Österreich: Jäger bestreiten Bachen-Abschuss

Erfolg für Jagdgegner: Gatterjagd auf Sauen im Burgenland verboten – Landrätin: “nordkoreanische Verhältnisse” im Burgenländischen Jagdverband

Jagdgegner hatten den Teilnehmern einer (angeblich stattgefunden habenden) Drückjagd im österreichischen Bundeland Burgenland vorgeworfen, eine hochbeschlagene Bache geschossen zu haben und den Aufbruch inklusive der elf Föten, die das Tier innehatte, im Schnee entsorgt zu haben (JAWINA berichtete).  Jetzt hat sich der Bezirksjägermeister des Burgenlands. Kurt Kanzer, an die Presse gewandt: Es habe “nachweislich keine Wildschweinjagd” in dem betreffenden Gebiet stattgefunden, erklärte Kanzer, es handele sich um “haltlose Gerüchte”. Das Bild sei “aus dem Zusammenhang gerissen” und zeige, dass die “vermeintlichen Tierschützer unseriös arbeiteten”.

In der Vergangenheit hatte sich gezeigt, dass die Jagdgegner vom “Verein gegen Tierfabriken” (VgT) erstaunlich gut über Jagdtermine in den von Alfons Mensdorff-Pouilly betriebenen Gattern informiert waren. So war es in der Vergangenheit immer wieder zu Jagdstörungen gekommen, und es war den Jagdgegnern auch gelungen, tatsächliche und angebliche Verstöße gegen jagd- und tierschutzrechtliche zu dokumentieren und öffentlichkeitswirksam anzuprangern. Die VgT-Kampagnen haben den Jagdgegnern bereits eine Reihe von Erfolgen beschert, in etlichen österreichischen Bundesländern wurden in der Vergangenheit die Regelungen für Gatterjagden und die auch unter Jägern höchst umstrittene Jagd auf ausgesetzte Tiere, wie zum Beispiel Zuchtfasane, verschärft.

Jetzt soll im Burgenland die Jagd auf Wildschweine in Jagdgattern ab 2023 verboten werden, wie der Kurier berichtet. Für den Zeitraum bis 2023 wurden schärfere Kontrollen angekündigt und die Zahl der Treibjagden auf fünf pro Jahr und Gatter beschränkt. Alfons Mensdorff-Pouilly protestierte im Kurier gegen den seiner Ansicht nach “verfassungsrechtlich bedenklichen Eingriff in Eigentumsrechte.” Viele Jäger hingegen werden das Verbot einer Belustigung, die in den Augen der meisten Weidmänner wenig bis nichts mit Jagd zu tun hat und die Jagd selbst fortwährend in Misskredit bringt, vermutlich mit Erleichterung aufnehmen.

Der Jagdverband Burgenland protestiert gegen die Novellierung des Jagdgesetzes. Insbesondere die darin vorgesehene Entsendung zweier Gesandter der Landesregierung in den Jagdverband, die stimmberechtigt an allen Vorstandssitzungen teilnehmen sollen, empört die Jagdfunktionäre. Während die für das Jagdgesetz verantwortliche Landrätin Verena Dunst (SPÖ) diese Maßnahme gegenüber dem Kurier als “Demokratisierung des Verbandes” bezeichnete, in dem “nordkoreanische Verhältnisse herrschten”, wehren sich die Verbandsvertreter vehement gegen den nach ihrer Auffassung verfassungswidrigen Eingriff in die “demokratische Willensbildung eines Selbstverwaltungskörpers.” SE

Beitragsbild: Gattersauen (Symbolbild). Foto: SE

Ein Gedanke zu „Österreich: Jäger bestreiten Bachen-Abschuss

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Leider zeigt es sich immer wieder an verschiedenen Stellen: der größte Feind der Jagd sind manche Jäger selbst!

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