Niedersachsen: Land fördert Wolfsschutz für Rinderhalter

+++ Wolf reißt Schafe trotz Herdenschutzhunden +++ Wölfe sollen Hütehund gerissen haben +++

Wurden bislang nur für Schaf- und Ziegenhalter Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe aus Steuermitteln finanziert, so sollen nun auch Schutzzäune und Herdenschutzhunde für Rinderhalter gefördert werden. Das verkündet der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in einer Pressemitteilung: “In einem Umkreis von 30 Kilometern rund um Wietzendorf fördert das Land Niedersachsen künftig auch für Rinderhalter im Haupt- und Nebenerwerb die Anschaffung von wolfsabweisenden Herdenschutzmaßnahmen gemäß der „Richtlinie Wolf” des Landes. Bezuschusst werden unter anderem der Erwerb von Elektrozäunen und Herdenschutzhunden. „Grund hierfür ist, dass in diesem Gebiet seit September 2015 drei Kälberrisse in einem Zeitraum von zwölf Monaten nachweislich von Wölfen verursacht wurden”, erklärte Jana Sprenger vom Wolfsbüro des NLWKN. In diesen Fällen sieht die „Richtlinie Wolf” des Landes vor, dass neben den Haltern von Schafen, Ziegen und Gatterwild auch Rinderhalter bei der Durchführung von Präventionsmaßnahmen unterstützt werden.

Die Förderungen können beim NLWKN beantragt werden. Antragsformulare und weitere Informationen finden sich unter www.wolfsbuero.nlwkn.niedersachsen.de / Präventionsanträge Herdenschutz / Antrag „Rinder”.

Darüber hinaus bietet der NLWKN für Rinderhalter in den betroffenen Gemeinden im Raum Wietzendorf eine Informationsveranstaltung an, die am 31. August 2016 ab 18 Uhr im Kreishaus Fallingbostel (Vogteistraße 19) stattfindet. Um eine Anmeldung wird gebeten (herdenschutz@nlwkn-h.niedersachsen.de; 0511/3034-3034).

Der Umkreis von 30 Kilometern rund um Wietzendorf bedeutet, dass in folgenden Gemeinden die Rinderhalter eine Förderung für einen wolfsabweisenden Herdenschutz beantragen können:

Landkreis Celle:

Beedenbostel, Bergen, Celle, Eschede, Faßberg, Lohheide, Hambühren, Südheide, Wietze, Winsen (Aller)

Landkreis Harburg:

Egestorf

Landkreis Heidekreis:

Ahlden (Aller), Bad Fallingbostel, Bispingen, Böhme, Bomlitz, Buchholz (Aller), Eickeloh, Essel, Gfb. Osterheide, Gretehem, Hademstorf, Hodenhagen, Munster, Neuenkirchen, Schneverdingen, Soltau, Walsrode, Wietzendorf

Landkreis Lüneburg:

Amelinghausen, Betzendorf, Oldendorf (Luhe), Rehlingen, Soderstorf

Landkreis Rotenburg:

Hemslingen, Visselhövede

Landkreis Uelzen:

Eimke, Gerdau, Hanstedt, Klosterflecken, Ebstorf, Schwienau, Suderburg, Wriedel PM NLWKN

Auf einer Alp in Flums Kleinberg in Liechtenstein hat ein Wolf trotz Herdenschutzhunden zwölf Schafe gerissen, berichtet die Zeitung Liechtensteiner Vaterland. Woher der Wolf stammt, ist dem Blatt zufolge noch unbekannt, DNA-Proben sollen dessen Herkunft aufklären. Auch in Liechtenstein können (wie in der Schweiz) “Problemwölfe” zum Abschuss freigegeben werden, wenn sie in einem bestimmten Zeitraum zu viele Nutztiere reißen.

In der Schweiz sollen zwei Wölfe einen Hütehund totgebissen und fortgeschleift haben, wie die Berner Zeitung schreibt. Eine Schäferin will den Vorfall beobachtet haben. Die bisher ausgewerteten DNA-Proben wiesen jedoch eher auf Hunde hin, so die BZ. SE

Beitragsbild: Herdenschutzhunde – nicht die Lösung für alle Probleme. Foto: SE

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