Österreich: Verfassungsgerichtshof lehnt Jagdverbot aus ethischen Gründen ab

Der österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat entschieden, dass Waldbesitzer die Jagd auf ihren Flächen nicht aus ethischen Gründen untersagen können, berichtet der ORF. Dies gilt zumindest dann, wenn die Flächen nicht eingezäunt sind. Es sei nicht unverhältnismäßig, dass der Gesetzgeber eine Umzäunung verlange, wenn der Grundbesitzer die Bejagung aus persönlichen Gründen verbieten wolle, urteilte der VfGH. Geklagt hatte ein Mann aus Kärnten, der die Jagd aufgrund seiner fast (!) veganen Lebensweise ablehne. Der Verfassungsgerichtshof betonte dem gegenüber das öffentliche Interesse an einer flächendeckenden Bejagung, die zur Verhütung von Wild- und Waldschäden unerlässlich sei.

Der niederösterreichische Landesjägermeister Josef Pröll sprach von einer “für die Jagd in Österreich wichtigen und richtungsweisenden” Entscheidung; Das Urteil sei eine “unmissverständliche Absage an militante Tierrechtsaktivisten.” In Deutschland hatten sämtliche Instanzen bis zum Bundesverfassungsgericht vergleichbare Entscheidungen getroffen. Vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) errangen Jagdgegner jedoch eine Entscheidung, die zur Aufhebung der Zwangsbejagung in Deutschland führten. Frankreich und Luxemburg betreffend waren ähnliche Urteile vorausgegangen. SE

Beitragsbild: Österreichischer Verfassungsgerichtshof in Wien. Autor: Haeferl, Quelle: Wikipedia, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Austria Lizenz.

2 Gedanken zu „Österreich: Verfassungsgerichtshof lehnt Jagdverbot aus ethischen Gründen ab

  1. Joachim Orbach.

    So ein Urteil hätte für Deutsachland auch richtunsweisend sein können, denn schließlich müssen die Jagdpächter die Wildschäden bezahlen oder verhindern.

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    1. Grimbart

      Da ist das letzte Wort ja noch nicht gesprochen. Die deutschen Gerichte hatten ja auch immer im Sinne der Jagd geurteilt. Erst Brüssel hat das gekippt und warum das für Österreich nicht auch so kommen sollte erschließt sich mir noch nicht.

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