegungsjagden unter bestimmten Bedingungen dulden zu müssen, hat Eingang in einige Landesjagdgesetze (zum Beispiel Baden Württemberg, Saarland, Nordrhein-Westfalen, neuerdings Niedersachsen, geplant für Sachsen-Anhalt) gefunden. Der Bayerische Jagdverband (BJV) hatte gegen entsprechende Forderungen aus Niedersachsen und Brandenburg protestiert (JAWINA berichtete) und eine entsprechende Regelung im Bundesjagdgesetz erfolgreich verhindert – ein “riesiger Erfolg”, findet der BJV. Das sehen ANW, Bund Naturschutz und ÖJV Bayern erwartungsgemäß anders: Von einer “schallenden Ohrfeige für Waldbesitzer und Landwirte” ist in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Verbände die Rede. Ihre Empörung begründen Ökojäger und Waldbesitzer ausgerechnet mit der drohenden Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) – verlogener geht es wirklich nicht mehr.

Weiterlesen

Sachsen-Anhalt: Schalldämpfer für Jäger und Nilgans ins Jagdrecht

Bei der geplanten Änderung des Landesjagdgesetzes für Sachsen-Anhalt soll nach dem Vorbild anderer Bundesländer die Verwendung von Schalldämpfern durch Jäger freigegeben werden. Das kündigte Umwelt-Staatssekretär Klaus Rehda (Grüne) am Dienstag an. Außerdem soll die Nilgans, die zunehmend Probleme im Land verursache, ins Jagdrecht aufgenommen werden. Die geplante Gesetzesänderung soll demnächst verabschiedet werden. red.

Beitragsbild: Nilgans. Autor: Frank Liebig, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany Lizenz.

22 offizielle Wolfsterritorien in Sachsen

+++ Wildunfall: Mini vs. Wasserbüffel +++

Wie das “Kontaktbüro Wölfe in Sachsen” mitteilt, konnte “dank neuer Erkenntnisse aus dem Wolfsmonitoring der Wissensstand zu den Wolfsterritorien in Sachsen aktualisiert werden. Im Monitoringjahr 2017/2018 gab es demnach in Sachsen 22 bestätigte Wolfsterritorien (Beitragsbild). Davon liegen 19 Territorien ganz im Freistaat Sachsen und drei Territorien sind grenzübergreifend: eines zu Brandenburg, eines zu Sachsen-Anhalt und ein weiteres zur Tschechischen Republik. Sieben weitere Wolfsterritorien haben nur einen kleinen Teil ihres Gebietes auf sächsischer Seite und werden daher in den Nachbarländern mitgezählt.

Weiterlesen

LJV Sachsen und Hegegemeinschaften im Erzgebirge verabschieden gemeinsames Positionspapier

Der Landesjagdverband Sachsen (LJVSN) und die Hegegemeinschaften im Erzgebirge haben ein gemeinsames Positionspapier verabschiedet. Darin verleihen die Unterzeichner ihrer “großen Sorge um den Erhalt eines nachhaltigen und gesunden Rotwildbestandes” Im Land Ausdruck. In dem Positionspapier werden 10 Forderungen an die politischen Entscheidungsträger formuliert. Konkret geht es u.a. um die “Gruppenabschusspläne für ganze Forstbezirke” im Staatsbetrieb Sachsenforst. Diese seien kontraproduktiv und müssten durch revierweise zu beantragende und nach Wildart sowie Geschlecht und Altersklasse aufzugliedernde Abschusspläne ersetzt werden. Die Obere Jagdbehörde müsse aus dem Staatsbetrieb Sachsenforst herausgelöst werden, die Jagdzeit für wiederkäuendes Schalenwild soll nach dem Willen der Unterzeichner am 31.12. enden. Gefordert wird desweiteren ein Ende von Hetz- und Lappjagden – in der Vergangenheit waren mehrfach Ablappungen an Straßen als angebliche Verkehrssicherungsmaßnahme angebracht worden – sowie eine Pflichtmitgliedschaft in Hegegemeinschaften

