Niedersachsen: Mit 1,8 Promille und geladenem Revolver in Bar – Jäger verurteilt

Ein 42 Jahre alter Jäger aus Damme (Landkreis Vechta) war nach einem Barbesuch von der Polizei kontrolliert worden, wobei nicht nur eine Alkoholkonzentration von 1,8 Promille in seinem Blut festgestellt, sondern auch ein geladener Revolver entdeckt wurde. Das Oldenburger Landgericht als Berufungsinstanz hat nun ein Urteil des Amtsgerichts Vechta bestätigt und den Mann wegen unerlaubten Führens einer Schusswaffe zu einer Geldstrafe von 8000 Euro verurteilt. Der Jäger hatte sich einem Bericht von nwzonline zufolge mit der Behauptung zu verteidigen versucht, dass er keinen Alkohol getrunken habe, sondern ihm K.O.-Tropfen verabreicht worden seien. Das Gericht hielt diese Aussage für eine Schutzbehauptung, durch die sich am Tatbestand des unerlaubten Führens einer Schusswaffe auch nichts ändern würde. Ob das Urteil bereits rechtskräftig ist, geht aus dem Beitrag nicht hervor. Für die waffenrechtliche Zuverlässigkeit des Jägers dürfte es jedenfalls nicht so gut aussehen.  red.

Beitragsbild: Jagd und Alkohol – keine gute Kombination. (Symbolbild). Foto: SE

2 Gedanken zu „Niedersachsen: Mit 1,8 Promille und geladenem Revolver in Bar – Jäger verurteilt

  1. Zündelnerlaubt

    “Für die waffenrechtliche Zuverlässigkeit des Jägers dürfte es jedenfalls nicht so gut aussehen.” Mit Recht, warum nimmt der die Waffe mit in die Kneipe? Gerüchteweise hat er mit der Waffe auch geprahlt, wie gesagt, gerüchteweise. Aber wie auch immer, wieder einer der den normalen Legal-Waffenbesitzern einen Bärendienst erwiesen hat

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  2. conditio sine qua non

    Mit Recht? Nee. Eher mit Unrecht. Bis 1972 durfte jeder Jäger Schusswaffen geladen mit in die Kneipe nehmen oder beim Einkaufen führen, der Jagdschein ersetzte den Waffenschein. Auch bis 2003 durfte man wenigstens noch geladene Waffen im Zusammenhang mit den jagdlichen “Verrichtungen” führen, also auch auf den Wegen, beim Essen und sonstigen Unterbrechungen im Zusammenhang mit der Jagd. Passiert ist nix, von eigener Dämlichkeit in Einzelfällen abgesehen, eher im Gegenteil, was Dritte als Opfer anbelangt, es war sicherer als heute, obwohl Büchse, Flinte oder Drilling zumindest bis 1972 oder sogar bis 2003 aufgehängt an der Küchentür oder neben dem Wohnzimmerschrank “aufbewahrt” werden durften. Langwaffenbesitz war nicht mal erlaubnispflichtig, Jeder ab 18 durfte eine Langwaffe erwerben und besitzen, WBK gabs nur für Kurzwaffen. Prävention und “eingesparte” Opfer aller Art unterm Strich nach Abzug von Waffenmissbrauch kann man heute nur ahnen, Waffenmissbrauch eignet sich so wenig wie jeder andere Missbrauch in anderen Rechtsgebieten zu Verboten, sonst könnte man alle Rechte und die Freiheit abschaffen, wenn Missbrauch als Grund tauglich wäre. Abusus non tollit usum, im übrigen kann sich kein Staat leisten, seine Bürger ständig mehr mit Misstrauen und schikanierenden, kriminalisierenden und pönalisierenden Regeln nur der Missbrauchsmöglichkeit wegen im Zusammenhang mit dem Besitz von Werkzeugen zu überziehen, er verliert sie sonst. Wenn wieder mehr zuverlässige (nicht vorbestraft, im Beruf stehend, Steuerzahler, altersmäßig aus dem Gröbsten raus), geeignete und sich sachkundig gemacht habende Menschen Waffen führen dürften, v.a. zur Notwehr und erst recht auch zur Nothilfe (Abwehr von Angriffen auf Rechtsgüter von Anderen), würde sicher wieder weit weniger passieren auf den Straßen als jetzt. Auch Täter wollen gesund heimkommen und machen vor jeder Tat Risikoabwägungen, Affekthandlungen mal außen vor. Auch die Dämonisierung von Waffen, toten Gegenständen, die Übertragung der Deliktsfähigkeit vom Menschen auf diese toten Gegenstände, um ihm (gerade auch vorl.) Rechtsschutz entziehen zu können, würde schlagartig aufhören, es gäbe wieder mehr Menschen ohne Vorurteile, mit Wissen und Erfahrung, statt der ewigen ahnungslosen Dummschwätzer und Angsthasen. Es gilt ewig: Unbewaffnete Bürger werden regelm. Opfer, wehrhafte eher selten. Wenn der Staat immer nur die Opfer entwaffnet, macht er sich m.E. auch der Beihilfe an allen Taten regelm. mit was auch immer bewaffneter Täter mit schuldig, wird zum Beihelfer.

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