Niedersachsen: Wolfsangriff nicht eindeutig nachweisbar

CDU: “Wolf gehört ins Jagdrecht” – Kritik an Senckenberg-Institut

Bei der Untersuchung der bei dem mutmaßlichen Wolfsangriff auf einen Gemeindemitarbeiter in der Gemeinde Tarmstedt (JAWINA berichtete) genommenen DNA-Proben konnte ein Wolf nicht eindeutig als Verursacher nachgewiesen werden. Wie Umweltminister Lies (SPD) heute auf einer Pressekonferenz mitteilte, sei die DNA von Reh, Katze und Hund nachgewiesen worden. Damit stehe nicht fest, welches Tier den Angriff ausgeführt hat. Lies erklärte, dass er sich “ein eindeutigeres Ergebnis” gewünscht habe. Die niedersächsische CDU-Fraktion kritisierte die Vorgehensweise bei der Untersuchung der DNA-Proben: “Man muss sich schon die Frage stellen, warum ausschließlich das Senckenberg-Institut mit der DNA-Analyse beauftragt wurde und nicht beispielsweise ein forensisches Institut, das sich deutlich besser mit der konkreten Spurensuche am Tatort auskennt”, meinte der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer: “So wäre auch eine rechtssichere Rekonstruktion des Angriffs anhand von Blutspritzern und ähnlichen Indizien möglich gewesen.”

“Aktuell sind wir so schlau wie vor der DNA-Analyse”, so Bäumer weiter. “Daher begrüßen wir die Entscheidung des Umweltministers, das vor Ort gut bekannte Wolfsrudel umgehend besendern zu lassen und ein Bewegungsprofil zu erstellen. Ebenfalls ist es richtig, die DNA-Proben intensiver zu prüfen, auch mit Blick auf eine mögliche Hybridisierung.

Unabhängig von diesen Ergebnissen gehört der Wolf ins Jagdrecht, um verhaltensauffällige Tiere töten und den Bestand nach Feststellung des günstigen Erhaltungszustandes regulieren zu können. Verhaltensauffällig sind Wölfe dann, wenn sie ihre natürliche Scheu vor dem Menschen abgelegt und wiederholt Weiden oder Siedlungen aufgesucht haben. Durch die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht können zudem Zuständigkeiten und Befugnisse rechtssicher geregelt werden. Unser Ziel ist die Bestandsregulierung, um die Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung sicherzustellen.” red./SE

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Die Red. dankt JAWINA-Leser DA für den Hinweis!

 

3 Gedanken zu „Niedersachsen: Wolfsangriff nicht eindeutig nachweisbar

  1. Grimbart

    Reh? Kann es nicht auch ein Esel gewesen sein? Dann waren es eindeutig die Bremer Stadtmusikanten. Der Hahn wurde nicht festgestellt, da die Federn nicht beprobt wurden. Galten als unverdächtig.
    Spaß beiseite, was bleibt ist eine Ungewissheit. Es wird bei einem echten Übergriff dann immer schwieriger glaubwürdig diesen nachzuweisen. Mir tut der Mann leid, denn er darf die ganze Häme jetzt ertragen.

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