Niedersachsen: Wolf knurrt Kinder an

Manchmal hat man ja den Eindruck, dass die hiesigen Wölfe die von Valerius Geist beschriebene Eskalationsskala getreulich abarbeiten: Bei Bannetze (Landkreis Celle) soll ein Wolf zwei kleine angeknurrt haben. Die Kinder sollen auf dem Weg zu ihrem Großvater gewesen sein, wie die Cellesche Zeitung berichtet (hinter Paywall). Mehreren Erwachsenen sei es gelungen, das Tier zu vertreiben. In der Umgebung häufen sich Meldungen von Wolfssichtungen: So spazierte ein Tier durch Walsrode, eine weitere Begegnung ereignete sich vor einem Kindergarten. In Bannetze soll dem NDR zufolge jetzt mit den Einwohnern der Nachbargemeinde Meißendorf, in der der Wolf ebefalls umherspaziert, eine Bürgerversammlung abgehalten werden. Es solle darüber beraten werden, wie mit dem Wolf umzugehen sei. Der Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN), Raoul Reding, rief im NDR “Eltern und Schulen dazu auf, die Kinder über das richtige Verhalten bei einer Wolfssichtung aufzuklären:  Bei Wolfsbegegnungen “sollten sich die betroffenen Personen durch Klatschen bemerkbar machen und langsam zurückziehen.” SE

Headline des verlinkten Beitrags in der Celleschen Zeitung (Screenshot).

Die Red. dankt den JAWINA-Lesern JS und EF für den Hinweis!

5 Gedanken zu „Niedersachsen: Wolf knurrt Kinder an

  1. W. Heesch

    Ich lebe selbst in einer Kleinstadt in der “Kurti” der Wolf hindurch gestreift ist – bis er erschossen wurde. In meiner Straße war er im Garten einer Familie mit 2 kleinen Kindern. Die Mutter brachte gerade ihre Kinder heim, als der Wolf neben dem Auto auftauchte und Gott sei Dank im angrenzenden Wald verschwand.
    Somit stimme ich – entgegen aller Balkonbiologen – dem Prof. Geist zu, dass die Wölfe sich allmählich an menschliche Siedlungen heranarbeiten.

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  2. Harzjäger

    Haben die Verantwortlichen den Wolfsberatern eine Gehirnwäsche unterzogen. Wie will man Kindern das richtige Verhalten beibringen , wenn es noch niemals Erwachsene beherzigen, wenn Sie einen Wolf oder mehreren begegnen. Jetzt müssen wir schon unsere Kinder einsperren damit die Wölfe in Freiheit leben können. Verkehrte Welt.

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  3. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Im Bundesjagdgesetz und in den Jagdgesetzen der Bundesländer werden Wildbestände gefordert, die an die Landeskultur angepasst sind. Zwar zählt der Wolf bisher, außer in Sachsen, nicht zum jagdbaren Wild, man fragt sich trotzdem, warum es bei dieser Tierart genau andersherum sein soll: Die Landeskultur muss sich an den Wolf anpassen. Nicht nur die Weidetierhaltung muss sich radikal ändern, auch ihr Freizeitverhalten müssen Menschen im ländlichen Raum ändern bzw. einschränken. Dabei ist der Wolf trotz gegenteiliger Behauptungen keine bedrohte oder gar vom Aussterben bedrohte Tierart! Der Heiligenschein, der dem Wolf bei uns von Extremlupophilen aufgesetzt wird, ist der sicherste Weg dazu, die Akzeptanz dieser Tierart im ländlichen Raum, also dort wo die urbane Wolfsindustrie ihre Aktivitäten vornehmlich entfaltet, gegen Null geht. Das ist schade, denn der Wolf hat sicher auch bei uns in einem vernünftigen Rahmen seine Daseinsberechtigung

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  4. Stefan

    Ich hatte bis letztes Jahr beim WWF eine Wolfspatenschaft, da ich (immer noch) der Meinung bin, daß man in ein vernünftiges Zusammenleben investieren sollte. Also Herdenschutzhunde, Schulungen etc. Als ich im September 2017 dort anfragte, wie es sich mit dem Tierschutz verinbaren ließe, daß Wölfe sich stundenlang am Straßenrand quälen müssen und selbst gerissene Schafe nicht eingeschläfert werden dürfen, bis der Wolfsbeauftragte (bzw zuständige Amtveterinär) vor Ort ist und ob ein Beschränken der Wolfsverbreitung auf “Konfliktarmes” Gebiet der allgemeinen Akzeptanz nicht sehr zuträglich wären, wurde mir mitgeteilt, daß es höchstens mündliche Antworten geben würde. Soweit zum Interesse der “Wolfsindustrie” an einem offenen Dialog. Schade…

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  5. Ralf

    Aus logischen Günden alleine darf es keine Rolle spielen, ob das ein Hund, ein Wolfhybrid oder ein Wolf war. Wenn eine Gefahr für Menschen und bedeutende Sachwerte besteht- dazu zähle ich auch Weidevieh- dann ist aus meiner Sicht schnelles Handeln ERFORDERLICH (Bedeutung Erforderlichkeit: kein milderes Mittel möglich, weil kein anderes möglich). Gerade bei zu starker Annäherung von Wölfen an Menschen muss UNVERZÜGLICH gehandelt werden (können).
    Besteht eine Gefahr durch ein Tier, dann darf es keine Rolle spielen, ob es sich bei dem verursachenden Tier der Gefahr um ein streng geschütztes Tier handelt. Also unabhängig von einer Untersuchung (Auswertung von Fotos, Losung und Fährten) vorab, ob es vielleicht ein streng geschützter Wolf sein könnte.
    Allein schon durch diese Betrachtungsnotwendigkeit sollte der Wolf ins Jagdrecht mit einer Jagdzeit gesetzt werden, um den Behörden, speziell der Polizei, die fast immer gerufen (werden) wird, Rechtssicherheit beim Tätigwerden zu geben. Die Abschussquote legt bei Wildtrieren die Ordnungsbehörde (hier in erster Linie unter Berücksichtigung des Bundesjagdgesetzes, sowie der Landesjagdgesetze) fest.
    Mit einer solchen Regelung erübrigen sich meiner Einschätzung nach auch alle weitere Problematiken (wie etwa aufwändige und schwer bzw. in Niedersachsen bislang nicht wirklich zielführend durchgeführte Besenderungen, verzweifelt und nicht zielführende Suche nach weiteren Vergrämungsmöglichkeiten, etc.)
    Diesbezüglich sollte es, streng logisch betrachtet, keine Unstimmigkeiten geben.

    Hiermit fordere ich die Politik auf, sich aktiv- aktiver als bisher- für die Herabsenkung des Schutzstatus, sowie die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht einzusetzen!

    Als Bürger käme für mich meines Wissens nach ansonsten nur der Notstand (§228 BGB) in Betracht, wenn ich einen Wolfangriff (oder Hundeangriff oder Wolfhybridangriff) abwehre.

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