NRW: Grausame Bilder – Jack Russell Terrier wildert Reh

+++ Sachsen-Anhalt: Jagdunfall – Jäger erleidet Hämatom durch Abpraller +++

Am Samstag (19.01.) lief zwei Jägern in ihrem Revier bei Helgersdorf (Kreis Siegen-Wittgenstein) ein Jack Russell Terrier ohne Begleitung über den Weg, der einen Maulkorb zu tragen schien. Bei näherer Betrachtung erwies sich der vermeintliche Maulkorb als blutiges Maul.

Die Jäger, Jagdvorsteher Werner H. und Revierinhaber Hans-Jörg B., folgten dem Hund. Was sie entdeckten, lässt selbst gestandene Weidmänner, die schon das eine oder andere von Hunden gewilderte Stück gesehen haben oder erlösen mussten, schlucken: Offenbar hat der Terrier das Reh durch Bisse in die Hinterläufe zunächst bewegungsunfähig gemacht, um das Tier dann entsetzlich zuzurichten: Die Decke ist auf dem Körper des Rehs fast vollständig bis auf die Läufe hinab abgezogen, der blutüberströmte Leib und Träger bedeckt mit Wunden. Am schlimmsten ist der Anblick des Hauptes, die Schädelknochen sind freigelegt, Lauscher (Ohren), Lichter (Augen) und Windfang (Nase) abgerissen, abgebissen. Beinah unvorstellbar: Das Stück lebte noch und musste von den Jägern abgefangen (erlöst) werden.

ACHTUNG: Vor dem Klick auf Weiterlesen beachten: Das Bild des gewilderten Rehs ist wirklich nichts für schwache Nerven.

Von Jack Russell Terrier gewildertes Reh. Foto: privat (JAWINA dankt für die Genehmigung zur Veröffentlichung)

Die Hundebesitzer wurden von den Jägern aufgefunden und zu dem von ihrem Hund so furchtbar zugerichteten Reh gebracht, sie sollten mit eigenen Augen sehen, was ein wildernder Hund – sogar ein kleiner Jack Russell Terrier – anrichten kann. “Die waren fertig, denen standen Tränen in den Augen”, berichtet Revierinhaber Hans-Jörg B. im Gespräch mit JAWINA. Obwohl weder die Leute noch der Hund zuvor negativ aufgefallen waren, hat B. sich entschlossen, den Vorfall beim Ordnungsamt zur Anzeige zu bringen. “Es geht dabei nicht um Schadensersatz”, erklärt der Jäger, “Aber es ist schon wichtig, dass es in so einem Fall Auflagen für die Hundehaltung gibt.” So etwas dürfe nicht nochmal passieren.

Im Siegerlandkurier, der zuerst über das Thema berichtet hat, appellierten die Jäger an Hundebesitzer, Hunde nicht frei laufen zu lassen: Jeder Hund hat einen Jagdtrieb”. Und im Winter, wenn der Stoffwechsel des Schalenwilds heruntergefahren wird, können auch unnötige Fluchten Wildtieren das Überleben erschweren.

Bleibt zu hoffen, dass das Bild dieses Rehs, das so entsetzlich leiden musste, den einen oder anderen uneinsichtigen Hundehalter zum Nachdenken bringt. SE

Beitragsbild: Gewildertes Reh (Ausschnitt). Foto: privat

 

16 Gedanken zu „NRW: Grausame Bilder – Jack Russell Terrier wildert Reh

  1. Ronbi

    Jack Russell sind ursprünglich zur Rattenjagd gezüchtet. Bei der Wildschweinjagd sind sie auch recht furchtlos. Es steckt halt viel Wolf in ihnen. Dieser Hund hat gezeigt, wozu ein Hund, wenn auch klein, fähig ist. Eigentlich hat dieser Hund nichts anderes getan, was auch ein Wolf tun würde. Ist die Beute zu groß, wird versucht das Opfer bewegungsunfähig zu machen und dann wird gefressen, auch wenn die Beute noch lebt. Das entschuldigt natürlich nicht die Hundehalter!

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  2. Julia

    Nur weil der Hund eine blutige Schnauze hatte ist doch nicht bewiesen, dass er das Reh so zugerichtet hat, wo ist überhaupt die Decke vom Reh? Es ist doch eher wahrscheinlich , dass es verletzt aufgefunden wurde, zumindest wenn’s swifklich ein so keienr Hund war?

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  3. Andi

    Das war im Leben nicht der JRT. Tippe eher auf einen Unfall. Ein Stück mit gebrochenem Hinterlauf ist ein leichtes Opfer auch für kleine Hunde. Oder Füchse. Der Verbleib der Decke wäre interessant. Eine Winterdecke ist nicht sooo klein, wer die verspeist hat, braucht nen großen Magen. Der JRT hat höchstens partizipiert. Das Stück hat genug Bißmarken, daß man sich ein Bild machen kann, wer da alles zugebissen hat.

