NRW: LJV fordert Nachbesserungen am Entwurf zum Landesjagdgesetz

+++ Bayern: Treibjagd im Landkreis Passau wegen Hasenpest abgesagt +++

In der Expertenanhörung zur Novellierung des Landesjagdgesetzes im Umweltausschuss des Landtages am 12.11. erläuterten Präsident Ralph Müller-Schallenberg und Vizepräsident Hans-Jürgen Thies die bereits schriftlich eingereichte Stellungnahme des Landesjagdverbandes NRW. In der zweieinhalbstündigen Anhörung wurde klar, dass die Novellierung des Landesjagdgesetzes ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung ist. Müller-Schallenberg: „Jagd ist anerkannter Natur-, Tier- und Artenschutz! Die angestrebten Verbesserungen des Jagdrechtes sind dringend erforderlich.“ Zugleich erläuterten die Vertreter des Landesjagdverbandes aber auch, dass noch wesentlicher Nachbesserungsbedarf am Entwurf besteht. Dabei geht es insbesondere um die Aufnahme folgender Regelungen:

1.  Uneingeschränkte Aufnahme des Federwilds entsprechend dem Bundesjagdgesetz in das Landesjagdgesetz. Die derzeitige Regelung gilt als nicht praktikabel, ein Schutz bestimmter Federwildarten über ganzjährige Schonzeiten als wirksamer.

2.  Wiedereinführung der Pflichthegeschau beim Rehwild zur Transparenz auch gegenüber der nichtjagenden Bevölkerung.

3.  Ermöglichung flächendeckender Bejagung auch in Naturschutzgebieten zur Abwendung von Seuchengefahren wie der Afrikanischen Schweinepest (Landesnaturschutzgesetz).

4.  Finanzierung der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung aus öffentlichen Mitteln statt aus der Jagdabgabe.

Während die Befragung selbst weitgehend sachlich ablief, versuchen interessierte Kreise auch weiterhin Medien und die Öffentlichkeit zu manipulieren. So wollen sie glauben machen, alle zukünftig dem Jagdrecht unterstellten Tierarten sollten auch bejagt werden, verschweigen aber, dass die meisten durch die vorgesehenen ganzjährigen Schonzeiten einen deutlich besseren Schutz als im Naturschutzrecht erfahren. Der Landesjagdverband geht gegen entsprechende Manipulationsversuche vor. Auch Jäger selbst sollten tunlichst die unzutreffende Formulierung „jagdbare Tierarten“ vermeiden, die einen falschen Eindruck vermittelt.

Müller-Schallenberg rechnet damit, dass das künftige Landesjagdgesetz zum neuen Jagdjahr am 1. April 2019 in Kraft sein wird. Er wies darauf hin, dass die Leistungen der Jägerschaft für Natur und Gesellschaft stets parteiübergreifend anerkannt worden seien. PM

Beitragsbild: Hochsitze (Symbolbild). Foto: SE

Ein Gedanke zu „NRW: LJV fordert Nachbesserungen am Entwurf zum Landesjagdgesetz

  1. Frank

    Naja, da gehe ich mit dem Präsidenten weitgehend konform – bis auf die verpflichtende Trophäenschau beim Rehwld. Was der quatscht soll, der auf Kreisebene mitunter schon in schlichte Geldschneiderei ausgeartet ist (beziehe mich da allerdings auf RLP), erschließt sich mir nicht so wirklich. Schon gar nicht, weil man mit “Knochenolympiaden” bei der nichtjagenden Bevölkerung kaum wird punkten können…

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.