Österreichischer Politiker will Absenkung des Schutzstatus von Wölfen beantragen

DNA-Untersuchungen bestätigen: Wölfe für gerissene Schafe im Schwarzwald und gerissene Kälber im Allgäu verantwortlich

Nachdem die Schweiz bei der Berner Konvention die Rückstufung des Schutzstatus von Wölfen gefordert hat (JAWINA berichtete), will nun auch der stellvertretende Landeshauptmann Niederösterreichs, Stephan Pernkopf, die EU-Kommission auffordern, “den Wolf von der Artenschutzliste zu streichen”, wie heute.at berichtet. Wegen des zu erwartenden exponentiellen Wachstums der Wolfspopulation sei kein Schutzstatus mehr notwendig, so Pernkopf. Regulierungsmaßnahmen hingegen seien “unbedingt nötig”. Im Interview mit dem ORF ergänzte Pernkopf: “Der Wolf ist in Europa kein gefährdetes Tier, es gibt etwa 30.000 Wölfe. Die Sicherheit der Menschen muss oberste Priorität haben.” Die Kritik von Naturschutzverbänden an der in Niederösterreich neuerdings zulässigen Vergrämung von Wölfen mit Schreckschüssen und Gummigeschossen (JAWINA berichtete), bezeichnete Pernkopf als “zynisch und ignorant”. Die 31 zuletzt vom Wolf gerissenen Schafe seien durch Zäune geschützt gewesen. “Was soll man da noch mehr machen?”, fragt Pernkopf. Dies seien ” theoretische Diskussionen”, die er zurückweise.

Derweil hat die genetische Untersuchung von Rissabstrichen im Senckenberg-Institut bestätigt, dass die Ende Juli in Huzenbach bei Baiersbronn (Landkreis Freudenstadt, BaWü) gerissenen Schafe auf das Konto eines Wolfs gehen. Die Spuren hatten Mitarbeiter der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA) noch am selben Tag vor Ort gesichert, als die zwei Schafe aus einer Herde von rund 20 Tieren gerissen wurden. Ein drittes Tier ist seitdem verschwunden. Die Fachleute der FVA gehen davon aus, dass es sich um den Wolf mit dem offiziellen Kürzel „GW 852m“ gehandelt hat, der bereits wiederholt im Nordschwarzwald nachgewiesen werden konnte. Aufgrund einer Kontamination der Proben mit Fuchsspuren konnte das Senckenberg-Institut das vorhandene Genmaterial allerdings keinem Wolfsindividuum zuordnen.

Bayern: Wolf reit Kälber im Allgäu

Nachdem in der vergangenen Woche DNA-Untersuchungen an zwei toten Kälbern vom 27.07. sowie vom 02.08.2018 einen Wolf als Verursacher ergeben haben, liegen nun auch Ergebnisse der genetischen Analysen der drei am 04.08. und 07.08.2018 in Wertach und Kranzegg im Landkreis Oberallgäu tot aufgefundenen Kälber vor. Das LfU hat die Untersuchung der an den Tieren entnommenen Speichelspuren am nationalen Referenzlabor in Auftrag gegeben. Bei dem in Wertach aufgefundenen Kalb wurde ein Wolf nachgewiesen, weitere Untersuchungen zu Geschlecht und Herkunft des Tieres dauern noch an. Bei einem der in Kranzegg aufgefundenen Kälber wurde genetisch ein Hund nachgewiesen, die beim zweiten Kalb entnommenen Proben waren genetisch nicht auswertbar. Somit wurden an drei der insgesamt fünf Ende Juli und Anfang August im Landkreis Oberallgäu aufgefundenen toten Kälber Wolfsspuren nachgewiesen. Behörden, Interessensverbände und Vertreter von Nutztierhaltern wurden informiert. PM/SE

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Schaf. Foto: SE

 

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