    [Kommentar gekürzt, admin. ]

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  4. Jagdi

    Also echt – der Hund soll das Reh so zugerichtet haben, daß die ganze Umgebung und das Tier selbst über und über mit Blut besudelt waren – und selbst ausschließich die Schnauze voller Blut gehabt haben?? Hat der sich hinterher gezielt den Körper geduscht, und dabei das Blut am Kopf drangelassen? Wer hat ihm die Dusche hingestellt? Leute, denkt doch mal mit!! Und wohin soll die Decke verschwunden sein?? So viel Fell wie da fehlt, paßt net mal mit viel gutem Willen in den Magen eines kleinen Terriers! Zumal das “feine Fleisch” direkt daneben lag – dann vergreift sich doch der Hund net an der Decke und frißt die in aller Ruhe, wenn der “Braten” (noch dazu vielleicht noch aus Terriersicht “verführerisch” schreiend!) quasi daneben liegt! Also, unlogischer geht nicht, echt!

    Und dann: der Terrier wurde gesichtet, als er schon vom Wild wieder weg war. Der war also angeblich so im Rausch, daß er das Tier derart zugerichtet hat, dann (an sich schon ein Widerspruch!) die für ihn viel zu große Decke gefressen hat (im Streß des Blutrauschs frißt der garantiert gar nix, weil viel zu aufgeregt!!), anschließend das schreiende und blutende Tier dann aber trotz angeblichen Blutrauschs hat einfach liegenlassen, um spazierenzugehen und den Jägern “Bescheid zu geben”? Und geht dann, wenn er mit den Jägern wieder vor Ort ist, auch nicht mal mehr dran, obwohl er vorher im Blutrausch gewesen sein soll? Wirklich – wer das glaubt, der glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten!

    Ja, das Geschehene ist definitiv grausam – und so etwas darf einfach nicht passieren und muß Konsequenzen haben (und das sage ich als Halterin zweier Jagdterrier!). ABER – bitte doch für den Verursacher, und net für einen Hund, der das verletzte Tier wohl eher zufällig gefunden und maximal dran herumgeschlabbert hat…. Die armen Halter, die jetzt denken, ihr Hund hätte das Reh so zugerichtet….. ;-( Nachher kriegt der arme Kerl Maulkorb- und Leinenzwang, nur weil er dem für ihn (!) “leckeren Duft” es verletzten Tiers gefolgt ist und die Situation ausgenutzt hat.

    Und das Schlimmste: der eigentliche Verursacher macht weiter und läuft weiterhin frei herum. Reichlich sinnlos….

    Ja – ein Terrier KANN Wild reißen, dafür sind es Jagdhunde. Und das Reh wurde definitiv grausamst zugerichtet – das geht überhaupt nicht! Ich leugne also das Geschehene keineswegs (angesichts der Fotos wäre das ja auch höchstens peinlich…). Aber: DIESER Hund hat mit Sicherheit das Reh nicht so zugerichtet. Hier wurde einfach die falschen Schlüsse aus der Situation gezogen, ohne weiter darüber nachzudenken.

    Sorry für die drastische Beschreibung – aber sonst kommt einfach die Tatsache, was das für ein Unsinn ist, diesen Hund zum Täter abzustempeln, nicht rüber…. Wacht auf! Denkt Nach! Und laßt vor allem diese Hundehalter mit ihrem Hund in Frieden….. (die werden eh so erschrocken sein, daß der Hund nie wieder frei laufen wird…)

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  5. Klaus

    Wie schon erwähnt, der DJT denke ich kann das nicht gewesen sein, außer er kann die Decke an den Läufen abschärfen, und das Reh komplett ausziehen.
    So sieht es jedenfalls aus. Den Rest kann man sich denken, traurig aber wahr.

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  6. Ronbi

    Wenn ich es richtig bedenke, kann der JRT dem Reh nicht die Decke abgezogen haben. Und wenn es doch so wäre, wo ist sie?
    Gefressen bestimmt nicht. Nur, wenn dem so ist, warum haben dann die beiden Jäger den JRT zum Übeltäter gemacht?
    Schließlich haben die Beiden mehr sehen können, als auf dem Bild. Und warum ist JAWINA dem allen kritiklos gefolgt?

