Österreich: Landwirtschaftskammer fordert, WWF soll Herdenschutz finanzieren

“Wenn Naturschutzorganisationen wie der WWF Spenden für Wölfe einheben – warum wird dieses Geld nicht verwendet, um Herdenschutzmaßnahmen zu finanzieren?”, fragt Daniel Heindl, bei der Landwirtschaftskammer Niederösterreich für die Wolfsproblematik zuständig, im ORF. Es sollten diejenigen in die Pflicht genommen werden, die “vom Geschäftsmodell Wolf” leben, so Heindl weiter. Bisher müssten die Bauern die Finanzierung der Wolfsschutzzäune alleine stemmen, da in Niederösterreich keine Zuschüsse für Herdenschutzmaßnahmen gezahlt würden – doch auch wenn, wie in Deutschland, Zuschüsse gezahlt werden, ist die Frage berechtigt, warum die Wolfsprofiteure den Steuerzahler nicht bei den Kosten für den Herdenschutz entlasten sollen. Denn der wird immer aufwändiger und damit teurer, wie sich in Brandenburg und Sachsen gut verfolgen lässt: Die Wölfe lernen immer besser, die Zäune zu überwinden, so dass der Herdenschutz zu einem “permanenten Wettrüsten mit der intelligenten Tierart Wolf” ausarte, stellt Heindl fest.

Es sei überhaupt die Frage, was mit den Spendengeldern passiere, sagt Heindl, und mahnt damit Transparenz bei den Spendensammlerorganisationen an. Für den WWF kommt eine Beteiligung an den Kosten indes gar nicht in Frage: Es gebe ein öffentliches Interesse, dass es Raubtiere wie den Wolf wieder gebe, erklärte ein WWF-Vertreter gegenüber dem ORF, und öffentliche Interessen müssten mit öffentlichen Geldern finanziert werden.” Fairerweise sollte man dann vielleicht im Zuge einer Volksabstimmung klären, wie es um das öffentliche Interesse – und damit die Finanzierungsbereitschaft – für das große Wolfsexperiment tatsächlich bestellt ist. Bis dahin sollte es selbstverständlich sein, dass sich Wolfsprofiteure an den gesellschaftlichen Folgekosten in relevantem Maß beteiligen. Solange entsprechende Verpflichtungen nicht gesetzlich festgeschrieben sind, wäre eine freiwillige Kostenbeteiligung im Interesse des Wolfs, als auch der profitierenden Verbände, dringend anzuraten.  SE

Beitragsbild: Kostspielig – Herdenschutzzaun und Herdenschutzhunde. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

 

2 Gedanken zu „Österreich: Landwirtschaftskammer fordert, WWF soll Herdenschutz finanzieren

  1. Kr.-Itisch

    Öffentliches Interesse, dass es Raubtiere wie den Wolf wieder gibt?!
    Wer hat das! Doch nur Interessensverbände á la WWF, NABU, etc. und Leute, die diesen Gruppen blind oder unreflektiert hinterrennen. Da hat doch die Idee der Landwirtschaftskammer einen gewissen Charme. Diese Gedanken sind allerdings nicht neu, nur ausgesprochen werden sie selten.

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  2. Grimbart

    Wolfsteuer! Wer nicht zahlen will, tritt aus wie bei der Kirche. Mal sehen wie viele wirklich bereit wären ständig für den Wolf in die Tasche zu greifen.

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