Weiterlesen

Niedersachsen: Landtag beschließt kleine Jagdrechts-Novelle

Der niedersächsische Landtag hat erwartungsgemäß der kleinen Novelle des niedersächsischen Landesjagdgesetzes zugestimmt. CDU-Jagdexperte Uwe Dorendorf sprach von einer “guten und ausgewogenen Änderung”: “Der Tierschutz und besonders der Schutz von Elterntieren hat im Jagdrecht zu Recht einen hohen Stellenwert. Allerdings leben 1,6 Millionen Niedersachsen in unmittelbarer Nähe unserer niedersächsischen Deiche mit 6.600 km2 Fläche. Der Schutz dieser Deiche muss daher für uns eine hohe Priorität haben. Daher ist die Änderung des Jagdgesetzes in Bezug auf die Bejagung von Nutrias folgerichtig und mehr als notwendig“, erklärte Dorendorf anlässlich der Novelle im Landtag.

Weiterlesen

Giftköder: Zwei Jagdaufseher wegen Verletzung der Aufsichtspflicht verurteilt

Obwohl sie nicht die Täter sind, wurden zwei behördlich beeidete Jagdaufseher wegen ausgelegter Giftköder im niederösterreichischen Weinviertel verurteilt

Mehr als 35 tote Tiere sowie illegal aufgestellte Fallen mit teilweise qualvoll verhungerten Tieren: So lautet die Bilanz des bisher größten Vergiftungsfalls Österreichs. Nach diesen grausigen Funden im Frühjahr 2016 in Windisch-Baumgarten im Bezirk Gänserndorf wurde gegen die beiden damals revierzuständigen Jagdaufseher Anklage erhoben. Nun liegt das endgültige Urteil vor: Die  Männer wurden vom Niederösterreichischen Landesverwaltungsgericht wegen Verletzung der Jagdaufsicht schuldig gesprochen, ihnen wurde die Jagdaufsicht entzogen. Darüber hinaus erhielten die Verurteilten eine Geldstrafe in der Höhe von 5.000 beziehungsweise 1.000 Euro.

Weiterlesen

Studie: Wildwarnreflektoren sind wirkungslos

Eine im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV)  Von Universität Göttingen in Kooperation mit der Universität Zürich unter der Leitung des Göttinger Waldökologen Prof. Dr. Christian Ammer erstellte Studie kommt zu dem Ergebnis, das Wildwarnreflektoren wirkungslos sind. Die zentrale Frage war, ob neuartige blaue oder mehrfarbige Reflektoren die Anzahl der Wildunfälle nachhaltig reduzieren. Dies ist nicht der Fall. Dazu wurden zum einen 76 vorhandene Studien ausgewertet, zum anderen an 150 jeweils zirka zwei Kilometer langen Streckenabschnitten das Wildunfallgeschehen ausgewertet. An den ausgewählten Straßenabschnitten waren zuvor keine Reflektoren angebracht. Neben der statistischen Auswertung wurden Wärmebildkameras an den ausgewählten Straßenabschnitten angebracht, um Verhalten von Wildtieren an Straßen mit und ohne Wildwarnreflektoren zu untersuchen.

Weiterlesen

Polen: Bürgerwehr wegen ASP zur Kadaversuche abkommandiert

Die Wojsk Obrony Terytorialnej (WOT, militärische Territorialverteidigung) ist eine paramilitärische Bürgerwehr in Polen, die 2014 nach der Annexion der Krim durch Russland gegründet wurde. Bei Bedarf sollen die WOT-Milizen die reguläre polnische Armee bei der Landesverteidigung unterstützen. Jährlich 350 Millionen Euro investiert Polen einem Bericht des Nordkuriers zufolge jährlich in die Bürgerwehr, die bis 2021 auf eine Stärke von 53.000 Mann gebracht werden soll. Seit 2017 wird die Freiwilligentruppe jedoch dafür eingesetzt, die Wälder auf der Suche nach Wildschweinen zu durchkämmen, die an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verendet sind. 1500 Milizionäre hätten zu diesem Zweck 2018 in den Wäldern Ostpolens  Dienst getan. Aktuell sei der Einsatz beendet, ähnliche Übungen könnten in Zukunft jedoch wiederholt werden. red.

