Österreich: Jäger im Hitzeeinsatz

Niederösterreichs Jäger im Hitzeeinsatz: Wildtiere benötigen Tränken und Schattenspender. Hege vor allem im Sommer große Herausforderung – austrocknende Feuchtbiotope, verdorrte Felder und frühe Ernte verstärken Stress bei Niederwild

JAWINA-Leser PW schreibt: Deutsche Jäger können das auch.

Die Jägerinnen und Jäger in Niederösterreich sind seit einigen Tagen wieder im Hitzeeinsatz, denn langanhaltende Hitzeperioden beeinträchtigen nicht nur Menschen sondern auch Wildtiere. Dieses Jahr wird der Stress vor allem beim Niederwild durch die frühe Ernte und den damit verbundenen großflächigen Verlust von Deckung, Schatten und Nahrung zusätzlich verstärkt. “Jäger sind im ganzen Jahr als Heger gefragt. Aber insbesondere im Sommer, wenn die hohen Lufttemperaturen während der Nacht keine Taubildung zulassen, sind Wildtiere auf zusätzliche Wasserstellen durch den Bau von Tränken sowie auf Schattenspender angewiesen”, so Niederösterreichs Landesjägermeister Josef Pröll. Fasane etwa bevorzugen Lebensräume entlang von Wasseradern und verschilften Feuchtbiotopen und leiden unter deren Austrocknung. Aber auch der Feldhase als ehemaliger Steppenbewohner benötigt mehr Wasser als landläufig angenommen.

“Das Niederwild und hier vor allem die Jungtiere mit ihrem noch eingeschränkten Aktionsradius benötigen Wasserstellen oder wasserreiche Nahrung in unmittelbarer Umgebung. Niederwildheger sind also gerade jetzt durch Einrichten und Beschicken von zusätzlichen Wasserstellen besonders gefordert”, so Josef Pröll. Die Wasserstellen müssen sich gut und regelmäßig verteilt im Revier befinden, mindestens jeden zweiten Tag mit frischem Trinkwasser versorgt und an einem schattigen Platz angelegt werden, damit die Wasserqualität erhalten bleibt. Die Wasserstellen müssen zudem so angelegt werden, dass Fressfeinde – vor allem jene aus der Luft, wie z.B. Greifvögel – keine leichte Beute machen können. Diese Wasserstellen dienen einer Vielzahl von Tieren, Vögeln und Insekten als wertvolle Puffer- und Lebensraumelemente und zählen zu den besonderen Beiträgen der Jägerschaft zur Vielfalt und Biodiversität in der Natur.

Feldhasen mit wasserreicher Nahrung versorgen

Feldhasen besiedeln im Trockengebiet oft weitläufige Felder ohne vorhandene ganzjährige Wasserläufe und nutzen dort die Grünäsung als Feuchtigkeitsquelle. Bei extremer Hitze und Trockenheit geht diese jedoch weitgehend verloren, weil nahezu alles verdorrt ist. In diesen Gegenden legen die Niederwildheger vereinzelt und gut verteilt Rüben als wasserreiche Nahrungsquelle im Revier vor. PM LJV NOe

Beitragsbild: Bei nahezu jeder FŸütterung wird auch eine WassertrŠänke füŸr das Wild und andere Tierarten angelegt. Quelle: LJV NOe

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