Niedersachsen: Wolfsrudel reisst trächtiges Shetland-Pony

In Nienhagen, einem Ortsteil der Gemeinde Gitlen (Landkreis Heidekreis) hat ein Wolfsrudel eine Pferdeherde auf einer Weide angegriffen. Eine trächtige Shetland-Ponystute überlebte den Angriff nicht.

Ein Jäger beobachtete den Angriff der Wölfe und konnte die Tiere durch lautes Schreien und In-die-Hände-klatschen verscheuchen, wie die Lokalzeitung Die Harke berichtet (hinter Paywall). Ein weiteres Pony, ein Hengst, wurde bei dem Wolfsangriff verletzt. Die Wölfe versuchten dem Zeitungsbericht zufolge zwei weitere Male, zu den Pferden auf die Weide zu gelangen: Ein anderer Jäger sah, wie die Wölfe die Weide ansteuerten, sich jedoch zurückzogen, da der Pferdehalter und die Polizei vor Ort waren. Ein weiteres Mal begegnete der Pferdehalter einem Wolf, als er um drei Uhr nachts auf der Koppel damit beschäftigt war, die überlebenden Ponys einzufangen. Pferdehalter aus der Gegend des Rodewalder Rudels fordern den Abschuss der Wölfe, da ansonsten die artgerechte Pferdehaltung aufgegeben werden müsste. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten Artikels in der Harke. (Screenshot)

Hinweis: In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, der Wolfsriss habe sich in Rodewald zugetragen. Das ist ein Fehler, wir bedanken uns für den Hinweis!

10 Gedanken zu „Niedersachsen: Wolfsrudel reisst trächtiges Shetland-Pony

  1. H. Strese

    Wer lässt im Winter eine shettyherde im wolfsgebiet nachts draußen?? Das ist wie gewollt anlocken und dann Jammern, wenn sie tatsächlich kommen…

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    1. Keule

      Der Spruch ist ja wohl eine Unverschämtheit. Es hieß immer, Pferde gehören nicht zum Nahrungsspektrum der Wölfe, deshalb ist in den Wolfsgebieten bis heute auch keine Herdenschutz für Pferde vorgeschrieben. Und jetzt sollen die Pferdehalter selber Schuld sein? Eins steht fest: Wenn es demnächst ein Kind oder einen Pilzsucher erwischt, werden die Wolfsfreunde auch “selber Schuld” schreien. Krank!

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    2. Kr.-Itisch

      Wer im Gebieten mit Rot- Dam- und Rehwildvorkommen Bäume pflanzt? Ist das auch wie gewollt anlocken?
      Dieser geistige Dünnsch… ist bald nicht mehr zu ertragen. Wild, das in Kulturlandschaften Schaden verursacht, gleich ob im Wald oder an Nutztieren, wird seit eh und je und muss bejagt werden. Das gilt für Schalenwild genau so, wie für Raubwild. Nur beim Raubtier Wolf wird alles kritiklos hingenommen und Schalenwild beim kleinsten Schaden gnadenlos bejagt. Und das alles weil eine Minderheit verblendeter sogenannter Tierschützer lauter schreit als der Rest der Nation.
      Wann werden wir endlich wach?

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  2. Stephanie

    Das ist wirklich schrecklich und das tut mir leid für das shetty und die Besitzer. Wölfe sind wie alle anderen Lebewesen unberechenbar. Das ist leider der Lauf der Natur so bitter es sich anhört.ich drücke euch die daumen dass sowas nicht noch mal passiert.

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  3. Ute Führer

    Sehr tragisch das ganze, aber solange die Jagdgenossenschaft die Abschuss Zahlen nicht drastisch reduziert. Wird dies immer wieder passieren.
    Denn Kranke und alte Tiere werden zuviel geschossen. Sollte man sich mal Gedanken drüber machen.

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  4. Thorsten B.

    a) jagen Wölfe 24/h. Ein Einsperren der Tiere in einem wolfssicheren Stall des Nächtens würde daher das Risiko, das die Tiere angegriffen werden, nur verringern, nicht ausschalten.
    b) sind Pferde Lauftiere. Ein unnötig langes Beschränken ihres Bewegungsdrangs (durch Aufstallen beispielsweise) wäre daher nicht art- und tierschutzgerecht. Auch sind gerade Shetlandponies robuste, wetterbeständige kleine muntere Gesellen, die sich in einem Stall grundsätzlich eher wenig wohlfühlen.
    c) wie der Vorschreiber Keule schon ganz richtig formulierte: es wurde und wird teils noch von etlichen Interessenverbänden behauptet, Wölfe würden Pferde nicht angreifen, da Pferde nicht zu ihrem Beutespektrum zählten. Eine Stockmaßangabe fand und findet sich bei keinem dieser Verbandsstatements, und biologisch gesehen sind auch Shetlandponies Pferde.

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  5. B.Schmauch

    Und schuld sind die Gesetzgeber bzw diejenigen, die denken, daß man mal eben wieder ein Raubtier integrieren kann . Die Gelder, die für Zäune – Ausgleichszahlen – Labor – Beobachtung – Wolfsmonitorin (muß ja bestimmt ein Beamter einpflegen) etc gezahlt werden müssen stehen wahrscheinlich in keinem Verhältnis zu der Zahlung bei einer EU Strafe, vor allem nicht, sobald ein Wolf bzw ein Rudel auffällig geworden ist. In anderen Staaten klappt das mit dem Wolf auch nur, weil er – sobald er auch nur in die Nähe kommt – bejagt wird. Dazu sollte man sich mal überlegen, wie es mit der Gewöhnung eines Pferdes beim Ausreiten bzgl großer Hunde aussieht, wenn so ein Pferd Wolf und Hund nicht mehr unterscheiden kann und in Panik gerät – oder eben auch Autounfälle aufgrund von Weideausbrüchen unter Umständen mit Todesfolge. Welcher Politiker will dann immer noch den Wolf verteidigen und sich dafür bekennnen und wer leistet dann Unterstützung für die Hinterbliebenen. Für den Pferdehalter ist so ein Anblick ein Albtraum und jegliche andere Haltung wäre nicht tiergerecht.

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  6. Andrea Seiler

    Die Wölfe haben zwischenzeitlich alles widerlegt, was Spendenbettelvereine und Wolfspatenschaftsverkäufer behauptet haben. Viele von uns Weidetierhaltern haben von Anfang an gewarnt und wurden/werden als Hetzer und Wolfshasser beschimpft.
    Dass das Experiment “Großraubtiere in dicht besiedelter Kulturlandschaft” zum Scheitern verurteilt ist, wird so bald aber wohl nicht eingeräumt werden, wenn man sich die Wahlergebnisse anschaut.
    Wölfe schaden direkt und indirekt der Artenvielfalt.

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