Beitragsbild: An Schussverletzung verendetes Wildschwein. Foto: SE

Frankreich: Jäger erschiesst Treiber

Bei Mauvages (Département Meuse, Region Grand Est) im Osten Frankreich hat ein Jäger einen Mitjäger erschossen, der zum Zeitpunkt des Unglücks als Treiber fungierte. Bei der Schussabgabe befand sich das Opfer in dichtem Gestrüpp. Französischen Medienberichten zufolge ist es bislang unklar, ob der Verstorbene von einem Büchsen- oder Flintenlaufgeschoss, einem Abpraller oder einer Schrotgarbe getroffen wurde. Die sterblichen Überreste des Mannes werden im rechtsmedizinischen Institut in Nancy untersucht. Der Unglücksschütze hat sich nach der Tat selbst den bald darauf eintreffenden Gendarmen überstellt. Er wurde festgenommen und erhält wegen des erlittenen Schocks medizinische Behandlung. Erst vor gut einer Woche ist in Frankreich ein Mountainbiker von einem Jäger erschossen worden (JAWINA berichtete). red.

Beitragsbild: Gestrüpp (Foto: SE)

Niedersachsen: ASP – Ausgleichszahlungen für Jäger

Schwarzwildbestände effektiv absenken – Landwirtschaftskammer nimmt Anträge an

Die Schwarzwildbestände so weit abzusenken, dass die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) möglichst unterbunden wird – das ist das präventive Ziel vor einem möglichen Ausbruch der ASP. Für den Mehraufwand, der Jagdausübungsberechtigten und Hundeführern entsteht, gewährt das Land daher eine finanzielle Unterstützung.

Antragsberechtigt ist jeweils der Jagdausübungsberechtigte, Auszahlungsbehörde ist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Hannover. Anders als bei sonstigen Subventionsmaßnahmen ist kein Antrag vor Beginn der Maßnahme erforderlich. Die Möglichkeit, Aufwand geltend zu machen, gilt für alles erlegte oder gefundene Schwarzwild seit 1. April 2018.

Weiterlesen

Thüringen: Jäger beim Bergen von Unfallwild totgefahren

+++ Österreich: Jäger findet vermissten Wanderer – tödlich verunglückt +++

Am Samstag Vormittag ist ein Jäger auf der Bundesstraße 7 in Erfurt tödlich verunglückt. Der 85jährige hatte sein Fahrzeug am Fahrbahnrand zwischen den Anschlussstellen Linderbach und Kerspleben angehalten, um ein totes Reh zu bergen. Ein 43 Jahre alter Opel-Fahrer fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf das stehende Fahrzeug auf. Durch den Aufprall schleuderte der Peugeot des Jägers nach rechts von der Fahrbahn, überschlug sich und blieb auf dem angrenzenden Feld auf dem Dach liegen. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen der Ersthelfer und weiterer Rettungskräfte verstarb der 85-jährige noch an der Unfallstelle. Die aufwendige Verkehrsunfallaufnahme mit Unterstützung eines Unfallgutachters machte eine beinahe 2,5-stündige Vollsperrung in Fahrtrichtung Erfurt-Nord notwendig. Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern noch an. PM

Beitragsbild: Straßengrabenreh (Archivbild). Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser NoS für den Hinweis!

Schweine bilden ein visuelles Konzept menschlicher Gesichter

Entgegen bisheriger Tests scheinen Schweine doch über eine bessere visuelle Wahrnehmung zu verfügen als angenommen. Kognitionsforscher des Messerli Forschungsinstitutes zeigten in einer neuen Studie, dass sich diese Tiere nicht nur einprägen ob sie uns von vorne oder hinten sehen, sondern, dass sie dazu augenscheinlich bestimmte Merkmale wie unsere Augen oder den Mund als Gedächtnishilfe nutzen. Die Ergebnisse rücken die bislang eher pessimistisch aufgefassten, visuellen Kognitionsfähigkeiten der klugen Schweine in ein bei weitem besseres Licht.

