Niedersächsische Wolfsverordnung: “Wir werden weder Hochwasserschutz noch Wiesenvögel dem Wolf opfern”

+++ Brandenburg: Polizei schnappt aggressive Wilderer +++ 

Nach der jüngsten Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes hat das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Bauen, Energie und Klimaschutz eine Verordnung für den Umgang mit Problemwölfen in Niedersachsen vorgelegt. Der Entwurf sei in die Ressortabstimmung gegangen und er hoffe, auch die Verbände möglichst schnell beteiligen zu können, sagte Umweltminister Olaf Lies am (heutigen) Dienstag im Niedersächsische Landtag. „Ich wünsche mir jetzt – trotz unterschiedlicher Meinungen hier im Hause und teilweise unerträglichen Konflikten, die draußen ausgetragen werden rund um den Wolf – eine sachliche Auseinandersetzung mit der Botschaft: Es geht um darum, die Art Wolf zu schützen, nicht jedes Individuum. Wir wollen eine Lösung finden, wie Weidetierhaltung und der Schutz des Wolfes möglich ist. Wir können aber nicht das ganze Land einzäunen oder jedes Tier in den Stall sperren”, so Lies.

Die Verordnung regelt insbesondere die in Niedersachsen zumutbaren Herdenschutzmaßnahmen. Ausreichend geschützte Weidetiere sind eine Grundvoraussetzung, damit eine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss problematischer Wölfe geprüft werden kann. „Die Bedingungen für die Zumutbarkeit unterscheiden sich jedoch stark”, so Minister Lies. „Auf Deichen oder in Naturschutzgebieten werden wir beispielsweise nicht flächendeckend hohe Zäune bauen. Gerade die Naturschutzflächen wie das Grünland in der Heide sind auf die extensive Beweidung angewiesen. Wir werden weder Hochwasserschutz noch Wiesenvögel dem Wolf opfern. Mit der Verordnung schaffen wir einen ausgewogenen Interessenausgleich.” PM

Die vollständige Landtagsrede des Umweltministers können Sie hier nachhören.

Beitragsbild: Deichschafe. Foto: SE

6 Gedanken zu „Niedersächsische Wolfsverordnung: “Wir werden weder Hochwasserschutz noch Wiesenvögel dem Wolf opfern”

  1. Anko

    Zum Link +++ Brandenburg: Polizei schnappt aggressive Wilderer +++ https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1802275/

    “Es handelt sich den Pässen nach um irische Staatsbürger, die reisenden Großfamilien mit rund 50 Mitgliedern angehören. Das Fahrzeug, ein als Rechtslenker gebauter weißer Toyota Hilux, ist auch schon im Kreis Oberhavel mit ähnlichen Delikten festgestellt worden, informiert Bärbel Cotte-Weiß, Sprecherin der Polizeidirektion Ost.”

    Es dürfte sich dabei um eine Gruppe “Tinker”/ “Pavee handeln. Zu diesen zitiert aus Wikipedia:

    “Die Pavee leben mit abweichender Sprache, Kultur und abweichendem Wertesystem innerhalb einer traditionell sesshaften Gesellschaft und Kultur. Innerhalb der Gruppen zu heiraten, auch aus wirtschaftlichen Gründen (Mitgift etc.), spielt eine wichtige Rolle und untersteht internen Regeln. Ehen werden früh arrangiert und jung geschlossen. Eine verordnete, formale und staatliche Bildung lehnen sie meist ab und tradieren Wissen und Werte in vormoderner Weise auf dem Weg der familiären und Gruppensozialisation. Als Menschen ohne festen Wohnsitz und mit von außen wenig durchsichtigen Erwerbsweisen und kulturellen Besonderheiten sind sie seit langem mehrheitsgesellschaftlich stigmatisiert und dem Verdacht der staatlichen Institutionen ausgesetzt.”

    Sicher gibt es schon ein Integrationskonzepte.

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  2. Ralf

    ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Wolfsverordnung-des-Landes-Entwurf-ist-fertig,wolf4296.html

    “…Lies bezeichnete es als problematisch, dass der Bund keine Zahl von Wölfen festgelegt habe, die geschützt werden sollen….”
    Wer hat denn den NaBu-Lobbyisten (wie z.B. Bundesumweltministerin Schulze) in die Chefpositionen im Bundesumweltministerium gehoben? Ich war es nicht!

    Was ich mir zunächst aber wünschen würde, das wäre eine Aufklärung in Bezug auf Hybridisierung bei den bei uns vorkommenden Tieren. Artenschutz macht erst Sinn, wenn sich herausstellt, dass es sich auch wirklich um “Wölfe” und nicht um Mischlinge handelt! Nach dem, was ich mir bisher angelesen habe, ist der Punkt “Hybridisierung” bei den Wölfen auch wesentlich in Bezug auf die potentielle Gefährlichkeit der Tiere. DAS sollte thematisiert werden!
    Und wir Bürger haben ein verdammtes Recht darauf, sowas zu erfahren!

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      1. Ralf

        https://www.jagderleben.de/news/wolfsriss-wolfshybrid-ForGen-Senckenberg-uneinig :

        “Senckenberg: Zum einen ist die Aussage nicht korrekt. Meines Wissens nach hat ForGen noch nie einen Wolf-Hund-Hybriden in Deutschland nachgewiesen (die Aussage “60% Wolf und 40% Hund” ist kein Beleg für eine Hybridisierung; siehe vorherige Antwort)”

        Senckenberg ist also besser, weil 60% Wolf und 40% Hund nicht für einen Hybriden sprechen, weil der “Musterwolf” als Referenz-DNS-Muster fehlt? Habe ich einen logischen Denkfehler? Wenn alle Wölfe in Deutschland also 60% Wolf und 40% Hund in sich im Genmaterial tragen, dann sind sie der neue Status Quo der Wölfe?????????? Es lebe der Artenschutz! Oder doch eher der BUND- und NaBu-Schutz?
        Vielleicht müssten wir uns erstmal darauf einigen, wieviel Hund in einem Wolf sein darf, damit man überhaupt noch von Artenschutz schreiben kann.
        Fakt scheint aber zu sein: Hybriden sind angriffslustiger. Möchte das jemand entkräften?
        Diese ganze Thematik scheint so absurd zu sein, wie sonst wenig. Ich wünschte mir, dass Normalität in die Sache hineinkommt, wenn diese “Tiere” eine Jagdzeit bekommen und die Möglichkeit der Abschusszahlenfestlegung geschaffen wird. Sonst wird das meiner Ansicht nach nichts mit “Normalität”. Es wird sonst weiter Auseinandersetzungen mit, ich bringe es auf den Punkt, Jagdgegnern und der “normalen” Landbevölkerung geben.
        Die Diskussion ist eröffnet und sollte stattfinden!

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      2. Kr.-Itisch

        Senkenberg – unabhängig in Sachen Wolfsmonitoring?
        „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“

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  3. KS

    Danke für diesen Hinweis. Ich bewundere immer wieder die Klarheit der Wikipedia-Sprache. “Verordnete formale staatliche Bildung” – dazu gehören dann wohl auch die Jagdschein-Lehrgänge…

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