Niedersachsen: Wölfe reissen Großpferd

Am Montag ist im niedersächsischen Landkreis Nienburg ein 14 Monate altes Großpferd der Rasse Hannoveraner von Wölfen gerissen worden. Das etwa 400 Kilogramm schwere Tier wies mehrere Kehlbisse auf, es starb an seinen schweren Verletzungen. Der Riss dürfte von Wölfen des Rodewalder Rudels verübt worden sein, auf dessen Konto zahlreiche Risse von Haustieren, insbesondere Ponys und Pferden, gehen. Der zuständige Wolfsberater sprach angesichts dieses erneuten Rissvorfalls gegenüber der Lokalzeitung “Die Harke” von einer “neuen Dimension”: Es handle sich bei dem jüngsten Wolfsopfer um “ein großes, stattliches Tier”. das zudem mit neun weiteren, bis zu 600 Kilogramm schweren Pferden auf der Weide gestanden habe. Trotz der Schnelligkeit der Herde sei es den Wölfen gelungen, ein Tier abzudrängen und zu töten.

Der getötete Hannoveraner wies Bissverletzungen, die darauf hindeuteten, dass das Pferd von mehreren Wölfen “von vorne und hinten” attackiert worden sei. Die übrigen Pferde auf der Koppel gerieten in Panik und brachen aus ihrer Koppel aus. Mittlerweile ist es dem Besitzer gelungen, die meisten der wertvollen Tiere wieder einzufangen. Die Pferde seien panisch und erschöpft gewesen, heißt es in der Harke. Eines der Pferde verletzte sich auf der Flucht so schwer, dass es eingeschläfert werden musste. Von einem weiteren Pferd, einem ein Jahr alten Rappen mit schmaler weißer Blesse, fehlt bislang jede Spur. SE

Beitragsbild: Großpferde. Foto: SE

Die Red. dankt für den Hinweis!

10 Gedanken zu „Niedersachsen: Wölfe reissen Großpferd

  1. Mikka

    Im Leitfaden des NABU, eine durch Volkswagen unterstütze Initiative, namens “PFERD UND WOLF – WEGE ZUR KOEXISTENZ” steht folgendes: “Der Arbeitskreis Pferd und Wolf hat sich zum Ziel gesetzt, die aktuelle Entwicklung der Wolfsausbreitung genau zu erfassen, zu begleiten und Perspektiven zu erarbeiten…” weiter heißt es “…Da wir uns in Deutschland mitten in einem dynamischen Prozess befinden, wird der hier behandelte Teilaspekt intensiv weiter verfolgt, damit Schlussfolgerungen gezogen werden können. Es ist bekannt, dass noch zahlreiche Fragen zu klären sind. Grundsätzlich soll eine sachlich geführte Diskussion zu einem konfliktfreien Miteinander führen.”

    Vielleicht kann an dieser Stelle der NABU Perspektiven aufzeigen, welche zu einem konfliktfreien Miteinander führen. Eine offizielle Antwort wäre nett.

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  2. Ronbi

    Während ndr.de jedem überfahrenen Wolf einen Beitrag gewährt, gab es hierüber offensichtlich nichts zu berichten.
    Auch eine Art Stimmung zu generieren.

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  3. Christian Krellenberg

    Für jeden der sich auch nur ein bißchen mit der Materie auskennt ist das keine Überraschung mehr. Es hat auch keinen Zweck die Wölfe zu verteufeln, das hatten wir ja schon mal mit dem Ergebnis, das es keine mehr gab! Aber es wird in absehbarer Zeit darauf hinauslaufen das man Wölfe die jede Vorsicht verloren haben abschießen muß. Jeder behauptet so lange das Gegenteil, bis er unmittelbar selbst betroffen ist. Sei es der eigene Hund,das eigene Pferd Schaf oder Rind . Wenn das erste Kind oder Jugendlicher sich zwischen die Wölfe und Beute stellt,werden einige ins Nachdenken kommen! Wölfe lassen sich nicht mal von Bären ihre Beute wegnehmen und wenn sie alle Scheu verlieren werden Dinge passieren, die niemand mehr einfach vom Tisch wischen kann!

