Niedersachsen: Jagdhund auf Nachsuche überfahren – Fahrer begeht Unfallflucht

Das Verhalten dieses Autofahrers dürfte jedem Hundeführer die Zornesröte ins Gesicht treiben: Am Montag Abend informiert die Polizei den Jäger Heinrich R. über einen Wildunfall auf der Neuenkirchener Straße bei Voltlage (Landkreis Osnabrück). Der Unfallfahrer stand noch mit eingeschaltetem Warnblinker an der Unfallstelle. Nachdem R. und der hilfsbereite Fahrer eines Lieferfahrzeugs hinzu gekommen sind, stehen also insgesamt drei Fahrzeuge mit Warnblinker an der Unfallstelle. Da das angefahrene Reh flüchtig abgegangen ist, beginnt R. mit seinem Jagdhund Lasse eine Nachsuche. In der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ), die zuerst über den Vorfall berichtete (hinter Paywall), wird die Rasse des Hundes nicht erwähnt, es dürfte sich den Foto nach um einen Kleinen oder Großen Münsterländer handeln. Als der Hund auf der Fährte die Fahrbahn überquert, fährt ein Auto mit hoher Geschwindigkeit an der Unfallstelle vorbei. Es erfasst den Hund und schleift ihn ca. 25 Meter weit mit.

Der Fahrer hält kurz an, fährt dann aber weiter, wobei er den Hund ein weiteres Mal überrollt.

Der geschockte Jäger bittet daraufhin den Fahrer des Lieferwagens, die Verfolgung aufzunehmen und das Kennzeichen des Wagens zu notieren. Dem Lieferwagenfahrer gelingt es, den Fluchtfahrer zu stellen. “Reumütig”, wie es in der NOZ heißt, kehrt dieser zur Unfallstelle zurück.

Der überfahrene Hund lief nach dem Unfall jaulend in das angrenzende Feld, R. konnte ihn nicht finden. So fuhr er nach Hause, um seine Frau zu informieren, die Polizei zu verständigen und zwei Trecker zu organisieren, mit deren Hilfe er seinen Hund suchen wollte. Doch als er aus dem Haus trat, um zur Suche aufzubrechen, saß Lasse bereits vor der Tür. Der verletzte Hund hatte sich bis zum Hof geschleppt.

Hund und Herr haben riesengroßes Glück gehabt: Der Tierarzt stellte fest, dass sich Lasse lediglich Blutergüsse und Prellungen zugezogen hatte. Offenbar hat der Wagen nicht den Brustbereich des Hundes überrollt – sonst hätte Lasse wohl kaum überlebt. SE

Beitragsbild: Gespann auf Nachsuche – Hunde sind bei der Nachsuche vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Foto: Robert Saemann-Ischenko

6 Gedanken zu „Niedersachsen: Jagdhund auf Nachsuche überfahren – Fahrer begeht Unfallflucht

  1. jochen

    Was für ein XXX! “Reumütig” weil man ihn noch erwischt hat, das ist der einzige Grund. Glücklicherweise ging es ja noch relativ glimpflich ab.

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  2. Dorothee Höhne

    Es ist wirklich unmöglich, wie manche
    Autofahrer sich gegenüber Sache Hund
    oder Wild verhalten. Das Tierschutz
    gesetz muß geändert werden und Jäger
    mit Hund die nötige Anerkennung
    erfahren!

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  3. Heiko Pape

    Ich hoffe, dass solches Verhalten deftik bestraft wird. Hundefüher und Hund setzten sich gefahren aus um das verletzte Wild zu finden und solch rücksichtslose Autofahrer gefährden den Einsatz.

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    1. 9x19

      Zu denen natürlich auch viele Jagdscheinhaber selber gehören. Tut mal hier nicht so, als wenn ALLE rechtstreu wären und der Rest nicht. Auch jagende Menschen sind nur eine Teilmenge und Querschnitt dieser Bevölkerung hier. Ich bin erst kürzlich wieder mal bei einem 30er Schild und “Jagd” mit 30 gefahren, es war sehr interessant zu sehen, wer mir da alles mit viel V entgegen kam. Doppelmoral ist auch Jagdschhabern mehr als eigen. Will natürlich sicher wieder mal keiner wissen und hier schreiben auch nur die, die niemals nie nicht gegen Recht verstoßen, schon gar nicht vorsätzlich und voll deliktswillig, und die selbstverständlich ALLE Rechtsnormen in der bunten Republik auswendig gelernt haben.

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  4. Manfred Haedecke

    Alle haben es immer eilig egal was für eine Situation, bei einer unfallstelle, Baustelle oder Bushaltestelle an der Kinder warten. Bin selbst hundeführer und wenn ich so etwas lese stehen mir die Nackenhaare. Unverantwortlich so etwas

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