Schweine konnten in den letzten Jahren bereits beweisen, dass sie bei weitem mehr Lern- und kognitive Fähigkeiten besitzen, als ihnen lange zugetraut wurde. Sie sind nicht nur neugierig oder lernfähig. Schweine verfügen über ein gutes Langzeitgedächtnis, können Artgenossen bewusst hinters Licht führen und sogar Bedürfnisse und Absichten antizipieren. Ein gut ausgeprägtes, visuelles Wahrnehmungsvermögen wird den klugen Tieren jedoch nach wie vor eher abgesprochen. So stimmten die Ergebnisse kognitiver „Sehtests“, etwa ob sie Artgenossen visuell erkennen, Veterinärmediziner bislang eher pessimistisch.

Weiterlesen

Klöckner: “Vorsorge steht an erster Stelle!”

BMEL informiert über Präventivmaßnahmen und Forschung zur Vermeidung der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland

Die Herbstferien sorgen in Deutschland für vermehrten Reiseverkehr. Auch aus diesem Grund informiert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erneut über Maßnahmen, die Reisende, Fernkraftfahrer, Schweinehalter und Jäger unbedingt beachten sollten, um die Eintragung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland zu vermeiden.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner appelliert: „Sorg- und Aufmerksamkeit sind gefragt, von uns allen! Bisher haben wir noch keinen Fall von Afrikanischer Schweinepest in Deutschland feststellen müssen, und wir tun alles dafür, das auch zu verhindern. Die Afrikanische Schweinepest nehme ich äußerst ernst. Sie ist zwar ungefährlich für Menschen, aber eine schwere Viruserkrankung, die Wild- und Hausscheine befällt. Damit die Schweinepest nicht nach Deutschland eingetragen wird, sind Information und Prävention besonders wichtig. Daher ist Unterstützung und Achtsamkeit entscheidend – bei all jenen, die privat oder beruflich reisen, bei Schweinehaltern und Jagdausübenden. Denn es sind vor allem Menschen, die die Seuche verbreiten, indem sie beispielsweise Speisereste mit ASP-kontaminierten Schweinefleischerzeugnissen unachtsam wegwerfen. Das ist eine Infektionsquelle für Wildschweine, die das Virus dann auf Hausschweine übertragen können.“

Weiterlesen

ASP – wie gut vorbereitet sind wir wirklich?

Teil 2: Gefährliche Versäumnisse

Im ersten Teil dieses Beitrags hatten wir die Qualität der ASP-Prävention und -Prophylaxe hierzulande anhand der simplen Fragestellung nach geeigneten Desinfektionsmaßnahmen überprüfen wollen – und ein erschreckendes Ausmaß an Ahnungs- und Konzeptlosigkeit offengelegt.

Als größter Risikofaktor für eine sprunghafte Ausbreitung der ASP gilt bekanntlich nicht das Wildschwein, sondern der Mensch. Zum Beispiel in Gestalt des osteuropäischen Fernfahrers oder Wanderarbeiters, der aus infizierten Schweinen zubereitete Wurst mitführt, genüsslich auf einem Autobahnparkplatz seine Mahlzeit einnimmt und die Reste im Gebüsch entsorgt. Dort entdecken Wildschweine bei einer routinemäßigen Kontrolle des Parkplatzrandes auf verwertbare Hinterlassenschaften die leckeren Wurstbrote – und die Katastrophe ist da.

Dass das keine unbegründete These ist, wird überdeutlich bei der Betrachtung der animierten Grafik “ASP-Ausbreitung seit 2007” auf der Internetseite des Friedrich-Löffler-Institus (FLI), die zugleich einen anschaulichen Eindruck von der Dynamik der Ausbreitung der ASP vermittelt.

