Niedersachsen: Umweltminister Lies bittet Jäger um Unterstützung

Verordnung für Entnahme im Notfall geplant – rechtliche Absicherung von Jägern bei Wolfsentnahmen angestrebt

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies bat am gestrigen Donnerstag auf der Jahresversammlung des Zentralverbands der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden (ZJEN) in Bad Fallingbostel die Jäger in Niedersachsen um Mithilfe beim Thema Wolf. „Wir müssen gemeinsam an einer Lösung arbeiten, die auch eine ausreichende rechtliche Absicherung für die Jäger garantiert”, sucht Lies den Schulterschluss mit den Jägern. Wenn die rechtliche Grundlage für die Entnahme eines Wolfs gegeben ist, dann geht dies nach Ansicht von Lies nicht ohne Unterstützung der Jäger. „Ich bin froh, dass wir den Dialog dazu konsequent führten”, so der Umweltminister, der zugleich auf den gesetzlich „sehr engen Rahmen” beim Thema Wolfsentnahme hinwies.

„Mit unserer Förderung ermöglichen wir ja schon die Beschaffung von wolfsabweisenden Zäunen – zum Beispiel bei Schafen – aber natürlich können wir nicht überall in Niedersachsen entsprechende Zäune aufstellen. Gerade an den Deichen ist schon aus technischen Gründen ein solcher Schutz nicht möglich. Und im Gegensatz dazu kann sich eine Rinderherde zum Teil selbst schützen”, ergänzte Lies.

Wichtig sei, dass jetzt zügig die Gesetzesnovelle des Bundesnaturschutzgesetzes umgesetzt werde, die „Lex Wolf”, um einen rechtsicheren Rahmen für die notwendigen Ausnahmegenehmigungen für eine Entnahme zu erhalten – von einzelnen, auffälligen Tieren. „Im Konflikt zwischen Weidetierhaltung und Wolf müssen wir am Ende immer die Zukunft der Weidetierhaltung in Niedersachsen sichern”, so Lies. „Auf dieser Basis werden wir vorgehen. Klar ist aber auch, der hohe Schutzstatus des Wolfs grenzt den rechtlichen Rahmen ein.”

Das Ziel müsse lauten: Über eine Ausnahmegenehmigung oder mit einer Quote wie in Frankreich einzelne Wölfe zu entnehmen. Das Ministerium arbeite gerade an einer Wolfsverordnung, die ein Raster definiere für künftiges Vorgehen, auch „um die Jäger einzubinden. Denn ich brauche ihre Unterstützung”, betonte Lies. „Ich möchte die Jäger rechtlich absichern, so dass ihnen kein Problem entsteht. Und: Wenn wir über einen Abschuss entscheiden, dann gehört es dazu, dass die Gesellschaft diese Entscheidung auch akzeptiert”, so der Umweltminister. Er werde „für dieses Modell überall werben im Sinne der Jäger”. PM

Beitragsbild: Wolfsentnahmewerkzeug Modell 98. Foto: SE

3 Gedanken zu „Niedersachsen: Umweltminister Lies bittet Jäger um Unterstützung

  1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    “Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass” das hat der Minister zwar nicht gesagt aber gemeint, weil er keinerlei Rechtssicherheit geben kann, solange der Wolf nicht im Jagdrecht ist und eine Jagdzeit hat. Die Jäger als Wolf-Prellbock für politisches Unvermögen.

    Antworten
  2. Frosch

    Seit Jahren hat ein Teil der Jägerschaft vor den Gefahren durch den Wolf gewarnt. Nix! Kein warnendes Argument war glaubhaft, dem Nibus ideologischen Gedankengutes folgend, beschworen die Anhänger die Rückkehr Isegrims und huldigten der Bereicherung in Flora und Fauna. Klar soweit? Jetzt wo sich abzeichnet, dass das Kind in den Brunnen fallen wird, so sicher wie das Amen in der Kirche, sollen die vorher verunglipften helfen die Sache zu richten. Ich sicher nicht! Um kein Geld der Welt werde ich meinen Familienfrieden, durch platt gestochene Reifen und nächtliche Gartenbesuche von radikale Wolfsstreichlern kaputt machen lassen. Sollen es diejenigen ausbaden die uns das eingebrockt haben. Wie? Fragt den Mann hinterm Mond. Btw, ich freue mich auf den Tag, an welchem Schwarzwild und der Wolf in den Vorgärten Berlins die urbane Gesellschaft bereichern.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.