Niedersachsen: Katze angeschossen – Jagdschein weg

Einem Jäger, der bei Höltinghausen (Landkreis Cloppenburg) eine Katze angeschossen und in eine Maisfeld geworfen hatte (JAWINA berichtete), sind Jagdschein und waffenrechtliche Erlaubnis entzogen worden. Die Katze hatte den Schrotschuss überlebt. Der Besitzer der Katze sprach den Jäger darauf an, der eine pampige Antwort gab. Die aus dem Maisfeld geborgene Katze musste dann vom Tierarzt eingeschläfert werden. Für das rohe und unweidmännische Vorgehen ist der Jäger in erster Instanz zu einer Geldstrafe in Höhe von 70, in zweiter Instanz zu 50 Tagessätzen à 70 Euro verurteilt worden. Obwohl die Strafe damit unter der Grenze von 60 Tagessätzen blieb, ab der die Zuverlässigkeit regelmäßig verneint wird, entzog die Behörde nun Jagdschein und WBK. Die Zuverlässigkeit werde ohnehin geprüft, erklärte eine Sprecherin der Landkreises auf Nachfrage von JAWINA. In diesem Fall hätte sei man zu dem Schluss gekommen, dass die waffenrechtliche Zuverlässigkeit nicht gegeben sei. red.

Beitragsbild: Katze. Foto: SE

4 Gedanken zu „Niedersachsen: Katze angeschossen – Jagdschein weg

  1. Anko

    Widerliches (ekelhaftes …) Vorgehen und Verhalten, das da abgestraft wurde. Wer so ignorant und roh mit Kreaturen umgeht, wie es hier abgeurteilt wurde, sollte zu Recht nicht mehr auf Tiere jagen. Jagdschein weg ist korrekt und nachvollziehbar.

    Aber daraus trotz einer Strafe von unter 60 Tagessätzen die waffenrechtliche Unzuverlässigkeit zu konstruieren, geht bei aller berechtigten Antipathie zu weit.

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  2. Grimbart

    Moralisch korrekt, juristisch finde ich den Entzug fragwürdig. Wenn da nicht mal Tor und Tür geöffnet werden Jagdscheine etc. einzuziehen bei Bagatellen. So manchem Politiker und Behördenmitarbeiter wird es gefallen.

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  3. RK

    Das Verhalten (wenn die Sachverhaltsdarstellung stimmt) ist unter aller Sau und nicht waidgerecht bzw. tierquälerisch. Den Entzug des Jagdscheins halte ich für nachvollziehbar. Ob daraus automatisch die waffenrechtliche Unzuverlässigkeit folgen muss, wage ich in Zweifel zu ziehen. Sicher ist teilweise das waffenrechtliche Bedürfnis an den Jagdschein geknüpft. Dies ist aber kein Automatismus. Auch hier zeigt sich eine staatliche Entscheidung im Fahrwasser des “möglichst wenig Waffen ins Volk” – ein Ansatz, den auch diverse Diktatoren von Hitler über Stalin bis zu Pol Pot erfolgreich praktiziert haben (und der demokratietheoretisch/-praktisch höchst zweifelhaft ist).

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