Weiterlesen

RLP: Jäger wegen Schuss auf Treiber verurteilt

Ein 78 Jahre alter Jäger aus dem Kreis Kaiserslautern ist vom Amtsgericht Zweibrücken wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der Verurteilte hatte bei einer Drückjagd im August 2017 auf ein Wildschwein in einem Maisfeld geschossen und einen Treiber unterhalb des linken Knies getroffen. Die Staatsanwaltschaft warf dem Jäger vor, den Schuss abgegeben zu haben, obwohl er nicht habe sehen können, wer oder was sich in dem Maisschlag aufhielt. Der 56jährige Treiber ist seitdem arbeitsunfähig und geht auf Krücken. Während der dreijährigen Bewährungsfrist muss der Jäger dem Opfer monatlich ein Schmerzensgeld in Höhe von 300 Euro zahlen sowie die Anwalts- und Gerichtskosten tragen. Der Anwalt des Jägers hat die Vorwürfe weitgehend eingeräumt. Der Mann hat seine Waffen seinem Sohn übereignet und Jagdschein und WBK abgegeben. red.

Beitragsbild: Erntejagd – eine riskante Angelegenheit. Foto: SE

Afrikanische Schweinepest: Bundesrat stimmt gesetzlichen Änderungen zu

Ende September hatte der Bundestag wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) Änderungen am Tiergesundheitsgesetz und am Bundesjagdgesetz beschlossen. Diese haben heute den Bundesrat passiert. In Kürze wird auch die Schweinepestverordnung geändert.

Der Bundesrat hat der Änderung des Tiergesundheitsgesetzes (TierGesG) und des Bundesjagdgesetzes zugestimmt. Die Änderungen sind eine Reaktion auf die drohende Afrikanische Schweinepest (ASP) und gelten nur für den Seuchenfall. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass auch Jagdrevierinhaber eine Entschädigung beanspruchen können, wenn die Jagd durch behördliche Maßnahmen im Seuchenfall eingeschränkt wird. Diese Änderung hat der Bundestag bereits Ende September beschlossen. Das Land Rheinland-Pfalz hatte sich kurzfristig noch für eine Entschließung des Bundesrates eingesetzt, die aber keine Mehrheit gefunden hat. Darin wurde die Regelung zur Aufwandsentschädigung für Jagdausübungsberechtigte kritisiert. Der DJV weist diese Kritik zurück und begrüßt die nun getroffene Regelung.

Weiterlesen

Festnahmen im Fall Simon Paulus

In einer gemeinsamen Pressemitteilung melden die Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium Karlsruhe, dass die nach dem Verschwinden des Jägers und Büchsenmachers gebildete Sonderkommission Wagner “offenbar einen entscheidenden Schritt weitergekommen ist in ihren umfangreichen Ermittlungen.” Der Leichnam Paulus’ war Anfang Oktober in einem Waldstück bei Pforzheim gefunden worden (JAWINA berichtete).  Nun konnten im Laufe des Dienstags zwei Männer im Alter von 26 und 29 Jahren unter massivem Polizeieinsatz festgenommen werden. Gegen die laut Polizei aus dem Enzkreis stammenden Tatverdächtigen wurde zwischenzeitlich Untersuchungshaft angeordnet. Weiter wurde im Zuge der Ermittlungen eine dritte männliche Person aus dem Enzkreis festgenommen, die im Verdacht steht, an einer anderweitigen Straftat beteiligt gewesen zu sein. Gegen diese wurde ebenfalls Haftbefehl beantragt. Nach Informationen des Schwarzwälder Boten handelt es sich bei den Festgenommenen um einen 29-jährigen Italiener und einen 26 Jahre alten Deutschen, die dritte verhaftete Person ist ein 26 Jahre alter Grieche aus Pforzheim.

Weiterlesen

Demo “Aktives Wolfsmanagement jetzt!”

DJV ruft zur Teilnahme an Kundgebung am 10. November 2018 in Potsdam auf

„Aktives Wolfsmanagement jetzt!“: Der Deutsche Jagdverband (DJV) erklärt sich solidarisch mit dem Forum Natur Brandenburg und dem Bauernbund Brandenburg, die am 10. November 2018 zu einer Kundgebung vor dem Brandenburgischen Landtag in Potsdam aufrufen. Die Verbände wollen mit der Kundgebung deutlich machen, dass die Zukunft von „Mensch, Weidetier und Wolf“ nur gemeinsam gedacht werden kann.

