Österreich: Bejagung von Rabenvögeln in Kärnten kann fortgesetzt werden

LR Gruber: Neue Verordnung zur Verkürzung der Schonzeit beschlossen – Ziel ist Reduktion der Population auf eine tragbare Zahl für die Landwirtschaft

Aaskrähen, Eichelhäher und Elster – die so genannten Rabenvögel – zählen laut Kärntner Jagdgesetz zu den ganzjährig geschonten Tierarten. Aufgrund der andauernd hohen Schäden, die durch sie vor allem in der Landwirtschaft verursacht wurden, hat das Land Kärnten 2010 damit begonnen, die Schonzeit für die Rabenvögel zu verkürzen. Das teilt die Landesregierung Kärnten mit. Auf der Internetseite der Landesregierung heißt es dazu weiter: “Mittels Verordnungen, die jeweils auf die Dauer von zwei Jahren beschränkt waren, wurde die Bejagung ermöglicht, um die Bestände deutlich zu reduzieren. Mit 15. Juli 2018 tritt die aktuell geltende Verordnung nun außer Kraft, weshalb eine gesetzliche Neuregelung notwendig wurde.

“Unser Ziel ist es, die Zahl der Rabenvögel auf eine für Flora und Fauna, insbesondere aber die Landwirtschaft, tragbare Populationsdichte zu reduzieren”, betonte Jagd- und Agrarreferent LR Martin Gruber im Pressefoyer nach der heutigen Regierungssitzung, in der die neue, für 2019 und 2020 gültige Verordnung beschlossen wurde. Sie sieht wiederum eine Verkürzung der Schonzeit auf rund vier Monate im Jahr (Ende März bis Mitte Juli) sowie die Festlegung von Höchstzahlen für die Bejagung vor.

6.190 Aaskrähen, 8.773 Eichelhäher und 2.709 Elstern dürfen nunmehr pro Jagdjahr erlegt werden. Laut Gruber habe man mit dieser Verordnung einen Kompromiss zwischen Landwirtschaft und Naturschutz gefunden: “Die Verordnung ermöglicht es uns, rasch und effizient einzugreifen, garantiert durch die Abschusshöchstzahlen aber auch einen guten Erhaltungszustand der Rabenvögel.”

Die Schäden, die durch Rabenvögel in Kärnten angerichtet werden, sind mitunter beträchtlich. Betroffen ist vor allem der Ackerbau, insbesondere die Bio-Landwirtschaft, die in bestimmten Gebieten große Schäden an Aussaaten bzw. dem Saatgut gemeldet hat. Schäden wurden auch im Maisanbau, bei Obst- und Gemüsekulturen und im Weinbau gemeldet. Beeinträchtigt werden aber auch die Singvögel- und Niederwildbestände, deren Jungtiere eine beliebte Beute für Rabenvögel darstellen.

Dass die Schadenssituation so genau erfasst ist, sei in erster Linie der Kärntner Jägerschaft zu verdanken, betonte Gruber. Seit 2016 führen die Jäger ein detailliertes Bestands- und Schadensmonitoring durch, sodass die neue Verordnung auch an diese aktuellen Zahlen angepasst werden konnte. “Für diese wertvolle Zusammenarbeit danke ich der Kärntner Jägerschaft. Ohne sie wäre die Rabenvögel-Verordnung nicht umsetzbar. Es sind die Jäger, die uns durch die Bejagung dabei helfen, das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen”, hob Gruber hervor.” PM

Beitragsbild: Elster. Autor: Diginatur, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

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