“Öko-Pegida” – Landrat ärgert Naturfreunde

Nabu & Co. sind sauer auf Gernot Schmidt (SPD), den Landrat des Brandenburger Landkreises Märkisch-Oderland: Der hat anlässlich der landesweiten Wolfswachen (JAWINA berichtete) gesagt: “Ländliche Räume dürfen nicht die Spielwiese von Öko-Pegida sein.” Und weiter: “Ich benutze dieses Wort auch bewusst. Ich sage mal, Medien, Politik, Presse – wir werden alle von extremen Gruppen in die Zange genommen, die uns erklären wollen, wie wir zu leben haben.” In einer gemeinsamen Presseerklärung machten die Landesvorsitzenden von Nabu und BUND ihrer Empörung Luft: Eine “bewusste Provokation” und “eine unfassbare Diffamierung” stelle der Ausspruch Schmidts dar. Dem rbb zufolge machen sich die Landesverbände der Naturschutzorganisationen “für eine Versachlichung in der Wolfsdebatte stark.” Ach wirklich? Davon ist in der genannten Presseerklärung wenig zu verspüren, in der eher nach der Devise Auge um Auge, Zahn um Zahn zurückgeschossen wird, wenn es heißt, “Landrat Schmidt hat selbst Pegida-Niveau”, oder “Leute wie der Landrat”, versuchten, “den Volkszorn gegen den Wolf zu organisieren, was “populistisches und hetzerisches Niveau”, sei. Mag sein, dass Schmidts Pegida-Vergleich nicht besonders glücklich gewählt war – mit ihrer Entgegnung haben Nabu und Bund jedes Maß und jeglichen politischen Anstand weit hinter sich gelassen.

Es sei “unbegreiflich, dass einige Funktionäre bewusst eine derartige Stimmungsmache gegen den Wolf betreiben und damit die Gespräche für einen vernünftigen Umgang mit dem Wolf belasten”, barmt es in der Presseerklärung. Dem lässt sich nur entgegenhalten, dass den Nabu-Funktionären eine winzige Prise Selbsterkenntnis nicht schaden könnte. Denn Stimmungsmache betreiben sie ausgiebiger und professioneller als alle anderen Akteure: Beim Wolf fährt der Nabu seit Jahren seine “Rotkäppchen lügt”-Kampagne, mit der alle, die bei diesem Thema eine abweichende Auffassung vertreten, als Lügner und Märchenerzähler diffamiert werden. Soll so die “Versachlichung der Wolfsdebatte” funktionieren? Eher unwahrscheinlich.

Bei vielen anderen Themen, seien es Rabenvögel, Kormorane oder Fallenjagd, um nur einige Beispiele zu nennen, leugnet der Nabu Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse, wenn es ihm opportun erscheint und dem Spendenaufkommen dient. Bei der Stadtbevölkerung, der die Natur und wirkliche Sachkenntnis (zum Beispiel in Bezug auf die Lage der Teichwirte) gleichermaßen fern liegen, mag der Nabu damit gut ankommen. Auf dem Land, bei den Leuten, die in, mit und von der Natur leben, ist er flächendeckend verhasst: “Wir werden alle von extremen Gruppen in die Zange genommen, die uns erklären wollen, wie wir zu leben haben” – Landrat Schmidts Ausspruch trifft die Haltung weiter Teile der Landbevölkerung und der Landnutzer gegenüber den spendensammelnden Naturfreunden ziemlich gut.

Durch ihre Unsachlichkeit und ihren Opportunismus, durch Stimmungsmache, Populismus und Gier bewirken die Naturschutzverbände eine Frontstellung zwischen Nabu und Co. auf der einen Seite und Naturnutzern wie Landwirten und Fischern sowie konkurrierenden Naturschützern wie Jägern und Falknern auf der anderen. Das ist bedauerlich, denn gemeinsam würden wir mehr erreichen. SE

Beitragsbild: Gernot Schmidt (SPD), Landrat des Landkreises Märkisch-Oderland. Foto: SE

3 Gedanken zu „“Öko-Pegida” – Landrat ärgert Naturfreunde

  1. Ronald Braun

    Ach was, Nabu & Co. sind sauer?
    Worüber eigentlich?
    Das jemand mit gleichen “Waffen” zurück schlägt?
    Wir (also nicht Nabu & Co.) müssen endlich lernen wie sie ticken um dann mit gleichen Kampagnen zu agieren.
    Sie lügen, verbreiten Fachschmeldungen, verwirren unwissende und scheuen nicht vor persönlichen Angriffen zurück!
    Was halten “wir” dagegen?
    Wenig bis nichts. Da wird Harmonie und Frieden gepredigt! Da werden Fakten und Informationen gegen emotionale Betroffenheit gesetzt.
    Das ist sicher sehr gut gemeint, aber in diesen Fällen nicht nützlich!
    Dan an den Landrat des Brandenburger Landkreises Märkisch-Oderland!
    …. un Danke an Euch von Jawina

    Antworten
    1. A. Scholz

      Wolfsjünger sind keine Naturschützer sondern ausschließlich Wolfsschützer.
      Denen ist egal, ob Weidetiere tierschutzwidrig zurück in Ställe müssen, Weiden landschafts-/naturschutzwidrig verbarrikadiert werden oder Heidelandschaften verbuschen, weil Schäfer aufgeben.
      Unzähligen schützenswerteren Tieren und Pflanzen wird der Lebenraum abgesprochen.
      Und nebenbei Unsummen an Spendengeldern von Städtern abgreifen, die sicher in ihrer Großstadtetagenwohnung leben.

      Öko-Terroristen kann man solche Personen auch betiteln.

      Antworten
  2. Penz Andreas

    PEGIDA, will dir aber nicht sagen wie du leben sollst, sie sagen wie sie nicht leben wollen.
    Grüße aus der Lausitz, Andreas Penz

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.