Nordrhein-Westfalen: “Pure Angeberei” – Remmel legt sich mit Anglern an

Nach den Jägern legt sich der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) jetzt mit den Anglern an: Streitpunkt ist das sogenannte Catch and Release, das Trophäenangeln. Dabei werden die Fische nach dem Fang wieder ins Wasser zurückgesetzt. Diese Praxis ist in vielen Landesfischereigesetzen verboten, soll jedoch trotzdem weitergin viele Anhänger unter Sportanglern finden. Dies sei nichts als “Spaß und pure Angeberei”, wie es in einem Bericht des Mindener Tageblatts heißt. Im Internet gebe es “abstoßende Video-Belege” dazu.

Das Umweltministerium des Bundeslandes hat Veterinärbehörden in sämtlichen 54 Kreisen und kreisfreien Städten Nordrhein-Westfalens angeschrieben und “Kontrollen und Bestandsaufnahmen” eingefordert. Wer ein Tier tötet, bedarf dazu gemäß § 17 Tierschutzgesetz eines “vernünftigen Grundes.” Dieser ist zweifelsfrei gegeben, wenn ein Angler einen Fisch zum Verzehr fängt. Trophäenangeln ist nach Ansicht der Tierschutzbehörden in NRW offenbar kein hinreichend vernünftiger Grund. Der Sprecher des nordrhein-westfälischen Landesamts für Umwelt, Natur- und Verbraucherschutz (LANUV), Peter Schütz, erklärte gegenüber dem Mindener Tageblatt, dass die Fische beim Angeln häufig Verletzungen erlitten und starkem Stress ausgesetzt würden. Angler halten dem entgegen, dass sie je nach Sitz des Angelhakens sehr wohl unterscheiden könnten, ob das Zurücksetzen des Fischs zu verantworten sei oder nicht.

Doch der Argumentation der Tierschützer schließen sich offenbar auch manche Gerichte an. So berichtet das Mindener Tageblatt vom Fall eines Sportfischers, der einen 13 Kilogramm schweren Karpfen geangelt und zurückgesetzt hatte. Das Amtsgericht Lemgo verurteilte ihn zu 2400 Euro Geldstrafe. SE

Foto: Flussbarsche (Copyright: MH)

 

 

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