Nürnberg: Morddrohungen gegen Bürgermeister nach Gänseabschuss

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Am 18. August sind in einer Nürnberger Grünanlage sechs (in Ziffern: -6-) Gänse als Vergrämungsmaßnahme abgeschossen worden (JAWINA berichtete). Wegen der Bejagung und weil eine krank geschossene Gans angeblich nicht nachgesucht wurde, hatten das Tierheim Nürnberg und weitere Organisationen und Privatpersonen schwere Anschuldigungen gegen den Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel und die beteiligten Jäger erhoben. In den sozialen Netzen wurde der übliche Empörungssturm entfacht und der stets lynchbereite Mob angestachelt. Mit Erfolg: Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, hat Bürgermeister Vogel über 1000 Briefe, Mails und Anrufe erhalten, die ihm “teilweise auch nach dem Leben trachteten”, wie es auf BR24 heißt. Auch im Briefkasten seines Privathauses fand er Drohbriefe vor, was seine Familie belaste. Man wisse, wo er wohne, wann er aus dem Haus gehe und habe “den richtigen auf ihn angesetzt”, dräuen die anonymen Verfasser.

Für die angeblich krank geschossene Gans – Beweise für die Behauptung stehen bislang noch aus – entschuldigte sich Vogel, “auch im Namen der Jäger.” Die beteiligten Jagdhunde hätten das Tier nicht gefunden. Dies könnte durchaus auch daran liegen, dass die Aktion in nur einer halben Stunde (von 6.15 bis 6.45 Uhr) durchgezogen wurde, vermutlich um Konfrontationen mit aufgewiegelten Bevölkerungsteilen und filmenden Tierschützern möglichst zu vermeiden, so dass nur eine kurze Zeitspanne für Nachsuchen zur Verfügung stand. Bürgermeister Vogel wies darauf hin, dass das Robert-Koch-Institut auf die bakterielle Verschmutzung durch Gänsekot und die daraus erwachsende gesundheitliche Gefährdung hingewiesen habe und man daher verpflichtet gewesen sei, zu reagieren. Als ob rationale Argumente den rasenden Mob interessieren würden… SE

Beitragsbild: Nilgans. Autor: Frank Liebig, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany Lizenz.

Die Red. dankt JAWINA-Leser RS für den Hinweis!

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