Niedersachsen: Weiterer Aujeszky-Fall auf dem Truppenübungsplatz Munster

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Bei routinemäßigen Untersuchungen von zwei Wildschweinblutproben im Rahmen des sogenannten Wildschwein-Monitorings aus dem Raum Munster wurden Antikörper gegen das Virus der Aujeszkyschen Krankheit (AK) durch das Veteri-närinstitut des LAVES in Hannover am 8. November 2019 amtlich nachgewiesen. Das teilt der Heidekreis mit.

Anfang des Jahres 2019 trat bereits eine AK-positive Probe bei einem Wildschwein aus dem Raum Soltau auf. Dieser erneute Antikörperbefund zeigt, dass auch diese beiden älteren Wildschweine (2 bzw. 5 Jahre) in der Vergangenheit Kontakt mit dem nach dem ungarischen Tierarzt Aladar Aujeszky benannten Virus hatten. Ähnliche Befunde bei Wildschweinen wurden in der Vergangenheit bereits in angrenzenden Landkreisen, wie Uelzen und Celle erhoben.

Die AK ist eine weltweit verbreitete, virusbedingte und hochansteckende Allgemeinerkrankung vieler Säugetierarten, wobei das Schwein der Hauptwirt ist. Wildschweine können sich ebenfalls infizieren. Nur Primaten und Pferdeartige gelten als resistent, der Mensch ist nicht betroffen. Bis 2018 wurde diese Schweineerkrankung weder bei Haus- noch bei Wildschweinen im Heidekreis nachgewiesen. Allein in den Jahren 2015 bis 2018 sind im Landkreis insgesamt 1140 Wildschweineblutproben mit negativem Ergebnis auf AK untersucht worden. Im Jahr 2019 wurden bereits 337 Proben untersucht, wovon nun insgesamt drei Proben mit den Antikörpern der AK versehen waren. Die Feststellung der AK bei Wildschweinen ist weder anzeige- noch meldepflichtig und wird daher aus rechtlicher Sicht, im Gegensatz zur Feststellung der AK bei Hausschweinen, nicht als Tierseuchenausbruch bewertet. Dennoch stellt das Vorkommen der Erkrankung eine potentielle Bedrohung für die Hausschweinebestände und Haustiere, besonders Hunde, dar. Das Veterinäramt des Heidekreises fordert daher alle Schweinehalterinnen und Schweinehalter verstärkt auf, die bekannten Biosicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten. Jägerinnen und Jäger wird dringend empfohlen keinen Aufbruch von Wildschweinen an Hunde zu verfüttern.

Weitere Informationen sowie ein Merkblatt für Jägerinnen und Jäger zur AK bei Wildschweinen sind zu finden auf der Homepage des Laves unter: http://www.laves.niedersachsen.de/tiere/tiergesundheit/tierseuchen_tierkrankheiten/aujeszkysche-krankheit-bei-wildschweinen-auf-dem-vormarsch-103349.html und http://www.tierseucheninfo.niedersachsen.de/anzeigepflichtige_tierseuchen/schweineseuchen/aujeszkysche_krankheit/aujeszkysche-krankheit-bei-wildschweinen-107874.html. PM

Beitragsbild: Jagdhunden droht bei Kontakt mit Wildschweinen, die mit der AK infiziert sind, tödliche Gefahr. (Archivbild). Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser Jowohunter für den Hinweis!

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