Niedersachsen: “Kinder hinter Zäune, damit der Wolf frei leben kann?”

CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Toepffer: “Grenze ist erreicht – Wolfsrisse nicht mehr hinnehmbar”

„Mit Besorgnis und Erschrecken nehmen wir in der CDU-Landtagsfraktion die Ereignisse rund um die Wolfsrisse im Landkreis Nienburg zur Kenntnis. Dass unmittelbar an einem Waldkindergarten ein Alpaka gerissen wurde, zeigt, wie nah der Wolf dem Menschen kommen kann. Die Eltern sind inzwischen so verängstig, dass sie überlegen, den Kindergarten morgen in Eigenregie einzuzäunen. Kinder hinter Zäune, damit der Wolf frei leben kann – dies ist den Menschen in Niedersachsen nicht mehr vermittelbar. Es muss jetzt zügig geklärt werden, wie mit den Wölfen im Landkreis Nienburg verfahren wird“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Toepffer.

Der Fraktionschef weist darauf hin, dass sich diese Entwicklung schon länger abgezeichnet hat: „Nach den zahlreichen Schafsrissen sind die Wölfe jetzt offensichtlich darauf konditioniert, sich an große Tiere zu wagen. Der Fall des 300-Kilogramm schweren, kürzlich gerissenen Rindes zeigt, dass hier kein einzelner Wolf zu Werke geht. Die Vermutung des Wolfsberaters, dass es sich um ein Rudel handelt, ist nachvollziehbar.“

Toepffer: „Das zuständige Umweltministerium muss jetzt schnell für Klarheit sorgen: Wie viele Wölfe treiben in der Region ihr Unwesen? Was ist geplant, um die Tierhalter und vor allem die Bevölkerung zu schützen? Wir können nicht darauf warten, dass ein Wolf erst wieder in einen Stall eindringt oder gar Schlimmeres passiert. Die vom Umweltministerium im Zusammenhang mit dem Wolf geführte Diskussion um die Weideprämie ist nicht zielführend und lenkt nur von der eigentlichen Problematik ab.“

Wichtig sei, dass es jetzt schnell gehe, bevor noch mehr passiert. „Die CDU-Landtagsfraktion steht bei diesem Thema eng an der Seite der betroffenen Menschen“, so der CDU-Fraktionschef. PM

Beitragsbild: Zaun mit Nato-Stacheldraht. Autor: Joe Mabel, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

 

3 Gedanken zu „Niedersachsen: “Kinder hinter Zäune, damit der Wolf frei leben kann?”

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Es ist ja hinlänglich bekannt, dass mit zunehmender Kopfstärke von Wolfsrudeln auch die Beutetiere größer sein können. Das ganze Gejammere der Politik, hier der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, bringt aber nichts. Man muss sich zunächst überlegen, ob die Möglichkeiten der “Entnahme” von Einzelwölfen nach Artikel 16 der FFH-Richtlinie favorisiert werden, oder ob der Wolf nicht besser in den Anhang V überführt wird. Dort befinden sich beispielsweise Gams und Steinbock, die ja vollkommen regulär bejagt werden können. “Entnahme” nach Artikel 16, in Deutschland schon jetzt möglich, wird von sog. Managementplänen und der Brandenburger Wolfsverordnung absichtlich so bürokratisiert und damit erschwert, dass diese Möglichkeit bislang nicht genutzt werden kann. Überführung des Wolfs von Anhang IV der FFH-Richtlinie nach Anhang V ist deshalb zu favorisieren, aber das muss man nun auch klar sagen und von allen Seiten und auf allen Ebenen mit großem Druck fordern.

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    1. Otto Dietrich

      Wie viele Kinder sind in den letzten 100 Jahren von ihren Eltern, oder Erwachsenen krankenhausreif (mißhandelt) behandelt worden, und wie viel Kinder sind in den letzten 100 Jahren von Wölfen angegriffen worden? Trotz der Vielen, vielen Wölfe in Deutschland sind Bisse von Hunden bei weitem in der Überzahl. Auch heute noch! Sollen wir etwas gegen die vielen bissigen Hunde Unternehmen???

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  2. Wilfried Böhm

    Sehr geehrter Herr Pfannenstiel,

    Ihre Antwort ist sehr hilfreich und bringt etwas Ordnung in die Diskussion. Vielen Dank!

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