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    1. admin Beitragsautor

      Das Genörgel nervt. Das ist hier eine kleine Nachricht über einen Vorfall mit wilderndem Hund. Ich habe mit dem Jagdaufseher und dem Revierinhaber telefoniert, die die Geschichte so bestätigt haben. Es gibt ein Bild dazu, jeder kann sich seine eigene Meinung bilden. Ich persönlich halte es durchaus für möglich, dass ein kleiner Hund sowas hinkriegt, a) weil es weder ein großer Kraftakt noch ein besonderes Kunststück ist, einem warmem Reh die Decke abzuziehen, wenn erstmal ein Riss drin ist und b) weil ich ähnlich zugerichtete Rehe und sogar Wildschweine (von Stadthunden im Berliner Grunewald!) selber schon gesehen habe. Dass die Decke auf dem Foto nicht zu sehen ist, heißt nicht, dass sie nicht da war oder der JRT sie vollständig aufgefressen hat. Und selbst wenn andere Hunde (der Wolf spielt in der Gegend noch nicht die Rolle) beteiligt gewesen wären, würde es an der Grundaussage des Beitrags – was wildernde Hunde anrichten können – wenig bis nichts ändern. Mehr Aufwand ist für eine kleine Meldung nicht drin. Wenn es gewünscht wird, setze ich mich künftig aber gerne in den redaktionseigenen Learjet und recherchiere jede dieser kleinen Meldungen aufwändig vor Ort nach. Nur hätte ich dann gerne die unterschriebene und notariell beglaubigte Kostenübernahmeerklärung inkl. Bankbürgschaft vorher zurück. SE

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      1. Grimbart

        LOL!!!!!!!!
        Ist wie bei den Wölfen, die sind auch immer unschuldig. So ein niedlicher PRT kann doch so was nicht machen! Von wegen.

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  7. Hans-Jörg

    Liebe Schlaumeier, bekanntermaßen gibt es im Internet/in den Sozialen Medien die unterschiedlichsten und verrücktesten Meinungen und Kommentare – so auch hier! Leider handelt es sich aber um einen Tatsachenbericht mit zwei Augenzeugen. Mittlerweile ist der Vorfall beim Ordnungsamt angezeigt worden. Nach einem Ortstermin, bei dem u.a. auf ca. 50 m2 Schweiß (Blut), Fellreste (Deckenfetzen und Lauscherreste) begutachtet wurden, wurden die Hundehalter aufgesucht, die den entlaufenden blutverschmierten Terrier bestätigt haben. Das Veterinäramt hat ebenfalls den Vorfall bestätigt. Mehr werden wir dazu nicht mehr beitragen, denn der Phantasie und dem Pseudowissen der Schlaumeier sind keine Grenzen gesetzt. Letztendlich wissen praxiserfahrene Jäger allzu genau, was (Jagd-) Hunde, u.a. auch Terrier, anrichten können.
    Traurig aber wahr!

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  8. Peter

    Ich finde es einfach fürchterlich , daß so manche Leute , alles verharmlosen,es ist doch ein leichtes seine Hunde an der Leine zu lassen damit so etwas erst gar nicht passieren kann.Es gibt auch Schleppleinen usw. Es sind immer wieder Hunde die sich nicht abrufen lassen und Wild reißen welches dann fürchterlich leiden muss. Vieleicht müsste man solche Hundehalter die sich nicht an eine Leinenpflicht halten richtig zur Kasse bitten .

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  9. Heiner Taubert

    Wie schrecklich diese Rechthaberei angesichts des Elends eines getöteten Wildtieres, wenn die einfache Konsequenz sein sollte, Hunde – egal wie groß – einfach an der Leine zu führen.

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  10. Ronbi

    Lieber Admin, verstehe ihre gereizte Reaktion nicht.
    Eine kleine Meldung, ist es bei dem Bild nicht.
    Wobei mich das Blut nicht schockiert, nur das Leid der Kreatur.
    Der eine Jäger hat sowas schließlich auch noch nicht gesehen und ich auch nicht.
    Das wirft dann eben Fragen auf.
    Hund an die Leine müsste eigentlich klar sein.
    Nur war der JRT wohl weggelaufen.
    Wenn es der JRT war, dann muß das ein ziemlich durchgeknallter Hund sein.

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    1. admin Beitragsautor

      Lieber Ronbi, ich schlage vor, wir vertragen uns wieder. Es gibt hier sicherlich offene Fragen – sehr wertvoll m.E. der Hinweis von Julia auf den gebrochenen Hinterlauf – aber ich kann nicht mehr berichten, als zwei Augenzeugen und das Bild verraten. Ich weiß, wieviel Energie manche Terrier haben und kann mir durchaus vorstellen, dass ein JRT ein (insbesondere fluchtunfähiges) Reh so zurichten kann, wenn er genügend Zeit dafür hat. Ich glaube auch nicht mal, dass der besonders durchgeknallt sein muss. Er hat halt einen ausgeprägten Jagdtrieb, jede Menge Energie und ist dabei zu klein, um das Reh einigermaßen schnell zu töten. Sowas kommt dann dabei u.U. raus – und das ist etwas, das uneinsichtige Hundebesitzer ruhig einmal sehen sollten (und der Sinn und die Berechtigung dieses Beitrags).

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