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  4. Tanja Koßmann

    Jetzt Mal im Ernst.Zuerst freuen sich alle das der Wolf bei uns wieder heimisch wird .Und dann hört man immer wieder das Wölfe Pferde ,Kühe ,Schafe usw angreifen. Es ist der Instinkt eines Wolfes wenn er Hunger hat zu jagen.Er muss jagen .
    Er macht kein Unterschied ob es ein Tier ist ,was eingezäunt ist oder nicht .
    Hat man Mal daran gedacht das wenn wir Hunger hätten ,auch gerade das Essen nähmen würden was wir am leichtesten bekommen könnten .Ein wolf denkt nicht darüber nach och das Tier gehört ja einem Menschen ,soweit kann ein Wolf nicht denken.
    Wir Menschen müssen uns der Natur anschließen nicht die Natur an uns.
    Klar ist es sein Verlust von den Nutztieren aber der wolf gehört zur Natur dazu ,und er muss jagen um zu überleben.
    Ich finde es erschreckend wenn man solche Tiere töten will ,nur weil diese zur Natur dazu gehören und jagen müssen.Wir müssen einfach uns damit abfinden das es Veränderungen gibt im Leben und in der Natur und uns anpassen

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    1. Ralf

      Liebe Tanja Koßmann,
      ich gebe Ihnen Recht, wenn Sie schreiben, dass Wölfe keinen Unterschied machen, ob ein Tier eingezäunt ist oder nicht. Das bestätigt die Praxis. Einzig Zäune wie bei Jurassic Park (oder z.B. eines Zoos) würden Wölfe am Beute machen hindern können. Das ist auch ein Punkt, der bei der Bewertung der Situation in der EU, speziell in Deutschland Berücksichtigung finden müsste.
      Ich weiß aber nicht, ob Sie Haustiere haben? Falls ja- würden Sie diese den Wölfen als Futter anbieten wollen oder wären Sie vielleicht auch traurig, wenn es/sie gefressen würde/n? Und falls ja, würden Sie dann sagen: “Schwamm drüber- nicht so schlimm”? Bei einem Mal- ok. Aber was würden Sie sagen, wenn die Wölfe ihr /e Haustier/e immer wieder fressen würden. Würden Sie sich dauerhaft damit abfinden (können)?

      U.a. die Schäfer leben von der Schafhaltung. Die Schafe bilden die Grundlage der Existenz von Schäfern. Würden Sie freiwillig Stück für Stück- immer mehr- von Ihrem Einkommen, bildlich gesehen von Ihrem täglich Brot abgeben wollen, damit in unserer dichtbesiedelten Kulturlandschaft, die man sicherlich nicht mit den unendlichen Weiten Russlands oder Nordamerikas vergleichen kann, eine nichtbedrohte Tierart unbegrenzt “irgendwas” einfach fressen kann?
      Sofern Sie ideologisch verbohrt sind, werden Sie sagen: “natürlich werde ich auf all mein Geld verzichten, damit der Wolf fressen kann”.
      Leider muss ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Menschen von ihrem Einkommen leben müssen. Bei Ihnen wird das, sofern Sie nicht staatliche Unterstützung (z.B. Hartz4) bekommen, nicht anders sein, oder?
      Die Weidetiere gehören jemandem. Waren Sie schon mal bei Zucht und Aufzucht z.B. eines Pferdes- unabhängig wie teuer es ist- dabei? Da gehört neben Geld auch Zeit dazu. Und dann wird das Fohlen, in das Sie viel Geld und Zeit “investiert” haben, von einem oder mehreren Wölfen gefressen. Wäre das auch ok für Sie? Wenn Sie diese Frage bejahen, dann brauchen wir, meine ich, nicht weiter kommunizieren.

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  5. D. Frehse

    Sehr geehrte Frau Kossmann,
    Hoffentlich teilen die deutschen Wölfe ihre Sicht in die und über die Natur.
    Wölfe entscheiden selbst über ihre Beute. In der Regel sind das Warmblüter und es müssen nicht zwingend vierbeinigen Warmblüter sein.
    Wenn Wildschweine urbane Gebiete besiedeln, dürfen Wölfe das auch. Das ist auch Natur.

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  6. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Sehr geehrte Frau Koßmann,
    zu Ihrer Information darf ich Ihnen mitteilen, dass in allen Jagdgesetzen Deutschlands steht: Die Bestände von Wildtieren müssen an die Landeskultur angepasst werden. D. h., Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischereiwirtschaft müssen in unserer Kulturlandschaft ohne nicht tolerierbare Beeinträchtigungen durch Wild möglich sein. So haben wir in Deutschland im Jagdjahr 2017/18 über 836.000 Wildschweine erlegt. Regen Sie sich darüber auch auf? Es ist vollkommen unverständlich, weswegen es beim Wolf umgekehrt sein soll: Die Landeskultur soll sich an den Wolf anpassen. Das ist absurd, zumal der Wolf in Europa in vielen Ländern planmäßig bejagt wird, ohne dass es der Art im Geringsten schadet. Deutschland ist angestammtes Verbreitungsgebiet des Wolfs und er darf selbstverständlich bei uns leben. Aber auch die Weidwirtschaft muss möglich sein und erhalten werden. Dazu muss dem Wolf durch Bejagung beigebracht werden, dass er sich von Weidetieren fernzuhalten hat. So einfach könnte das sein.

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