NRW: Angeschossener Treiber verklagt Jäger

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Ein heute 77 Jahre alter Treiber hat einen zur Tatzeit im Jahr 2016 22 Jahre alten Jäger auf 20.000 Euro Schmerzensgeld sowie eine monatliche Schmerzensgeldrente in Höhe von 200 Euro verklagt. Der Treiber hatte auf einer Fuchsjagd in dem Mönchengladbacher Stadtteil mit dem schönen Namen Kothausen versucht, einen Fuchs aus einer Strohmiete herauszudrücken. Dies gelang ihm – leider, muss man wohl sagen – denn als der Fuchs flüchtig abging, konnten zwei Jäger den Schuss nicht halten, wobei der 77-jährige getroffen wurde – ob von beiden oder welchem von beiden ist unklar. Wie RPonline berichtet, haben der 22-jährige und ein 84 Jahre alter Jäger ungefähr gleichzeitig geschossen. Allerdings bekannte sich zunächst nur der jüngere der beiden zu seinem Schuss. Der 84-jährige stand, nachdem der angeschossene Treiber schreiend aus der Miete gefallen war, eigenen Angaben zufolge unter Schock und konnte daher weder dem Verletzten helfen noch sich dazu bekennen, ebenfalls geschossen zu haben. Der 22-jährige hingegen sagte dem Opfer des Jagdunfalls sowohl vor Ort, als auch bei einem späteren Krankenhausbesuch, dass es ihm leid tue – womit er, wie er später präzisierte, allerdings lediglich meinte, überhaupt geschossen zu haben. Erst später erfuhr er von einem anderen Jagdteilnehmer, dass auch ein zweiter Jäger geschossen habe.

Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen den jüngeren Jäger mittlerweile mit der Begründung eingestellt, dass nicht klar sei, ob er und nicht der andere Schütze den Treiber getroffen habe. Indes bestreitet nun auch der 22-jährige, den verhängnisvollen Schuss abgegeben zu haben. Er habe nicht auf die Miete, sondern auf den am Boden flüchtenden Fuchs gezielt. Der 84-jährige Schütze tritt in dem Verfahren gegen den 22-jährigen RPonline zufolge nun als “Streithelfer des Klägers” auf.

Die Richterin gab zu verstehen, dass es aufgrund der “Durchmischung von Schrotladungen mit unterschiedlicher Munition” kaum möglich sei, eine Klärung zu erreichen und den von beiden Seiten angestrebten Vergleich zu erzielen. Der Treiber ist durch die wohl heute noch in seinen Beinen steckenden Schrotkugeln beeinträchtigt. Die Entscheidung soll Ende Februar fallen. red.

Beitragsbild: Schrotmunition (Symbolbild). Foto: SE

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