Norddeutschland: Zwei Wölfe an einem Tag überfahren

Bei Verkehrsunfällen sind zwei Wölfe in Norddeutschland iunerhalb weniger Tage getötet worden. Ein Wolf starb am 6.3. auf der B207 im Kreis Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein) nordwestlich von Ratzeburg. Es sei unvermittelt auf die Landstraße geraten, so dass ein herankommendes Auto nicht mehr bremsen konnte und das Tier erfasste, teilte das Landesumweltministerium mit. Der auf Bitten der Polizei herbeigerufene zuständige Wolfsbetreuer des Landes stellte fest, dass es sich bei dem getöteten Tier um einen etwa 35 Kilogramm schweren männlichen Wolf handelte. Der für die Beurteilung entsprechender Funde in Schleswig-Holstein zuständige Sachverständige geht davon aus, dass es ein junger Wolf war – entweder ein Welpe aus dem Jahr 2016 oder ein sogenannter Jährling (also aus dem Jahr 2015). Im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern hatte ein Wolfsrudel im Bereich der Lübtheener Heide im Jahr 2016 Welpen großgezogen. Dieses Gebiet liegt 30 bis 50 Kilometer vom Unfallort entfernt.

Das verunglückte Tier wird zur Untersuchung an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) nach Berlin gebracht. Blutproben des verunglückten Tieres werden zur Klärung der Herkunft des Tieres an das Senckenberg-Institut nach Gelnhausen bei Frankfurt gegeben, dem nationalen Referenzzentrum für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf in Deutschland. Ebenfalls am heutigen Tage wurde bei Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern ein weiterer Wolf von einem Auto überfahren.

Ein weiterer Wolf wurde am 6.3. auf der A24 beim Autobahndreieck Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) von einem Kleintransporter überfahren. Auch dieses Tier wird zur Ermittlung der Herkunft zum IZW verbracht. Vermutlich stammt es von dem Rudel ab, das seit 2014 auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen nachgewiesen ist. SE

Beitragsbild: Wildunfall (Symbolbild). Foto: SE

Ein Gedanke zu „Norddeutschland: Zwei Wölfe an einem Tag überfahren

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Das ist ja toll, dass der zuständige Landeswolfsberater Geschlecht und Gewicht des verunfallten Wolfs so rasch und so eindeutig festgestellt hat. Der Polizei oder der Jägerschaft wäre das selbstredend nicht ohne Weiteres gelungen. Wie gut, dass wir so sachkundige Experten haben!

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