NRW: Förderrichtlinien „Wolf“ – keine Obergrenze mehr für die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen

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Herdenschutzmaßnahmen, die vor Wolfsübergriffen schützen, können künftig auch über die bisher geltende Obergrenze von 20.000 Euro in drei Jahren hinaus gefördert werden.

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW teilt mit: Herdenschutzmaßnahmen, die vor Wolfsübergriffen schützen, können künftig auch über die bisher geltende Obergrenze von 20.000 Euro in drei Jahren hinaus gefördert werden. Einen entsprechenden Antrag Nordrhein-Westfalens hat die Europäische Kommission jetzt genehmigt. Die neuen Förderrichtlinien Wolf werden in den nächsten Tagen im Ministerialblatt veröffentlicht und treten dann am Folgetag in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt bearbeiten die Bezirksregierungen alle Förderanträge ohne Berücksichtigung der bisherigen 20.000 Euro-Grenze, sie spielt dann keine Rolle mehr.

„Unser Antrag auf „Notifizierung“ der Förderrichtlinien Wolf hat alle Hürden genommen. Damit können wir Nutztierhaltern fortan Aufwendungen für Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel die Anschaffung von elektrifizierten Zäunen oder Herdenschutzhunden ohne Obergrenze erstatten. Gleiches gilt auch für die Entschädigungen für Nutztierverluste“, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsstaatssekretär Dr. Heinrich Bottermann. Dies sei eine sehr gute Nachricht für die Tierhalter und das künftige Zusammenleben mit dem Wolf.

Funktionierende Elektrozäune und Herdenschutzmaßnamen senken die Zahl erfolgreicher Wolfübergriffe erheblich. Derzeit werden zunehmend wieder mehr Weidetiere aus den Ställen auf die Weiden gebracht. In allen Wolfsgebieten und im Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land rät das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium daher dringend zur Durchführung von Herdenschutzmaßnahmen. Hierzu Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann: „Ziel muss es sein, in den Wolfsgebieten großflächig Schafe und Ziegen durch dauerhaft gut funktionierende, elektrifizierte Herdenschutzzäune mit ausreichendem Untergrabeschutz gegen Wolfsübergriffe zu sichern.“ Eine Herdenschutzberatung bietet die Landwirtschaftskammer NRW kostenfrei an.

Seit 2009 treten in Nordrhein-Westfalen wieder sporadisch einzelne Wölfe auf. Seit 2018 sind zwei Wölfinnen ortstreu geworden, das führte zur Ausweisung von zwei Wolfsgebieten, „Schermbeck“ am Niederrhein und „Senne“ in Ostwestfalen. Mittelweile verfügt Nordrhein-Westfalen über drei Wolfsgebiete mit jeweiligen Pufferzonen, ein Wolfsverdachtsgebiet und eine einzelne Pufferzone an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz.

Mit Ausweisung des ersten Wolfsgebiets „Schermbeck“ am 01.10.2018 war es erstmalig möglich, neben den Entschädigungen für Nutztierverluste durch den Wolf auch intensive Herdenschutzmaßnahmen, wie elektrische Zäune mit bis zu 80 Prozent zu fördern. Als eines der ersten Bundesländer stockte Nordrhein-Westfalen diese Förderung ab dem 23.03.2019 auf 100 Prozent auf.

Weiterführende Angaben zum Wolf in Nordrhein-Westfalen (z. B.: Karte der Wolfnachweise in NRW, Kontakt zu Luchs- und Wolfsberatern, die „Förderrichtlinien Wolf“ und Angaben zu Nutztierrissen) bietet die Internetseite www.wolf.nrw. PM

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Schaf. Foto: SE

5 Gedanken zu „NRW: Förderrichtlinien „Wolf“ – keine Obergrenze mehr für die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen

  1. HF

    Wolfsschutz um jeden Preis, Geld spielt keine Rolle.

    Wenn das grüne Pack persönlich für jeden Schaden haften müsste, wäre es uns in dieser Republik wohler….

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    1. Titus von Unhold

      “Grünes Pack”

      Da zeigt sich der durch Argumentationskunst überlegene Geist welcher nicht nur der urban wohnenden, sondern auch in der breiten Masse der Bevölkerung weiter zur Akzeptanz der Jagd beiträgt. Prima, bitte unbedingt weiter machen!

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  2. Ralf

    Von dem Begriff “Pack” würde ich mich distanzieren wollen. Allerdings frage ich mich schon, ob das alles noch natürlich ist.
    Auf der einen Seite überlegt man derzeit, wie man die Corona-Mehrkosten auf die Steuerzahler umlegen kann und auf der anderen Seite gibt man lieber Geld aus für technischen Herdenschutz. Die Geldausgabe für technischen Herdenschutz müsste schlicht und ergreifend nicht sein, wenn man Wölfe nach Wolfrissen regulär bejagen würde. So wie es schon unsere Vorfahren gemacht hatten!
    Wölfe müssen auf Distanz gehalten werden. Sie sind sehr lernfähig. Den Schussknall dürfen sie nicht mit Beute für sich sondern müssen ihn mit Gefahr verbinden. Gefahr erfahren sie jedoch nur, wenn nach einem Schussknall ein Rudelmitglied fehlt. So bitter das auch für die Sozialstruktur sein kann. Es geht nicht anders. Es soll Länder geben, in denen das so praktiziert wird… .
    Allerdings müsste die Schutzstufe in der FFH-Richtlinie geändert werden und eine Jagdzeit mit Abschusszahlenfestlegung (zwischen Ranz und dem Wölfen) durch die untere Jagdbehörde erfolgen. Losgelöst davon muss weiter die Möglichkeit bestehen, Wölfe bei Häufung von Risszahlen schießen zu können.
    Damit sollte alles gesagt sein.

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