Niedersachsen: “Politischer Filter und Geheimniskrämerei” – Dammann-Tamke kritisiert Senckenberg-Institut

Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Landesjagdverbands Niedersachsen und agrarpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag übt scharfe Kritik am Senckenberg-Institut, das für die Untersuchung von DNA-Proben von Wölfen zuständig ist. Zuletzt hatte das umstrittene Institut von sich reden gemacht, als es im Fall des vermeintlichen Wolfsangriffs auf einen Gemeindemitarbeiter bei Steinfeld (JAWINA berichtete), keinen Wolfsnachweis erbringen konnte. Er habe “schon fast erwartet, dass bei der Untersuchung durch das Senckenberg-Institut nichts herauskommt”, sagte Dammann-Tamke gegenüber der Kreiszeitung Wochenblatt.  Es sei strittig, ob das Senckenberg-Institut bei den Wolfs-Nachweisen die richtigen Analysemethoden anwende und ob die gewonnenen Erkenntnisse “nicht durch einen politischen Filter gingen.”  Es sei “durchaus denkbar, dass das Labor im Sinne der Pro-Wolf-Lobby agiere.” Es wäre besser gewesen, im Steinfelder Fall ein forensisches Institut mit der DNA-Untersuchung zu beauftragen, meint der CDU-Politiker.

Dammann-Tamke beklagte, dass das Senckenberg-Institut “das Analyse-Monopol in Sachen Wolf” habe. Das Institut wache akribisch über seine Referenzproben und weigere sich, diese z.B. an kriminaltechnische Labore weiterzugeben. Der Mangel an Transparenz begründe ein “verständliches Misstrauen” gegenüber der Arbeit des Instituts. Dammann-Tamke plädierte dafür, die DNA-Untersuchungen von verschiedenen unabhängigen Laboren durchführen zu lassen. Dies setze allerdings voraus, dass das Senckenberg-Institut seine genetische Datenbank offenlege. Deren Nichtveröffentlichung widerspreche dem Umweltinformationsgesetz. Gegenüber JAWINA berief sich eine Sprecherin des Senckenberg-Instituts auf die in den Verträgen mit den Auftraggebern – das sind die Landesumweltämter der Bundesländer – vereinbarte Geheimhaltungspflicht. Insofern sollte es, entsprechenden politischen Willen vorausgesetzt, ein Leichtes sein, die schon lange geforderte Veröffentlichung der DNA-Datenbank zum Wolf durchzusetzen. Dies liegt auch im Interesse des Senckenberg-Instituts, dessen Ruf durch die unwissenschaftliche Intransparenz bereits schweren Schaden genommen hat.

Dammann-Tamke äußerte sich im Wochenblatt auch skeptisch über die Tätigkeit des Senckenberg-Instituts bei der Untersuchung von Wolfsrissen bei Pferden. Obwohl etliche Vorfälle gemeldet worden seien, habe es nur ein Fall in die offizielle Statistik geschafft. Dies mache ihn stutzig, so Dammann-Tamke: “Es stelle sich die Frage, ob möglicherweise verhindert werden solle, Angriffe auf Pferde mit dem Wolf in Zusammenhang zu bringen.”

Auch müsse intensiver geprüft werden, inwieweit Hybriden von Wölfen und Hunden an Nutztierrissen beteiligt seien. Diese Hybriden seien schon aus Artenschutzgründen umgehend zu entnehmen.  Das Senckenberg-Institut verhindere “mit seiner Geheimniskrämerei eine objektive Untersuchung der DNA-Proben”, tadelt Dammann-Tamke im Wochenblatt.

Dammann-Tamke befürwortet die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht: Die Zuständigkeit für die Bejagung der Tiere müsse bei den Jägern liegen. red.

Beitragsbild: Helmut Dammann-Tamke. Quelle: CDU Niedersachsen

2 Gedanken zu „Niedersachsen: “Politischer Filter und Geheimniskrämerei” – Dammann-Tamke kritisiert Senckenberg-Institut

  1. Ronbi

    Warum nicht das Institut ForGen, welches in Frankreich “ganze Arbeit” geleistet hat.
    60% der in Frankreich untersuchbaren Proben ergaben “Wolfs-Hund-Hybride”.
    Wie war das, wenn man mitochondriale DNA verwendet, wird aus Wolf schnell Hund.

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  2. Ralf

    Ich hatte es auch vermutet. Dammann-Tamke hat’s erkannt. Wenn das stimmt, was im Raum steht, dann kann man durchaus von einem Skandal sprechen. Wenn es stimmt, dass die Wolflobby derart großen Einfluss auf das Senckenberg-Institut hat, dann ist dieses Institut in Zukunft nicht mehr mit Genanalysen zu beauftragen!
    Und wenn es stimmt, dass mehr Wolfhybriden bei uns sind als Wölfe, dann gilt es, die Wolfpolitik und der Artenschutz, auf den Wolf bezogen, zu überdenken!
    Ich bitte um schnellstmögliche Aufklärung!

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