Niedersachsen: “Einen Bären aufgebunden” – Angeblicher Wolfsangriff im Landgestüt Celle ist Falschmeldung

Zur Zeit kursiert auf u.a. Whatsapp eine Meldung, derzufolge es im niedersächsischen Landgestüt Celle einen Wolfsangriff gegeben haben soll. Illustriert ist die Meldung mit einem Bild eines Pferdes, dessen Hinterlauf stark angefressen ist. Das Landgestüt Celle teilt dazu mit:

Einen Bären aufgebunden

Am vergangenen Wochenende hat jemand aus uns unerklärlichen Gründen versucht, seinen Mitbürgern statt des sprichwörtlichen Bären einen Wolf aufzubinden. Folgende FALSCHMELDUNG über das Landgestüt Celle und seine Jungpferde wurde sehr schnell auf sämtlichen Kanälen insbesondere über das Medium Whatsapp verbreitet:

Auf den weitläufigen Weiden, des Niedersächsischen Landgestüt Celle, zwischen Cuxhaven und Stade, hat ein Wolfsrudel 43 Jungpferde “komplett”aufgerieben! 7 tote, 3 sind verschwunden und weit mehr als 20 Pferde verletz teils schwer verletzt! Es wurde von der Landesregierung Niedersachen den Geschädigten sowie den Bauern untersagt dies an die Öffentlichkeit weiter zugeben! Ich habe durch den mir bekannten Nachbarn die Meldung erhalten und bereits die Zeitung informiert! Das ist hoffentlich nunmehr der bekanntliche Stein der ins Rollen gebracht werden muss! Es gab aber noch einen Vorfall der aber von einem Jäger verhindert wurde und dieser die Polizei gerufen hat, die dann die Wölfe vertrieben haben! Dies ist auch in der Zeitung als erfolgreiche positive Zusammenarbeit betitelt worden! Er hätte mal lieber Filmen sollen! Denn das ist die Realität zu diesem Fleischfresser!!!!Ich werde noch versuchen über den Axel Springer Verlag diesen Vorfall weiter zu verbreiten! Die sollen mal den Ministerpräsidenten befragen! Es kann ja wohl nicht sein, dass solche Vorfälle unter den Teppich gekehrt werden!!!!

Kenner des Landgestüts werden wissen, dass das Landgestüt Celle gar keine Weiden in dem angegebenen Kreis hat. Sämtliche Jungtiere werden auf den Flächen des niedersächsischen Hengstaufzuchtgestüts Hunnesrück gehalten und genießen dort eine unbeschwerte Jugend. Aus gegebenem Anlass ein aktuelles Foto unserer Jungpferde aus Hunnesrück – alle wohlauf!

Zudem ist letzte Woche in dem angegebenen Bereich auch keine Pferdeherde ausgebrochen.

Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass jemand das Landgestüt und seine Hengste nutzt, um Stimmung gegen den Wolf zu machen. Wir arbeiten daran, den Verfasser dieser Nachricht zu finden.” red.

Beitragsbild: Pferd – die Junghengste des Landgestüts Celle sind wohlauf. Foto: SE

6 Gedanken zu „Niedersachsen: “Einen Bären aufgebunden” – Angeblicher Wolfsangriff im Landgestüt Celle ist Falschmeldung

  1. RK

    Solche Falschmeldungen sind einfach peinlich. Wenn sie von einem “Wolfsgegner” stammen, sollte diesem klar werden, dass er dadurch den Wolfskritikern einen Bärendienst 😉 erweist. Nicht auszuschließen ist auch eine Aktion von Wolfsbefürwortern unter falscher Flagge (und damit sind wir schon bei den Verschwörungstheorien ;-))

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  2. Regine

    Der Vorfall hat so ähnlich vor zwei Jahren stattgefunden. Damals waren 49 Junghengste abgerückt, zwei wurden nie gefunden. Die Bevölkerung wurde um Mithilfe gebeten.

    Der Artikel in der Böhme-Zeitung war noch nie frei zugänglich, er kann für fünf Cent eingekauft werden. Wer also wissen will wie der damalige Grüne Landwirtschaftsminister Meyer die Mitarbeiter des Landgestütes unter Druck gesetzt und ihnen einen Maulkorb verpasst hat, kann das dort nachlesen, die Story wurde bestätigt. Es waren also Wölfe und keiner sollte es wissen.

    Bei dem Fall in Selsingen ist die Sache ebenfalls sehr eindeutig. Der Jäger der die Wölfe dabei beobachtet hat wie sie die Pferde zusammen getrieben haben die dann vor Panik selbst durch den Zaun gegangen sind, hat nach dem Ausbruch sofort die Besitzer benachrichtigt. Auch er wurde befragt und hat sich deutlich geäußert.

    Weshalb weist das Landgestüt nicht einfach darauf hin, dass es sich um einen alten, wieder neu aufgewärmten Fall handelt und jetzt alles in Ordnung ist?

    Hier gehts zum Beitrag in der Böhme: http://www.boehme-zeitung.de/lokales/news/artikel/erstmals-wolfsjagd-auf-weidende-pferde-beobachtet.html

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  3. Heuvens manfred

    Wie so vieles wir in Deutschland verheimlicht oder vertuscht. Man sollte offen und sachlich mit diesen Dingen umgehen.
    M.heuvens

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  4. Gabriele Kind

    Es gibt zu vielen Sachverhalten Falschmeldungen, aber muß es über die Wesen sein, welche sich nicht wehren können? Der Verfasser sollte sich schämen und dringend über sein Verhalten nachdenken. Wir kämpfen an allen Ecken der Tierwelt, um sie unseren Nachkommen zu erhalten. Das ist wirklich nicht leicht. Menschen wie der Verfasser der Falschmeldung erschweren uns unsere Arbeit und bewirken mit ihrem Verhalten nur, daß sich die Feinde bestimmter Tiere mehren und selbige dann von unserem Planeten langsam, aber sicher verschwinden. Sehr schade und sehr traurig.

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