Österreich: Naturschutzverband will Ampelsystem für Wolf

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Der österreichische Naturschutzverband Kuratorium Wald plädiert für die Einführung eines “Ampelsystems” für den Wolf. Anhand dieses Systems sollen geeignete Lebensräume für den Wolf ausgewiesen werden. Knapp ein Sechstel Österreichs käme als Habitat für Wölfe in Frage, erklärte der Obmann des Kuratoriums Wald, Dr. Gerhard Heilingbrunner, gegenüber der Kronen-Zeitung. In diesen Gebieten solle der Wolf geschützt werden, in den übrigen solle zwar ein Durchzug von Wölfen möglich sein, diese aber vor einer Ansiedlung vertrieben werden. Gelinge die Vergrämung nicht, so käme als letztes Mittel auch der Abschuss in Frage, so Heilingbrunner. Österreich biete Lebensraum für maximal fünf Rudel, das Land vertrage maximal 50 bis 60 Wölfe, schätzt der Experte. Heilingbrunner plädiert für die rasche Verabschiedung einer Wolfsverordnung und einer Entschädigungsregelung für Weidetierhalter.

Das Kuratorium Wald hat einen 10-Punkte-Plan zum Wolf verabschiedet. Darin heißt es unter 10.:

“10. JägerInnen müssen in die Pflicht genommen werden

Die Hauptnahrung des Wolfes sind Rehe, Hirsche und Wildschweine. Der Wildbestand Österreichs wird seit Langem durch Winterfütterung auf einem zu hohen Niveau gehalten, dies führt zu immensen Schäden im Forst, da es zu starkem Verbiss von Jungbäumen kommt und der Wolf findet einen reich gedeckten Tisch, was ihm wiederrum die rasche Ausbreitung erleichtert. Die Anwesenheit des Wolfes führt zu einer starken Veränderung des Wildverhaltens, es wird z.B. das Wild aus den Kernzonen der Wolfsgebiete verdrängt. So wird die Verjüngung des Waldes innerhalb der Kernzone begünstigt, aber außerhalb der Jagdreviere von Wölfen können gegenteilige Effekte auftreten. Diese Effekte müssen konkret erforscht und analysiert werden um Abschusspläne in den Jagdrevieren auf Bezirksebene flexibel anpassen zu können (z.B. bei Abwanderung des Wildes durch Wolfsanwesenheit). Das Schlagwort hierzu heißt klar Dynamisierung.”

Die österreichische Landwirtschaftskammer (LK) begrüßte den Vorstoß des Kuratoriums: “Heute hat sich auch eine namhafte Naturschutzorganisation für die Forderung der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, potenzielle Wolfszonen zu definieren und damit den Großteil des Bundesgebietes als wolfsfreie Zone festzulegen, ausgesprochen”, lässt die LK verlauten. Die Bauernvertretung habe stets eine solche Zonierung verlangt, weil flächendeckender Herdenschutz weder technisch noch finanziell machbar sei. Nun teile diese Meinung auch die Naturschutz-NGO Kuratorium Wald.

“Bei einer Vermehrungsrate bei Wölfen von 30%, was bedeutet, dass sich alle drei Jahre der Bestand fast verdoppelt, geht es nämlich nicht nur um Zäune rund um Schaf- oder Rinderherden. Es muss die Frage beantwortet werden, wie die Kulturlandschaft für die Tourismus- und Erholungswirtschaft frei zugänglich bleiben und gleichzeitig eine nachhaltige Alm- und Grünlandwirtschaft erfolgen kann. Denn ein Nebeneinander von Wölfen mit Mensch und Tier braucht strikte Regeln. Diese sollten mit allen direkt Betroffenen rasch gefunden werden”, verlangte LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger.

Welche Schritte setzen?

“Weidehaltung und Almwirtschaft erhalten das Grünland und die Biodiversität. Eine überlebensfähige Nutztierhaltung ist im gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Interesse und darf dem Schutz des Wolfes keinesfalls untergeordnet werden. Auch ein flächendeckender Herdenschutz ist keine Option. Es ist notwendig, dass die Kosten für Herdenschutzmaßnahmen beziehungsweise für Schäden, die durch Wolfsrisse verursacht werden, in vollem Umfang abgegolten werden. Schließlich ist sicherzustellen, dass durch Bestandsregulierung im Sinne eines umfassenden Managements der Wolf die Weidetierhaltung nicht in ihrer Existenz bedroht. Daher müssen wir rasch ein bundesweit einheitliches und umfassendes Wolfsmanagement etablieren, das Fragen der Schadensbegutachtung, Beratung, Monitoring und Schadenskompensation etc. einheitlich regelt”, erklärte Moosbrunner. red.

Beitragsbild: Geeignete und ungeeignete Lebensräume für den Wolf. Grafik: Kuratorium Wald

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