Österreich: Politiker vergisst Püster im Porsche

Der Tiroler SPÖ-Vorsitzende Georg Dornauer hat sein Jagdgewehr in seinem Porsche vergessen, den er im Parkhaus des Flughafens Innsbruck abgestellt hatte, um zum SPÖ-Parteitag im Burgenland zu fliegen. Die Waffe ließ er auf dem Rücksitz liegen, ein Fenster des Wagens war geöffnet. Die Polizei beschlagnahmte die Waffe.

Dornauer hat sich auf Twitter zu seinem “Fehler” geäußert:

“Liebe Freundinnen, liebe Freunde”, schreibt Dornauer. Und weiter:

“Wie ihr wisst, bin ich auch Jäger und Jagdleiter in meiner Heimatgemeinde Sellrain. Am Wochenende ist mir ein Fehler unterlaufen, über den ich euch informieren möchte bevor ihr es von anderen oder über die Medien erfahrt.

Ich habe am vergangenen Samstag im Parkhaus des Innsbrucker Flughafens meine Jagdwaffe in der verschlossenen Tasche auf der Rückbank meines Fahrzeuges unbewusst hinterlassen und das Auto versperrt. Aus mir bislang unerklärlichen Gründen, war die hintere Rückscheibe geöffnet. Ein aufmerksamer Passant oder die Polizei haben dieses Missgeschick dankenswerterweise bemerkt und die Polizei die Waffe sichergestellt.

Für das aufmerksame Handeln der Polizei möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bedanken. Ich kann euch versichern, dass eine derartige Verwahrung der Waffe meinerseits weder vorsätzlich war, noch meiner langjährigen jagdlichen Praxis entspricht.

Es war ein Fehler, den ich eingestehe und für den ich mich aufrichtig entschuldige.”

Strittig ist dem Standard zufolge bislang, ob die Waffe geladen war. Laut Polizeiprotokoll war dies wohl der Fall, Dornauer und sein Anwalt bestreiten dies jedoch: “Dornauer könne sich dies nicht vorstellen, da es “gegen seine Usancen” sei”, so der Standard.

Gegen den Politiker und Jagdleiter wurde ein zunächst auf 14 Tage befristetes Waffenverbot ausgesprochen. Das Ermittlunsgverfahren müsse nun zeigen, ob das Waffenverbot bestätigt werde. Dies gelte dann unbefristet und könnte neben einer Geldstrafe wohl auch den Verlust der Jagdkarte zur Folge haben. red.

Beitragsbild: Erklärung Dornauers zu seinem Missgeschick auf Twitter (Ausschnitt, Screenshot).

5 Gedanken zu „Österreich: Politiker vergisst Püster im Porsche

  1. Zündelnerlaubt

    Was hat es wohl für Konsequenzen für einen Politiker als unzuverlässig zu gelten?
    In D wäre er den Schein wohl los

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  2. Peter- C. Neigenfind. Öffentlichkeitsarbeit JV Bernau

    Zumindest gehört jede Waffe außerhalb des Reviers nicht sichtbar in den Kofferraum.
    Lernt man beim Jägerlehrgang

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  3. RK

    Auch hier zeigt sich menschliches Versagen, vor dem niemand von uns gefeit ist (“wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein…”). Es stellt sich die Frage, ob auch hier das Verwaltungsrecht (wie in Deutschland) unbarmherzig zuschlägt oder eine maßvolle Sanktion oder Einstellung des Verfahrens erfolgt.

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    1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

      Bei uns gerätst du in die Mühlen der Sanktionen schon, wenn in deinem Auto eine Patronenhülse sichtbar rumliegt. Dann kommt das SEK, umstellt deine Hütte und macht mit viel Lärm eine Hausdurchsuchung. Normalmaß kennt bei uns keiner mehr, dank der Terror- und sonstiger staatsfeindlicher Hysterien. Da lieb ich mir doch den ländlichen Raum, wo man als Jäger noch sein Gewehr offen tragen darf ohne dass der Nachbar gleich nach der Polizei ruft.

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