NRW: Weiterer toter Wolf gefunden

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) bestätigt den Fund eines toten männlichen Wolfs an einer Bundesstraße in Petershagen, welcher der Kreispolizei Minden am gestrigen Montag, den 8. April 2019, gemeldet worden war. Gemäß Wolfsmanagementplan wurde der Kadaver sichergestellt und durch einen vom LANUV beauftragten Wolfsberater geborgen. Mit Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Minden-Lübbecke wird der Wolf zur veterinärpathologischen Untersuchung in das Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gebracht. Genetische Proben werden im Senckenberg Institut in Gelnhausen untersucht. Nach der Sektion wird der Wolf in die Sammlung des LWL-Museums für Naturkunde in Münster zur Präparation und Verbleib verbracht.

Bereits am 30.03.2019 war ein Wolf auf der A2 bei Porta Westphalica tot aufgefunden worden. Die Sektion bestätigte, dass der junge, noch nicht einjährige männliche Wolf durch die Kollision mit einem Fahrzeug verendet ist. Jungwölfe verlassen in der Regel spätestens mit zwei Jahren das Rudel der Eltern und wandern auf der Suche nach einem eigenen Territorium umher, manchmal mehrere hundert Kilometer weit.

Die Untersuchung toter Wölfe erfolgt im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin (Leibniz-IZW), das deutschlandweit das Referenzinstitut für das Monitoring tot aufgefundener Wölfe ist. Alle Wolfskadaver durchlaufen dort ein an der Humanrechtsmedizin orientiertes Untersuchungsschema, welches Computertomographie, Sektion, sowie Histologie, Parasitologie, Virologie und Bakteriologie beinhaltet. So können etwaige Erkrankungen oder der Kontakt mit Krankheitserregern abgeklärt werden. Die Routineuntersuchungen umfassen unter anderem Staupe Tollwut oder infektiöse Leberentzündung der Hunde. Die Untersuchungen werden von Kooperationspartnern des Leibniz-Instituts, dem Friedrich-Löffler-Institut (FLI), dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und dem Landeslabor Berlin-Brandenburg durchgeführt. Im Zuge der Gesundheitsforschung am Wolf werden darüber hinaus alle Tierkörper auf die Infektion mit verschiedenen Viren und Bakterien untersucht.

Weitere Informationen zu Wolfsnachweisen in NRW sowie zur aktualisierten Förderrichtlinie Wolf sind zu finden unter www.wolf.nrw

Informationen zu Totfunden von Wölfen in Deutschland werden auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf veröffentlicht https://www.dbb-wolf.de/Totfunde/.

Beitragsbild: Wildunfall (Symbolbild). Foto: SE

4 Gedanken zu „NRW: Weiterer toter Wolf gefunden

  1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Der Igel ist ebenfalls besonders geschützt und unterliegt auch nicht dem Jagdrecht, aber da liegen Jahr für Jahr tausende tote Igel auf den Straßen. Da kümmert sich der NABU nicht drum, denn das würde ihre Kassen leeren, jeden einzelnen zum Senckenberginstitut zu schicken um herauszufinden, ob da nicht vorher einer drauf geschossen hat.

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    1. MH

      Und daß man beim NABU Vogelfutter kaufen kann, um unseren Piepmätzen über den Winter zu helfen ist angesichts der Front gegen die Wildtierfütterung auch nicht vermittelbar.

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  2. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    RBB-TV brachte gestern etwas über das eklatante Wolfsproblem in Brandenburg. Danach kam im Bayrischen TV über die Wolfshybridenzucht in Europa und speziell bei uns. Es kamen zwei Institute zu Wort, die über DNA-Tests berichteten. Die “Krone” war ein Herr Nowak vom Senckenberg Inst., der für sich die Deutungshoheit reklamierte und allen anderen die Fähigkeit absprach, DNA-Tests an Wölfen vs. Hybriden zu bewerten. Dass in Deutschland vorzugsweise von Frauen zig-fach Wolfshybriden gezüchtet und verkauft werden, ist unglaublich. Dann die Aussage, dass Tierheime diese Wolfshunde nicht annehmen und die Halter wegen Unfähigkeit sich dieser Tiere dann einfach durch Freilassung entledigen. Der Fachmann staunt, der Leihe wundert sich, die Behörden wissen von nichts.

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