Niedersachsen: Eingreiftruppe für Problemwölfe gegründet

Hannover stellt Wolfskrankenwagen mit Wolfsheizdecke bereit

Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hat eine Wolf-Eingreifstruppe gegründet. Die “Task Force” (so das Ministerium) soll vor allem Nutztierhaltern zur Seite stehen, deren Herden von Wölfen attackiert wurden. Zu der Einsatzgruppe sollen Spezialisten für die Wolfsvergrämung gehören, eventuell auch Schäfer mit Herdenschutzhunden und Hilfskräfte für den Zaunbau. Sowohl Ehrenamtliche sollen offenbar auch fest angestellte Fachkräfte verpflichtet werden. Die Truppe soll Mitte 2017 einsatzbereit sein und vom Wolfsbüro des Landes koordiniert werden.  Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover kann indes mit einer echten Innovation bei der Wolfsbetreuung aufwarten:

Da selbst bei Verkehrsunfällen schwerstverletzte Wölfe nicht einfach so von ihren Leiden werden dürfen, setzt eine nach dem Artenschutzrecht angeblich vorgeschriebene Euthanasieverschleppung ein: Der verletzte Wolf wird am Unfallort liegen gelassen, bis Experten eintreffen und anhand des Zustands entscheiden, wie weiter verfahren wird. Sollte bei dem Wolf Aussicht auf Genesung bestehen, so kommt der spezielle Wolfskrankenwagen zum Einsatz: Nach Medienberichten handelt es sich um einen Spezialanhänger, der unter anderem mit Suchscheinwerfern, einem “Rettungsbrett”, Schlingen zum Einfangen der Wölfe und natürlich einer Wolfsheizdecke ausgestattet ist, damit dem Tier auf dem Transport nicht kalt wird. Unverständlicherweise hat man nicht daran gedacht, den Wagen mit spezieller beruhigender Wolfs-Wohlfühlmusik zu beschallen und aus speziellen Duftspendern wolfsspezifische Wohlgerüche (Stresshormone von Schafen, Kälberblut…) zu verbreiten. SE

Beitragsbild: Bekanntlich wissen auch Wölfe eine warme Decke zu schätzen. Illustration von Carl Ofterdinger zu Rotkäppchen. Quelle: Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Rotk%C3%A4ppchen

10 Gedanken zu „Niedersachsen: Eingreiftruppe für Problemwölfe gegründet

  1. Willi M.

    Ein neuer Spielmannsverein des Herrn Wenzel ( Grüne ). Nun hat Niedersachsen neben dem Wolfs-Rettungsfahrzeug ja noch eine neue Errungenschaft. Wollen einmal sehen, wie diese Experten denn die sicheren Zäune ( mindestens 0.5 m in die Erde und mindestens 1,80 m über der Erde ) bauen. Bewachung der Schafsherde rund um die Uhr und bei allen Wetterlagen?

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  2. Aldo

    Rotkäppchen läßt grüßen ! Es fehlt nur, dass für absulut Härtefälle bei verletzten Wölfen ein Rettungshubschrauber angefordert wird. Wäre doch ein Vorschlag oder ?
    Da kann man nur noch den Kopf schüttel und den leuten empfehlen sucht doch mal einen Psychologen auf.

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  3. Grimbart

    Ich finde es richtig auch kritisch über so manche Maßnahme zu berichten. Zu einer seriösen Berichterstattung gehört aber das Unterlassen von sarkastischen Kommentaren.
    Damit begibt man sich meiner Meinung nach auf ein niedriges Niveau, was wir in der Diskussion um den Wolf nicht nötig haben. Die Anschaffung des Anhängers halte ich auch für eine Verschwendung von Steuergeldern.

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  4. Chris

    Die Idee mit dem Hubschrauber ist naheliegend denn schon bei dem Vergrämungsversuch an MT 06 hat Wenzel auf die Unterstützung durch die Luftwaffe gesetzt. @Grimbart: anders als mit Sarkasmus kann man das Gesese um die Wölfe doch nicht mehr beschreiben. Es interessiert dem Minister einen Sch… ob da Steuermittel verbraten werden.

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    1. Grimbart

      Ich meine, wir sollten uns nicht auf das Niveau so mancher Jagdgegner begeben, sondern sachlich unsere Argumente vortragen, auch wenn man dabei manchmal die Faust in der Tasche ballt.

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        1. Grimbart

          Das stimmt. Doch gehören solche Dinge wie mit dem Duftspender und der Wohlfühlmusik meiner Meinung nach nicht in eine Meldung. Das wirkt nicht seriös. Was man in einem Kommentar schreibt, steht auf einem anderen Blatt Papier.

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          1. admin Beitragsautor

            Sehe ich anders. M.E. ist der Wolfskrankenwagen als Thema – eher grotesk als bedeutsam – kein derart gewichtiger Gegenstand der Berichterstattung, dass man dabei den Grundsatz der Trennung zwischen Kommentar und Nachricht mit strengster Observanz befolgen müsste. Oder auch nur sollte: Denn penibelste Seriosität bei eher belanglosen Themen mündet unweigerlich in dröge Langeweile. Zumal die Trennung zwischen Meldung und kommentierendem Zusatz beim gewählten Beispiel so augenfällig ist, dass sie keinem Leser entgehen dürfte. Und damit ist obigem Grundsatz Genüge getan.

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