Niedersachsen: Feldhasenbesätze stabil

Durchschnittlich 11 Hasen pro Quadratkilometer in Niedersachsen

Der Feldhasenbesatz in Niedersachsen ist stabil: Durchschnittlich 11 Feldhasen leben hier pro Quadratkilometer. Diesen Wert aus der Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) veröffentlichte die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) am heutigen Tage. Mit Blick auf die vergangenen Jahre bleibt der Hasenbesatz in Niedersachsen damit konstant.

Regional gibt es seit jeher Unterschiede: In Naturräumen, in denen sich Hasen traditionell wohl fühlen, wie im Norden und Nordwesten, sind auch deutlich höhere Besätze von bis zu 75 Feldhasen pro Quadratkilometer zu finden – in eher waldreichen Gebieten im Süden Niedersachsens sind die Besatzzahlen dagegen deutlich geringer. Angewiesen sind Feldhasen auf strukturreiche Lebensräume mit nahrhaften Wildkräutern und Gräsern sowie ausreichend Rückzugsmöglichkeiten: „Diese Lebensräume werden zusehends seltener. Hier ist die Politik gefordert, Anreize für eine wildtierfreundliche Landwirtschaft zu schaffen“, so Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.

Die Förderung von Blühstreifen oder anderer strukturgebender Landschaftselemente und die Entbürokratisierung von Antragsverfahren für die Landwirte und Flächenbewirtschafter komme nicht nur dem Hasen, sondern vielen anderen freilebenden Arten der Feldflur zugute – von der Feldlerche bis zu den Insekten. „Stimmen die politischen Rahmenbedingungen, sehen wir solche artenreichen Rückzugsbereiche sicher wieder häufiger in der Landschaft“, so Dammann-Tamke weiter. Im Zuge der Neuausrichtung der Europäischen Agrarpolitik GAP nach 2020 bestehe die große Chance, Förderfehler der Vergangenheit zu revidieren und eine positive Weichenstellung für die Leitarten der Feldflur zu schaffen.

Nicht nur der Lebensraum auch Fressfeinde haben erheblichen Einfluss auf die Situation der Feldhasen – und anderer bodenbrütender Arten wie Kiebitz, Feldlerche oder Rebhuhn – eine intensive Bejagung von Prädatoren wie Fuchs, Marder und andere Beutegreifer ist daher unerlässlich um diese Besätze zu stützen. Ein wichtiges Instrument für Jäger dabei ist die Fangjagd: „Auch hier muss Politik Verantwortung zeigen und im Sinne des Artenschutzes ein klares politisches Bekenntnis zur dieser Art der Jagd treffen“, so der Präsident der Landesjägerschaft.

Landesweite Monitoringdaten seit 1991:

Seit Anfang der 90er Jahre führt die Landesjägerschaft gemeinsam mit dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) im Rahmen der Wildtiererfassung Niedersachsen wissenschaftlichen Standards entsprechende Scheinwerferzählungen durch. Die so ermittelten Werte bilden die valide Datengrundlage für die Besatzzahlen des Feldhasen. Über Zählungen und Bestandseinschätzungen werden im Rahmen der WTE Jahr für Jahr neben dem Feldhasen auch kontinuierlich verschiedene Wildtierarten von den Jägerinnen und Jägern in Niedersachsen erfasst. So entstehen flächendeckend langjährige und fundierte Daten und Zahlenreihen die die Populationsentwicklungen nicht nur des Feldhasen, sondern vieler andere heimischer Wildarten wiedergeben. Die WTE ist damit Vorbild für viele andere Wildtiererfassungsprogramme geworden – unter anderem das Wildtierinformationssystem der Länder Deutschlands (WILD). PM LJN

Beitragsbild: Feldhase. © Rolfes/DJV

2 Gedanken zu „Niedersachsen: Feldhasenbesätze stabil

  1. Zündelnerlaubt

    Wenn ich dem Glauben schenken darf was ich so höre, dann ist es wohl so, dass diese Stabilität eine niedrige ist, die Niederwildreviere klagen über konstant niedriege Hasen- und Fasanenbesätze, was sich in den Streckenzahlen zum Teil spiegelt, selbst auf stillgelegten Flächen und Weidebereichen sollen die Zahlen schlecht sein. Wird da wieder eine Stagnation als Erfolg gefeiert bzw zu früh aufgeatmet?
    (ich kann das weder bestätigen noch verneinen, da ich nicht in einem Niederwild- bzw. Feldrevier jage)

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  2. Ralf

    Dammann-Tamke hat Recht. Wir brauchen Blühstreifen um die Äcker genauso wie die Prädatorenbejagung- auch und erst recht mit der Falle. Nahe der dänischen Grenze z.B. kann man es deutlich sehen: wo Prädatoren kurz gehalten werden, da gibt’s gute Hasenstrecken.

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