NRW: Mehr als 60 jagdliche Einrichtungen professionell zerstört

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Seit Jahresbeginn sind in den Kreisen Wesel und Kleve mehr als 60 Hochsitze, Kanzeln und Erdsitze von bislang unbekannten Tätern zerstört worden. Die Westfälische Rundschau (WR) zitiert einen Revierinhaber aus Kamp-Lintfort mit dem Satz: “Bei mir steht keine einzige Kanzel mehr.” Der oder die Täter rücken vermutlich nachts mit Fahrzeugen an, sie sind mit Profi-Werkzeugen wie Akku-Sägen und Trennschleifern ausgestattet. So werden die Hochsitze z.T. nicht nur angezündet oder umgesägt, sondern teilweise sogar komplett zersägt. Selbst Metallrohre seien kleingeschnitten worden, klagt Alfred Nimphius, der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Wesel, gegenüber RPonline. Mitunter werden bis zu acht Hochsitze in einer Nacht zerstört, der Schaden beläuft sich mittlerweile auf über 30.000 Euro. Bei manchen Sabotageakten geht es nicht nur um Sachbeschädigung, die Täter nehmen offenbar billigend in Kauf, dass Menschen durch angesägte Kanzeln zu Schaden kommen. Die WR berichtet von einem Fall, in dem ein Jagdaufseher erst auf einer der obersten Sprossen der Leiter bemerkte, dass der ganze Hochsitz schwankte: Die Telefonmasten waren durchgesägt, der Sitz aber nicht umgestoßen worden. Dass auch spielende Kinder solchen feigen und hinterlistigen Attentaten zum Opfer fallen könnten, nehmen die fanatisierten Täter offenbar billigend in Kauf.

Dass es sich angesichts der professionellen Ausstattung der Täter und ihrer flächendeckenden Tätigkeit – betroffen sind der WR zufolge Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Issum, Baerl und anderen Stadtteilen von Duisburg sowie der Kreis Kleve – nicht um “Dumme-Jungen-Streiche” handelt, liegt auf der Hand. Deshalb hat die Staatsanwaltschaft Duisburg die über 60 Strafanzeigen nun zu einem Ermittlungsverfahren zusammengefasst. Alfred Nimphius von der KJS Wesel unterstützt sowohl betroffene Jäger, als auch die Staatsanwälte: Er steht in Kontakt zu Revierpächtern, dokumentiert Schäden und liefert der Ermittlungsbehörde eine Zusammenfassung der Tatbestände. Mittlerweile gibt es wohl erste Hinweise auf die Täter, laut WR wurden zwei Männer im Wald beobachtet, Werkzeuge gefunden und das Kennzeichen eines verdächtigen Autos notiert. red.

Beitragsbild: Angesägter Hochsitz (Archivbild). Foto: SE

 

 

2 Gedanken zu „NRW: Mehr als 60 jagdliche Einrichtungen professionell zerstört

  1. MH

    Gerade bei den moralinsauren “Aktivisten” ist Moral oft nicht zu finden.

    Anhand der umfangreichen “Arbeiten” müssen auch umfangreiche Spuren vorhanden sein. Es wäre zu wünschen, daß die Behörden die Ermittlungen nicht einfach nach Zeitablauf beenden. Wir haben es hier tatsächlich oft mit einer Geisteshaltung zu tun, die sich – im Gegensatz zum im Bericht beschriebenen “Kleinholz” – dergestalt äußert, daß Stützen oder Leitern von Hochsitzen wie ebenfalls beschrieben lediglich angesägt und damit bewußt Perschonenschäden in Kauf genommen werden.

    Ein Auszug aus einem Zitat von Klaus Alfs (publizierender Sozialwissenschaftler und Landwirt): “…….., die ihre Menschenverachtung mit Ethik verwechseln. Sie sind keineswegs die Avantgarde der Zivilisation, sondern Vorboten einer neuen Barbarei.”

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