Niedersachsen: Wolf bei Vechta überfahren

Nach einer Dreiviertelstunde “elend verreckt”, weil ihn niemand einschläfern durfte

Am 11. April 2017 um 7.12 Uhr hat ein 53jähriger in der Steinloger Straße in Varnhorn (Landkreis Vechta) einen Wolf überfahren. Nach bisherigen Erkenntnissen kreuzte der Wolfsrüde die Fahrbahn und geriet dabei unter den Pkw des Mannes. Der Wolf wurde etwa 50 Meter mitgeschleift, bevor er schwer verletzt am Fahrbahnrand zum Liegen kam. Gegen 08.00 Uhr verendete der Wolf an der Unfallstelle. Der 53jährige Pkw-Fahrer blieb unverletzt. In der Polizeimeldung zum Vorfall heißt es weiter: “Für das Erlegen eines Wolfes sind strenge Maßstäbe angelegt. So muss ein Amtstierart oder ein Arzt des Veterinäramtes mit einem entsprechenden Sachkundenachweis vor Ort sein. Hinzu kommt, dass die untere Naturschutzbehörde dem Erlegen des Tieres zustimmen muss. Ein Jagdpächter oder ein Polizist sind nicht zum Erlegen eines Wolfes befugt.”

Auf Nachfrage von JAWINA kam heraus, dass der Wolf nach dem Unfall noch lebte. Die Polizisten mussten demnach eine Dreiviertelstunde neben dem sterbenden Wolf ausharren, ohne diesen – wegen seines strengen Schutzstatus – erlösen zu dürfen. Auch der Amtstierarzt habe ihn nicht einschläfern dürfen. Auf den Hinweis, dass diese Problematik in anderen Bundesländern mittlerweile tierschutzgerechter und praktikabler gelöst sei, erklärte eine Polizeisprecherin gegenüber JAWINA, dass dies bekannt, in Niedersachsen jedoch derzeit nicht möglich sei: “Es ist eine unbefriedigende Situation für uns, aber so ist nun einmal die Rechtslage in Niedersachsen.”

Der bei Vechta überfahrene Wolf soll zwischen zwei und drei Jahren alt sein und etwa 36 Kilogramm wiegen. Das verendete Tier wird von Mitarbeitern des Wolfsbüros in Hannover abtransportiert und einem Fachinstitut in Berlin zugeführt. Hier soll das Tier auf seine Verletzungen, Art und Herkunft untersucht werden. PM

Beitragsbild: Überfahrener Wolf bei Vechta. Foto: Polizei

3 Gedanken zu „Niedersachsen: Wolf bei Vechta überfahren

  1. H.K.

    Die Politik hat da Gesetze geschaffen, die den Tierschutz wohl offensichtlich nicht berücksichtigen, denn der Schutzstatus wurde hier über den Tierschutz gestellt. Man kann halt eben wildlebende Raubtiere wie einen Wolf halt eben nicht so einfach zum Tierarzt bringen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Der Gesetzgeber muss für solche Fälle klaren Regeln schaffen. Schafft er das nicht, so könnte man ihm Unfähigkeit vorwerfen. In Niedersachsen handeln da die Polikter von Rot / Grün wohl gegen den § 1 des geltenden Tierschutzgesetz?

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