Die Forderung für die Neuorientierung des brandenburgischen Wolfsmanagements haben die Verbände im Forum Natur im Rahmen eines „8 Punkte-Planes“ deutlich gemacht. Unverhandelbar sind dabei die folgenden drei Punkte:

Es muss zukünftig einen hundertprozentigen Schadens- und Präventionsausgleich mit verbindlichem Rechtsanspruch für die durch Wölfe verursachten Schäden geben. Die Ausbreitung der Wölfe in Brandenburg darf nicht auf Kosten der betroffenen Weidetierhalter erfolgen. Weidetierhaltung ist aktiver Naturschutz!

Der Wolf ist unverzüglich in das „Brandenburgische Jagdrecht“ aufzunehmen und parallel dazu ist eine auf naturschutzrechtlichen Einzelfallentscheidungen beruhende Schutzjagd nach skandinavischem Vorbild zu etablieren.

Für das Land Brandenburg ist unverzüglich ein gesellschaftlich breit diskutierter Wolfszielbestand festzulegen, dessen aktives Management zukünftig die Gewähr dafür bietet, dass der Schutz des Wolfes im Einklang mit allen anderen Interessen an und in unserer Kulturlandschaft steht.

Weitere Infos zur Kundgebung gibt es im Internet (Forum Natur Brandenburg).

Beitragsbild: Die Kundgebung findet am 10. November vor dem Brandenburgischen Landtag in Potsdam statt. Quelle: below/ljv bw

Hessen veröffentlicht Lehrfilm zur Kadaverbergung im ASP-Fall

Das Land Hessen hat einen “Lehrfilm” zum Thema “Bergung von Kadavern im Seuchenfall (Afrikanische Schweinepest)” veröffentlicht. “Im Film wird die sachgerechte Bergung von verendeten Wildschweinen vor dem Hintergrund eines möglichen ASP-Geschehens dargestellt, wobei die Hygieneaspekte besondere Berücksichtigung finden”, heißt es auf der Internetseite des Landes. Der Film vermittelt einen guten Eindruck davon, wie schwierig es ist, bei der Bergung von Kadavern ungewollte Kontaminationen mit infiziertem Material zu vermeiden. Überdies wirft der Film Fragen auf: So ist es kaum vorstellbar, dass die komplizierte und langwierige Choreographie von Abläufen (Schutzkleidung an- und ablegen, Schutzhandschuhe anziehen, zweites Paar Schutzhandschuhe an- und wieder abziehen, etc.) bei einem ASP-Ausbruch größeren Maßstabs durchzuhalten ist. Wie viele geschulte und mit Fahrzeugen und weiterer Ausrüstung ausgestatteter Bergungsteams muss man zur Verfügung haben, wenn auf einmal zig, ja, vielleicht hunderte verendeter Wildschweine innerhalb weniger Tage zu bergen sind?

Weiterlesen

ASP – wie gut vorbereitet sind wir wirklich?

Teil 1: Wie man einen Jagdhund desinfiziert

Seit dem ASP-Ausbruch in Belgien ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) nur noch den sprichwörtlichen Steinwurf von der deutschen Grenze entfernt. In Pressemitteilungen weisen Bund (siehe Beitragsbild) und Länder:

PM zur ASP aus Brandenburg (Screenshot)

auf den Ernst der Lage hin, betonen jedoch zugleich, wie gut man doch auf die Situation vorbereitet sei: Prävention stehe an erster Stelle, heißt es. Fernfahrer und Reisende werden über die Risiken aufgeklärt, Schweinehalter zu strengen Biosicherheitsmaßnahmen verpflichtet. Selbst auf einen möglichen, ja, mittlerweile doch ziemlich wahrscheinlichen Ausbruch der Tierseuche hierzulande sei man durch effiziente Maßnahmen zur Früherkennung und sorgsam einstudierte Prozeduren der Seuchenbekämpfung bestens präpariert. Ach wirklich?

Weiterlesen