Niedersachsen: Schiessstand Waakhausen macht dicht

Der Schießstand Waakhausen bei Worpswede (Landkreis Osterholt) stellt den Betrieb zum 30.06. “auf Grund des öffentlichen Drucks” ein, wie der Betreiber auf der Internetseite des Schießstands mitteilt. Das “Gesamtkonzept für den nachhaltigen und umweltgerechten Betrieb der Schießanlage in Waakhausen” sei gescheitert. Durch die Schließung verlieren “nicht nur hunderte von Jägern ihre Aus- und Weiterbildungsmöglichkeit und Schützen ihre Sportstätte, sondern auch zehn Mitarbeiter auf dem Stand und in der Gastronomie ihren Arbeitsplatz”, heißt es in der Bekanntmachung der Betreiber weiter. Mit dem Aus für den Schießstand Waakhausen steht auch die Jungjägerausbildung der Jägerschaften in Bremen und Osterholz auf der Kippe. Gegen den Schießstand hatte sich eine Bürgerinitiative gebildet, die vehement die Schließung des Schießstands forderte, wie die Wümme-Zeitung schreibt. Das Sanierungskonzept, das die Entsorgung der Altlasten und den Bau eines 20 Meter hohen Lärmschutzwalls vorsah, sei auf “erbitterte Gegenwehr” gestoßen.

Wie man die Schließung einer seit fast 50 Jahren bestehenden Anlage erzwingt – “und damit verbunden auch das Ende eines der erfolgreichsten deutschen Wurfscheibenvereine”, wie Schießstandbetreiber Henning Kruse schreibt – geht aus der Bekanntmachung Kruses hervor: “Einerseits haben wir eine stark reduzierte Einnahmesituation (trotz deutlicher Erhöhung der Preise ab 01.01.2019) auf Grund der erwirkten Einschränkungen des Schießbetriebes durch die Nachbarschaftsklagen, sowie Einnahmeverluste durch die überinterpretierten Auflagen der Verwaltung und andererseits erhebliche Ausgaben für Gutachten, Sachverständige und Anwälte. Wir haben in den letzten zehn Monaten erhebliche Ausgaben getätigt für Lärmschutz, die Entsorgung von Altlasten und die Erledigung von Auflagen an den vorherigen Betreiber.”

Darüber hinaus drohten “unkalkulierbare Kosten für die Ersatzvornahme und weiterer möglicher Entsorgungskosten.” Der Landkreis habe dem Schießstand “bis heute nicht schlüssig darlegen können, welche Grenzwerte, auf Grund welcher Gesetzesvorschrift, an welcher Stelle einzuhalten” seien, beklagt Kruse. Hilfsweise habe man sich auf Grenzwerte für Park- und Spielflächen bezogen, “welche man wohl kaum auf einen eingezäunten Schießstand anwenden kann.” Bei einer Begehung der Anlage am 05.06.2019 hätten Fachleute vom Niedersächsischen Umweltministerium indes bestätigt, dass der Betrieb einer Wurfscheibenanlage mit einem Lärmschutzwall ökologisch dem technisch neusten Stand entspreche und die Anlage in Waakhausen als “absolut erhaltungswürdig” eingestuft.

In diesem Video von Radio Bremen erklären Vertreter der Bürgerinitiative, es gehen ihnen darum, “eine Umweltkatastrophe zu verhindern.” Die ist zwar trotz der in den vergangenen 50 Jahren tonnenweise verschossenen Bleimunition bislang ausgeblieben, dennoch sei der Schießstand sei “eine tickende Zeitbombe.” Äußerungen, die man mit Fug und Recht als alarmistisches Geschwätz bezeichnen kann, denn bis heute wurden keine erhöhten Bleiwerte im Wasser nachgewiesen.

Beitragsbild: Bekanntmachung zur Schließung auf der Internetseite des Schießstands Waakhausen (Screenshot, Ausschnitt)

Die Red. dankt JAWINA-Leser GM für den Hinweis!

 

3 Gedanken zu „Niedersachsen: Schiessstand Waakhausen macht dicht

  1. jochen

    In der failed City Bremen, wird schon seit längerem Krieg gegen Waffen geführt. Da passt das eigentlich ganz gut ins Bild. Um die Miris hingegen, kümmern sie sich nicht so gerne….

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  2. Grimbart

    Der Stand ist in Nds, wird von den Bremern allerdings mitgenutzt. Sehr schade, denn es ist eine sehr schöner Stand. Eigentlich unverständlich, wie sich die paar Anwohner durchsetzen konnten, denn er liegt wirklich mitten in der Pampa.

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  3. RK

    Auch hier (wieder mal – Achtung Sarkasmus) ein Zeichen einer saturierten und untergehenden Gesellschaft, die sich alarmistisch und egoistisch auf Fake-Probleme konzentriert und Rechte Dritter unverhältnismäßig einschränkt. Unterstützt wird das Szenario selbstverständlich durch den allgemeinen Trend zu links-grün, Waffen sind böse und wir sind bunt (Blei ist ja nur grau). 🙁

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